The Shocking Miss Emerald

… ist mit neuer CD auf Tour

 2009 eroberte die Holländerin Caro Emerald mit ihrem Debütalbum Deleted Scenes From The Cutting Room Floor die Charts und Konzertbühnen. Nun hat sie endlich ein neues Album, The Shocking Miss Emerald, veröffentlicht und ist wieder auf Tour. TICKET sprach mit Ihr über das neue Album, ihren Erfolg und ob sich ihr Leben dadurch verändert hat.

Wie war es für dich wieder im Studio zu sein?

Caro Emerald: Es war sehr nett wieder im Studio zu arbeiten, ich habe das wirklich vermisst. Im Studio kann ich kreativ sein, ausprobieren, etwas Neues entwickeln; auf der Bühne kann man ja nicht wirklich experimentieren. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich dachte allerdings, dass es anders sein wird als beim 1. Mal, denn da haben wir ja sehr viel Zeit investiert um den richtigen Klang zu entwickeln. Aber wir waren dieses Mal nicht schneller, auch weil meine Produzenten Perfektionisten sind.

Pressefoto9 - Caro Emerald_kleinWarum ist für dich der Klang der 40er-, 50er-Jahre so interessant?

Caro: Nun, es sind ja nicht nur die 40er- und 50er- sondern auch die 60er-, 20er- und 30er-Jahre, eigentlich auch die 90er; wir haben viele Elemente in den Liedern. Ein Grund dafür ist, dass diese Musik für mich sehr inspirierend ist und eine spezielle Atmosphäre hat. Wir verwenden u.a. Samples um diesen Vibe zu kreieren, den es jetzt so nicht mehr gibt. Zum Beispiel haben wir bei I Belong To You eine Komposition von Bert Kaempfert verwendet und einen Song dazu geschrieben. Wir waren auf der Suche nach einem Retrosound, der aber nicht altmodisch sein soll sondern modern und hip.

Dein Kleidungsstil ist ja auch an den 40er- und 50er-Jahren orientiert; ist das dein Lieblings-Vintage-Stil?

Caro: Ich mag es einfach, die Musik zu ergänzen und ich suche mir natürlich meinen individuellen Stil darin. Aber ich möchte gerne das, was man hört repräsentieren. Und ich denke, es passt auch gut zu mir. Wenn es mir nicht stehen würde, würde ich es nicht tragen. Ich mag es, feminin und glamourös zu sein.

Warum dieser Albumtitel? Für mich war das Album nämlich nicht schockierend.

Caro: Weil ich dachte, dass es ein guter Titel ist. Und du hast dich darüber gewundert und das ist der Schlüssel dazu. Der Titel hat sich für uns alle einfach gut angefühlt.

Was schockiert dich?

Caro: Ich bin nicht so leicht zu schockieren. Obwohl, was mich schockiert hat, war mein plötzlicher Erfolg. Gerade in Holland haben wir ja alles alleine gemacht weil wir keinen Produzenten gefunden haben. Und ich denke, wir haben Holland schockiert mit unserem Erfolg. Ich war 2009 die meist verkaufte Künstlerin und das ohne ein Plattenlabel.

Hat sich dein Leben verändert?

Caro: Ja, in einem praktischen Sinne. Ich denke darüber viel nach, weil ich das immer wieder gefragt werde. Es ist anders geworden weil ich nun eine Karrierefrau bin, viel reise und jetzt plötzlich Dinge mache wie Fotoshootings und Videodrehs oder Interviews gebe. Man muss für viele Dinge talentiert sein, muss mit Leuten reden können, ein Entertainer sein. Das alles habe ich davor nicht gemacht. Aber irgendwie ist doch alles beim alten geblieben. Ich kann auch zu Hause noch ganz normal in den Supermarkt einkaufen gehen. Ich denke ich habe wirklich das Beste aus beiden Welten für mich: Ich kann singen und ich kann frei sein.

Wann hast du dich entschieden, Sängerin zu werden?

Caro: Sehr früh, ich kann mich an diesen Moment noch erinnern. Ich wurde als Solistin für eine Schulaufführung ausgewählt, da war ich 11. Ich habe Dream A Little Dream Of Me mit holländischem Text gesungen. Das hat gut zu mir gepasst. Da habe ich entschieden, Gesangsstunden zu nehmen. Ich wollte gar nicht berühmt, sondern einfach nur Sängerin werden.

Pressefoto4 - Caro Emerald_kleinBist du auf der Bühne eine andere Person?

Caro: Ich denke nicht. Natürlich musst du auf der Bühne über dich hinausgehen; nicht anders aber viel, viel größer werden. Das passiert aber auch durch die Musik.

Wie wählst du die Songs für ein Konzert aus?

Caro: Das ist eine schwierige Sache, weil ich denke, dass eine gute Setlist viel ausmacht. Du musst von A nach B kommen und dabei alle mitnehmen. Es ist schon so, dass ein Song auch einen anderen killen kann. Ich erstelle mir immer eine Playlist und höre die an und ändere um. Weil natürlich muss man einen Vibe erzeugen, der mal rauf und mal runter geht während der Show. Meine Musik spricht ja auch viele Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft an. Ich hatte schon tätowierte LKW-Fahrer die in der ersten Reihe saßen und jeden Song auswendig konnten oder ältere Paare, die angefangen haben zu tanzen.

Interview: Paul M. Delavos

Live: 

Caro Emerald entführt Sie am 7. Oktoker im Wiener Konzerthaus in die glamouröse musikalische Vergangenheit und bleibt dabei doch im Heute!

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