Tricky Niki, der magische Bauchredner

Tricky Niki

Tricky Niki hat einige Tricks auf Lager. Und er legt Wert darauf, dass er eine weltweit einzigartige Mischung aus Zauberei, Bauchreden und Stand Up-Comedy auf die Bühnenbretter legt.

Tricky NikiDass seine Shows meist den Rahmen von zwei Stunden überziehen, freut das Publikum. Beim aktuellen, dritten Programm „Hypochondria“ zieht sich die Hysterie vor Keimen und Krankheiten aller Art wie ein roter Faden durch die Kanonade an Gags, bei denen einzelne Besucher in den Genuss des eigenen großen Auftritts an Nikis Seite kommen.

Sind die Hypochonder-G’schichten in deiner Show bloß aufmerksame Beobachtungen oder leidvolle, autobiographische Erfahrungen?

Tricky Niki: Ich versuche immer, einen roten Faden für meine Programme zu finden. Dieses Mal habe ich lange nachgedacht und eines Tages meinte ein Freund wieder einmal zu mir: Ma, Niki, du bist so ein Hypochonder! Mein Gedanke war: Da könnte man ja was draus machen. Ich habe mich umgehört, mit Leuten geplaudert und bin drauf gekommen, dass jeder entweder in irgendeiner Art und Weise ein Hypochonder ist oder jemanden kennt, der genauso ist.

Also bist du doch kein Hypochonder?

Tricky Niki: Oh ja, doch! Ich habe im Auto zwei Desinfektionsmittel – wenn ich einsteige, reinige ich mal meine Hände. Ich hasse es, auf öffentliche Toiletten zu gehen. Das ist ganz grauslich. Das sind wahre Geschichten. Auch das mit den Nüssen, in die ein Typ rein greift, der sich nach dem Klo nicht die Hände gewaschen hat.

Ist das bei dir noch gesund oder bereits krankhaft?

Tricky Niki: Nein, es ist nicht krampfhaft. Wenn ich Kopfweh habe, dann denke ich mir schon: Mein Gott, jetzt geh‘ ich zum Röntgen oder zum MR. Das war früher aber schlimmer. Vielleicht ist das Programm eine Art Therapie für mich, weil ich bin jetzt wieder viel cooler.

Männer die mit Puppen spielen – macht das beim Bauchreden Spaß?

Tricky Niki: Ja, ich weiß, ich bin ein bisschen zu alt um mit Puppen zu spielen, aber ich mache das wahnsinnig gern. Dieses Programm ist aber sehr speziell für mich. Beim vorigen war es sehr Bauchredner-lastig und mit Puppen, das wollte ich dieses Mal ändern. Ich habe mich auf ganz ein neues Terrain gewagt, das ist Stand-Up-Comedy. Das macht mir wahnsinnig viel Spaß und kommt bei den Leuten gut an. Die Puppen sind eher in den Hintergrund gerückt, es sind noch die Highlights dabei: Der Justin Bieber, der Emil. Die einzig neue Puppe ist Jochen, das ist der Tod. Das ist ein Schweizer und er ist ganz frustriert, weil ihn alle missverstehen, weil er keine Freunde findet. Das ist eine zuckersüße Nummer und am Ende lieben alle den Tod. Es kommt die Message rüber, dass man im Leben so viel wie möglich lachen sollte und dass sogar der Tod lustig sein kann.

Seit du Bauchredner bist, klappt es auch mit den Frauen? Das behauptest du zumindest …

Tricky Niki: Der Vorteil beim Bauchreden und vor allem bei der Zauberei ist, dass das Eis schnell gebrochen ist. Wenn du das vorführst, wenn du in einer Gruppe bist, dann bist du auf einer ganz anderen emotionalen Ebene. Der ganze hässliche Smalltalk fällt weg. Insofern lernst du sehr schnell sehr viele Menschen kennen. Das mag ich an der Zauberei und am Bauchreden. Das ist ganz praktisch.

Du holst ausschließlich Frauen zu dir auf die Bühne. Sind Männer berührungsängstlicher?

Tricky Niki: Nein, ganz im Gegenteil. Ich habe ein schönes Improvisations-Zauberkunststück, wo ich mit dem gesamten Publikum improvisiere. Die rufen mir Zustandsbeschreibungen herauf, die spiele ich dann. Das kann betrunken sein, hungrig, Tourette, schwul, was auch immer. Da habe ich einen Mann auf der Bühne. Das mit den Frauen hat den Sinn, weil das einfach harmonischer auf der Bühne wirkt.

Du thematisierst ständig deine geringe Körpergröße. Ist das denn so ein großes Trauma für dich?

Tricky Niki: Ich hatte früher sehr große Komplexe. Ich habe zehn Jahre lang Volleyball gespielt, sogar bis zur ersten Bundesliga und war drei Mal bester Aufspieler Österreichs. Da habe ich halt nur mit Riesen zu tun gehabt. Der Hauptgrund weshalb ich das mache ist ein ganz einfacher: Ich bin frech auf der Bühne, auch immer wieder zu Zuschauern. Ich bin nicht ungut, sondern charmant frech. Das darfst du nur dann sein, wenn du dich selbst nicht ernst nimmst. Und ich mache mich wahnsinnig gern über mich lustig. Damit ist die Stimmung lockerer und die Leute lassen sich mehr gehen. Ich darf mich aber in Wahrheit nur über ein Manko lustig machen und mein offensichtliches Manko ist eben meine Größe. Wäre ich jetzt dick, dann dürfte ich mehr Witze über dicke Leute machen. Cindy aus Marzahn hat über alle Witze machen dürfen. Die war dick, die war lesbisch…

In der ersten Hälfte deines Programms hast du beinahe immer eine Mitspielerin aus dem Publikum auf der Bühne. Ist das nicht irre riskant, wenn da eine einmal nicht mitmacht?

Tricky Niki: Das passiert aber so gut wie nie. Auch der fade Knochen wird von mir auf der Bühne schnell davon überzeugt, dass wir hier Spaß haben und uns nicht über ihn lustig machen. Sondern, dass er mit dem Gefühl dann runter geht: Ich war richtig gut, ich bin jetzt der Held! Natürlich sagt jeder im ersten Moment, oh Gott, ich muss da jetzt ‘rauf. Durch die Erfahrung von zwanzig Jahren … und es ist angeboren, dass ich den Leuten dabei ein gutes Gefühl gebe.

Das funktioniert aber nur in kleineren Hallen.

Tricky Niki: Ich habe jetzt zwei Mal in Hannover gespielt, das waren je 1200 Leute, es funktioniert schon. Ich brauche halt eine Leinwand. Ich bin kein großer Fan von diesen Stadionprogrammen, denn im Endeffekt kriegst du vom Künstler wenig mit. Die Leute gehen dorthin, weil es ein Happening ist. Es geht nicht mehr ums Programm, sondern um das Happening. Immer noch größer, noch besser. Aber du siehst schon in der siebenten Reihe nix mehr, weil die Bühne so riesig ist. Nein, ich bin ganz happy und spiele meine Häuser von 200 bis 1500 Besuchern. Ich brauche ja die Nähe zum Publikum, die Interaktion. Es bringt mir nix wenn da 40.000 Leute sitzen. Ich bin ein wahnsinnig glücklicher, zufriedener Mensch, weil ich etwas machen kann was mir wahnsinnig viel Spaß macht. Wo ich das Glück habe, dass ich davon leben kann. Mir ist immer wichtig rüber zu bringen, dass es das weltweit kein zweites Mal gibt. Es gibt keinen, der Comedy, Zaubern und Bauchreden so kombiniert.

 

Tricky Niki mit seinem Programm “Hypochondria” spielt es aktuell u.a. in Amstetten, Gleisdorf, Hof bei Salzburg, Baden, Mödling und natürlich in Wien und Graz, sowie als Silvester Spezial in Baden. Tickets gibt es bei oeticket.com.

 

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