Überraschend wie Curveballs – One Republic

Apologize und Good Life waren Welthits, durch die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Adele und Leona Lewis sorgte One Republic-Frontman Ryan Tedder für Aufsehen und kassierte einen Grammy. Auf dem neuen Album Native und bei der dazugehörigen Liveshow versucht er, die Fans ständig zu überraschen, wie der Star im TICKET-Interview erzählt.

Es heißt, das dritte Album ist immer das schwierigste. War das auch bei Native der Fall?

Ryan Tedder: Es war sicher bisher die kritischste Platte. Wir haben ein Jahr daran gearbeitet. Nach dem Debütalbum hatten wir einige Hits. Wir hatten keine hohe Meinung von uns und schätzten den Erfolg nicht so hoch ein. Wir dachten, dass es noch ein sehr weiter Weg für uns ist. Die Art unseres Durchbruchs ist sicher auch daran schuld, denn Apologize war so ein riesiger Hit, aber als Remix. Das war nicht unser Sound.

Gab es einen großen Erfolgsdruck oder war es eher eine große Herausforderung?

Ryan: Eine Herausforderung. Wir haben die zähe Zeit des ersten Albums überstanden, als wir noch nicht mehr zu sagen hatten. Viele erfolgreiche Acts liefern nach dem Debüt eine schwache, zweite CD ab. Wir wussten nach Apologize, dass wir vielleicht nie wieder in unserer Karriere einen Song haben werden, der so erfolgreich ist.

Good Life war aber auch ein Welterfolg.

Ryan: Ja, beinahe genauso wie Apologize. Wenn ich mir einige unserer Lieblingsbands wie U2 ansehe, dann haben die in ihrer gesamten Karriere nur zwei Nummer-Eins-Hits gehabt. Bei Coldplay ist es ähnlich. Bei uns kommt es nicht so sehr auf die Chartplatzierung an, das ist für die Rihannas der Welt wichtig. Für uns ist es wichtiger, Songs zu schreiben, die unser Können herausfordern und für die Menschen überraschend wie Curveballs daherkommen.Cc Es geht darum, sich niemals auf einen Stil festzulegen, denn dann ist die Band am Ende. Die Fans verlieren das Interesse, du selbst auch. Die Herausforderung bei Native war, alles besser zu machen: die Produktion, die Songs, die Texte, meinen Gesang, einfach alles.

Ist das auch der Grund für die vielen elektronischen Elemente auf dem neuen Album?

Ryan: Das war eine natürliche Entwicklung. Ich höre viel Musik, sauge sie auf. An einem Tag ist es Swedish House Mafia, dann Vampire Weekend oder Kanye West, das sind meine Einflüsse und die hört man ab und zu heraus. Ich kann bei den Songs sagen: „Hey, das ist ein Vampire Weekend-Moment oder ein Kanye-Moment.“ Im Grunde sind Bands langweilig, bei denen es immer nur die gleichen vier Instrumente gibt.

Überraschend sind auch die Texte, in einem Titel geht es um einen Flugzeugabsturz.

Ryan: Wir haben Titel über Beziehungen wie Burning Bridges, Can’t Stop kann von einer Beziehung handeln oder einer Sucht. Ich suche die Abwechslung und Balance bei den Themen. Es geht darum, Spaß und eine gute Zeit zu haben. Ich kann aber nicht singen: „Hey, let’s go crazy, i buy you a drink, you buy me a drink, we do shots.“ Da könnte ich mich selbst nicht ernst nehmen, darüber möchte ich nicht singen. Ich brauche tiefergehendes.

Was können sich Fans von den anstehenden Konzerten erwarten?

Ryan: Es ist eine ganz neue Show, so etwas haben wir noch nie gemacht. Wir haben unsere Set-List in den Papierkorb geworfen und sie komplett neu geschrieben. Das Niveau der Produktion ist hundert Mal höher, wir haben alle Kostenlimits über Bord geworfen. Einige der bekannteren Songs haben wir völlig neu überarbeitet. Die bombastischen Titel sind jetzt minimalistisch und intime Momente, einige der akustischen Titel sind jetzt elektronisch und rasanter. Wir machen genau das Gegenteil von dem, was viele erwarten.

Interview: Alexander Haide

One Republic präsentieren am 8. April in der Wiener Stadthalle (D) ihr neues Album Native sowie eine Liveshow, bei der sie keine Kosten und Mühen gescheut haben.

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