Unterhaltung für jeden Geschmack

„Rat mal, wer zum Essen kommt …“ Was mit der Erlebnis-Gastronomie begann, hat sich längst zu einem wahren Rausch für alle Sinne entwickelt.

 

Daheim hieß es dereinst gerne, bei Tisch wird gegessen, nicht gescherzt. Dass ab einem gewissen Alter das Spielen mit der Nahrung verpönt und mit bösen Blicken bestraft wurde, versteht sich von selbst. Tatsächlich ist gemeinsames Essen aber – sowohl im Privaten wie auch im Beruflichen – die wohl wichtigste Kommunikationsplattform, geht doch nicht nur die Liebe allein durch den Magen. Immerhin sollte die Nahrungsaufnahme nicht nur existenzsicherendes Muss, sondern auch ein genussvoller Moment sein – ähnlich, wie Atmen lebensnotwendig ist, aber auch zu einem olfaktorischen Genussmoment reifen kann. Damit aus einem schnöden Nu ein exemplarischer werden kann, benötigt es gewisse Umstände. Vorrangig hat natürlich das Objekt der Begierde, die Speise selbst, eine herausragende zu sein – schließlich aber auch der personelle Kreis, in dem selbige zu sich genommen wird, und der Rahmen, in dem genossen wird. Dies ist eine Ménage-à-trois, so unweigerlich verbunden, wie für den geeichten Wiener die „Eitrige“ mit „Bugl“ und „16er-Blech“.

 

Himmlisch
Gott hat es zwar nicht zusammengefügt, scheiden sollte man es dennoch nicht: Eingedenk der Wertigkeit, die Zerstreuung für den Menschen heute hat, muss man das Motto des alten Roms vielleicht adaptieren, nicht aber negieren: „Brot und Spiele“.
Sowohl das Essen wie auch Unterhaltung sorgen, selbst voneinander losgelöst, für den nötigen Ausgleich zum Alltag, in einer Topf-und-Deckel-Kombination gar für eine behagliche Symbiose. Wenn also der Liebste zu seiner Liebsten spricht: „Mein Kosenämchen, lass uns doch heute einen schönen Abend machen!“, heißt dies im Subtext nicht selten, dass zwei, die sich ebenso wie Topf und Deckel gefunden haben, gemeinsam einen Abend voll lukullischer Freuden genießen mögen.
Gleich ob Musiktheater, Klassisches, Kabarett oder Populärmusikalisches: Rundum-Verwöhnpakete mit „Dinner vor dem Event“, die zum Beispiel der Ticketvertrieb oeticket.com im Angebot hat, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Gäste von Nah und Fern genießen die fachlich fundierte Vorauswahl handverlesener Lokale, die in den gemeinsamen Abend stimmungsvoll einführen.

 

Lukullisch
1746 war es, als Kaiserin Maria Theresia dereinst hierzulande verkündete: „Spectacle müssen seyn!“ Die Habsburger wussten schon immer mit pompösen Bällen und prunkvollen Aufführungen am Wiener Hof alles dranzusetzen, andere europäische Höfe zu übertrumpfen und sich in Selbstdarstellung zu üben, Macht zu demonstrieren. Wie auch schon am französischen Hof wurden mehrtägige Feste gegeben, bei denen jeder Gast eine Rolle hatte und die einzelnen Mahlzeiten durchkomponiert waren. Der römische Senator und Feldherr Lucius Licinius Lucullus, von dem die „lukullischen Freuden“ ihren Namen ziehen, hätte bei jenen üppigen, repräsentativen Mahlen seine helle Freude gehabt!
Zwar sind die dafür wie geschaffenen Spiegelpaläste, die in der Zeit des Fin de Siècle aufkamen, bis auf wenige Ausnahmen wie der Palazzo Spiegelpalast, heute in Vergessenheit geraten, das extravagante und ein bisschen dekadente Nachtleben wird nicht mehr dermaßen pompös zelebriert. Gerne wird aber auch heute noch Kurzweil in einer eigens geschaffenen Atmosphäre genossen, die in eine illusorische Nebenwelt entführt.

 

Magier Lucca hält es mit Goethe: „Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen.“

Magier Lucca hält es mit Goethe: „Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann, ist das Erstaunen.“

Illusionen
„Illusionen sind deshalb so befriedigend“, erzählt uns Magier Lucca im Gespräch, „weil sie uns das Gefühl des kindlichen Staunens wiedererleben lassen“ – und lädt damit gleich doppelt in seinen „Salon des Staunens“: Speziell für Gäste internationaler Luxushotels wurde diese Dinner-Show entwickelt, die derzeit im vierten Spieljahr im Wiener Palais Todesco residiert. Zwischen vier Shows unerklärlicher Illusionen (u. a. Karten- und Mentalmagie) werden drei exquisite Dinner-Gänge kredenzt, die somit einen Abend entstehen lassen, an dem sich Magie und Kulinarik zu einem Rundum-Verwöhnprogramm vereinen.
Der Abend beginnt mit einem Champagnerempfang und führt den Gast in den Pausen zwischen den vier Showteilen an den Dinnertisch im Salon, zu „Wildlachs in Pfefferkruste“ oder „Ricottaterrine“, zu „rosa gebratenem Rinderfilet“
oder „Millefeuille von der Polenta“. So kann man gemeinsam, im intimen Kreis mit den anderen Geladenen, über das eben Erlebte rätseln und staunen. Kann Lucca wirklich Gedanken lesen? Geht man ausgefüllt nach den vier zauberhaften Stunden nach Hause, so vermeint man es beinahe.

 

Potpourri
Zauberei ist in der diesjährigen Saison von Palazzo – mit „Dinner Curioso“ betitelt – zwar nur ein Teil des reichen Varieté-Programms, nichtsdestotrotz offenbaren sich, sobald man die Tore des Spiegelpalastes durchschreitet, in Wien nun bereits zum zwölften Male beinah magische Genusswelten zwischen erstklassiger Unterhaltung und Haubenküche. Denn auch wenn mittlerweile zum zweiten Mal das Menü von Toni Mörwald kreiert wird: Vergessen hat man bei Palazzo Reinhard Gerers Anspruch, dass „große Küche einem Zauber von Sinnesfreuden gleichkommen muss“, nicht.
Das Glitzern unzähliger Lichter von Luster und Kerzen in den geschliffenen Bleiglasspiegeln, die Brokat- und Seidenausstattung, das reichhaltige Jugendstil-Interieur aus edlen Hölzern verbreiten eine einzigartige Atmosphäre und lassen die Besucher in eine längst vergangene Welt eintauchen. Hier kredenzt man keine minimalistischen Gourmetpatzer im steifen Ambiente, bevor die Hochkultur auf der Bühne den Burgtheater-Reizhusten anregt. Nein, Palazzo versteht sich als Potpourri aus ansprechendem Mahl mit erlesenen Gängen, wie die „Weiße Zwiebelsuppe mit Spinatknödeln“ oder auch das „Tournedo vom Rinderfilet“ versprechen – und internationalen Künstlern, die alle Spielarten des Varieté kongenial und stets in nicht aufdringlicher Interaktion mit dem Publikum vereinen. Ob Kontorsion, Jonglage, Trapez oder herzerfrischende Comedy und Gesang: „erstklassig“ ist wohl das erste (wenngleich nicht einzige) Adjektiv, das der Abend im Palast verdient.

 

Mahlzeit und gute Unterhaltung!
Während in den Küchen des Spiegelpalastes, im Palais Todesco oder auch im Palais Strudlhof, an Bord der MS Stadt Wien oder in zahlreichen anderen Freudentempeln die Speisen in den Töpfen unter ihren Deckeln brodeln und köcheln, haben Sie also schlussendlich nur noch die Qual der Wahl, aus welchem dieser Töpfe Sie schließlich naschen wollen … Sie wissen ja: Jeder Topf findet seinen Deckel.

 

Luccas „Salon des Staunens“ erleben Sie bis 21. März im Palais Todesco, in die magische Palazzo-Welt tauchen Sie bis kommendes Frühjahr in Wien und zahlreichen deutschen Städten ein. Mörderisch gut wird Ihr Abend bei Dinner & Crime im Congress Casino Baden (bis Juni), nicht minder fantastisch bei Diner Fantastique (5. Jänner im Innsbruck Congress Saal Dogana), bei „Pronto Pronto“ am 22. Mai am Nostalgieschiff MS Stadt Wien oder bei Cirque Nouvel (18. Dezember bis 24. Jänner in der Arena Nova Wiener Neustadt).

Tickets bei oeticket.com

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