Gewinnspiel: “Wien ohne Wiener” im Volkstheater

Mittwochabend feierte der Georg-Kreisler-Liederabend im Wiener Volkstheater umjubelte Premiere. Für die revueartige Produktion kooperiert der Regisseur und Puppenspieler Nikolaus Habjan mit dem Osttiroler Musikkollektiv Franui. Wir verlosen Tickets!

Wie schön wäre Wien ohne Wiener!/So schön wie a schlafende Frau./Der Stadtpark wär sicher viel grüner,/und die Donau wär endlich so blau./Wie schön wäre Wien ohne Wiener,/ein Gewinn für den Fremdenverkehr!/Die Autos ständen stumm, das Riesenrad fallet um,/und die lauschigen Gassen wärn leer

Mit seinem schwarzen, tiefsinnigen Humor und Liedern wie “Wie schön wär Wien ohne Wiener”, “Tauben vergiften” oder “Der Tod, das muss ein Wiener sein” hat Georg Franz Kreisler das musikalisch-deutschsprachige Kabarett stark geprägt. Seine Gesellschaftskritik, die der gebürtige Wiener als Satiriker, Schriftsteller und Liedermacher äußerte, beruht auf dem schwierigen Verhältnis zu Österreich. Als Jude wurde Kreisler während des Nationalsozialismus aus Österreich vertrieben und kehrte erst in den 1950er Jahren als US-Staatsbürger zurück. Erschrocken stellte der Dichter fest, wie wenig sich in Österreich verändert hatte.

Ich bin zwar in Wien geboren, […] [a]ber auf keinen Fall bin ich Österreicher. […] Wer unter Lebensgefahr ins Ausland geflüchtet wurde (sic!), also auch ich, bekam seine österreichische Staatsbürgerschaft nicht mehr zurück. […] Ich bin seit 1943 amerikanischer Staatsbürger, obwohl mir der Clinton noch nie zum Geburtstag gratuliert hat. (Kreisler, Georg Franz (1996): Ein Brief nach Wien)

Dass die Lieder des gebürtigen Wieners nicht an Aktualität verloren haben, beweist das Wiener Volkstheater in einer überdimensional großen Puppentheater-Versuchsanordnung sowie mit 25 von Kreislers gesellschaftskritischen Musikstücken. Darin eingebettet sechs SchauspielerInnen (Claudia Sabitzer, Gábor Biedermann u.a.) sowie neun eigens für die Produktion angefertigte Puppen des Grazers Nikolaus Habjan, der Kreislers Alltagsbeobachtungen auf ihren kritischen und politischen Kern entblößt. Für den musikalischen Teil zeichnet sich die Osttiroler Musicbanda Franui rund um Mastermind Andreas Schett verantwortlich.

Die wahren Helden […] sind Habjans Puppen mit ihren schreckenerregenden Gesichtern. Sie haben Klappmäuler, von denen man vermutet, es könnte beim allzu abrupten Aufsperren in sie hineinregnen.[…] Das Agieren dieser künstlichen Wiener bildet das Kraftzentrum der liebenswürdigen […] Hommage an Kreislers Ethnologie der Mordshetzer. (Der Standard)


Für den stärksten Szenenapplaus des Abends sorgte eine Puppe, die unschwer als Sebastian Kurz zu erkennen war, und der Kreislers „Kapitalistenlied“ in den Mund gelegt wurde, während im Hintergrund Österreichfahnen geschwungen wurden. Am Ende des Abends zeigte sich das Publikum durchaus zufrieden. Applaus gab es vor allem für Franui. Und der Beweis, dass dass Kreislers Werk auch im Jahr 2017 noch aktuell ist, konnte erbracht werden. (orf.at)


Das Volkstheater macht was wieder gut. Für seinen Georg-Kreisler-Liederabend “Wien ohne Wiener” bot es sein Hausgenie Nikolaus Habjan als Puppenbauer, Puppenspieler und Regisseur auf, sowie zur musikalischen Umsetzung die halbe Gruppe “Franui”. Statt Solo-Lyrik mit Klavierbegleitung mehr als zwei Dutzend Szenen, in denen Claudia Sabitzer, Isabella Knöll, Gábor Biedermann, Günter Franzmeier, Stefan Suske und – für den erkrankten Christoph Rothenbucher eingesprungen – Habjan im Frack neun Großmaul-Puppen tanzen lassen und sich manchmal selber verkleiden – einmal als Taube im Park, oft als allgegenwärtiger Tod. Denn eh schon wissen: “Der Tod, der muss ein Wiener sein.” (Wiener Zeitung)


Die (allerdings wunderbare) Claudia Sabitzer ist die anmutigste Taube, die jemals vergiftet worden ist. (Der Standard)


Bildmaterial: Robert Polster, Lupi Spuma
Quellen: orf.at, Kleine Zeitung

Diese Verlosung ist leider schon beendet. Alle aktuellen Gewinnspiele finden Sie hier!

Jetzt Tickets sichern!

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!