Wer bekommt dieses Jahr den Amadeus Austrian Music Award?

Amadeus Austrian Music Awards

Am 4. Mai findet die 17. Verleihung der Amadeus Austrian Music Awards statt, ausgestrahlt wird der festliche Abend diesmal wieder im ORF. Erstmal erfahren wir bereits vorher, wer einen der Genre-Awards mit nach Hause nehmen darf …

Amadeus Austrian Music AwardsDas Wiener Volkstheater bietet bereits zum sechsten Mal den festlichen Rahmen für die Auszeichnung der erfolgreichsten österreichischen Musikerinnen und Musiker, durch den Abend werden Amadeus-Host Manuel Rubey und Radio FM4-Moderatorin Riem Higazi führen. Erstmals werden die Gewinner der acht Genre-Kategorien bereits vor der Verleihung präsentiert, während wir uns auf die Nennung der Sieger der 10 allgemeinen Kategorien – unter anderem der von oeticket.com präsentierte “Live Act des Jahres”, sowie der FM4 Award und viele mehr – noch bis zum Abend selbst gedulden müssen. Immerhin: Es werden mit u.a. den internationalen Topstars James Blunt und Amy Macdonald auch namhafte Live-Acts im Wiener Volkstheater erwartet! Aber nun zu den ersten acht – stellenweise wenig überraschenden – Gewinnern!

Der Amadeus Award “Alternative” geht an Voodoo Jürgens

Das Debütalbum „Ansa Woar“ auf Platz 1 der Verkaufscharts, „Heite grob ma Tote aus“ ein veritabler Hit – 2016 war das Jahr des endgültigen Durchbruchs des David Öllerer aka Voodoo Jürgens. Etiketten hat man ihm schon viele auf sein künstlerisches Schaffen geklebt: Liedermacher, Austropop, Nachfolger von Danzer und Co. Doch die Art und Weise wie Voodoo Jürgens ernüchternde Lebenssituationen in ergreifend schönen sprachlichen Bildern mit dem versöhnlichen Timbre seiner Stimme erzählt, das macht ihn unvergleichlich. Kein Sozial-Porno, keine “Milieustudie” oder gar Parodie. Das ist Lebenserfahrung gepaart mit Witz (nennen wir es auch “Schmäh”) und Herz. Durchaus einer alten Folk-Tradition verbunden, aber nie Geschwafel oder weinerliches Gejammer. Mehr zu Voodoo Jürgens lest ihr in der Mai-Ausgabe des !ticket-Magazins!

Damit setzt sich Voodoo Jürgens gegen Dawa, Granada, James Hersey und Leyya durch. Tickets für Voodoo Jürgens gibt es hier, für sein Programm “Ja, eh!” mit Stefanie Sargnagel hier.

Der Amadeus Award “Electronic / Dance” geht an Mynth

Zur Musik von Mynth lässt sich zwar auch tanzen, aber bleiben wir bei Electronic. Besser: Elektro-Pop. Aber auch das ist nur ein kleines Wörtchen für viel größeres künstlerisches Tun, das in Wirklichkeit dahintersteht. Mynth, das sind Mario und Giovanna Fartacek. Geschwister. Zwillinge. Ihr Debütalbum „Plaat II“ bezieht sich von Titel und Cover her auf eine Tafel des Rorschach Tests. Gegengleich und doch unterschiedlich. Den Zwilling spiegelnd. Zum Teil mystisch wirkend. Melancholie spielt in der Musik der beiden Salzburger eine wesentliche Rolle und auf „atmosphärisch aufgeladene Songs“ wird immer wieder Bezug genommen, wenn von Mynth die Rede ist. Es ist dieser künstlerische Wandelgang zwischen Sounds, Stimme, Komposition und Text, der sich in unvergleichbarer Weise in seiner Einzigartigkeit darstellt.

Damit setzt sich Mynth gegen Elektro Guzzi, Ogris Debris, Parov Stelar und Waldeck durch.

Der Amadeus Award “Hard & Heavy” geht an Serenity

Es ist das Genre der gelebten Kontinuität und Serenity ist einer der stabilsten Anker der Szene. Ob Wacken, Castle Rock, Metal On The Hill oder Masters Of Rock, die Band ist bei all diesen Festivals gern gesehener Live-Act. Regelmäßige Rezensionen in den einschlägigen Bibeln ließen die Fan-Szene kontinuierlich wachsen. Melodischer Power-Metal, geschmiedet in Tirol. Mit „Codex Atlanticus“ legte das Quartett 2016 sein insgesamt fünftes Album vor. Mehr symphonische Elemente, die inhaltliche Beschäftigung mit Leonardo da Vinci, starke Vocal-Leistungen. In einem heftig umkämpften Markt, in dem zahlreiche Bands um die Aufmerksamkeit der Fans rittern, konnten sich Serenity mit ihrem letzten Album souverän behaupten.

Damit setzt sich Serenity gegen Alles mit Stil, Black Inhale, Harakiri For The Sky und Mayfair durch.

Der Amadeus Award “Hip Hop / Urban” geht an Nazar

Ein Nummer 1 Album. Der Name: „Irreversibel“. Dazu Nazar in einem Kurier-Interview im Mai 2016: „Er sollte interessant klingen, hat aber absolut keine Bedeutung. Du brauchst eben einen Namen, der angeblich das Album repräsentiert. Ich wusste, dass Leute etwas interpretieren werden. Und es passt ja auch, weil die Probleme, die ein Rapper erzeugt, nicht mehr umkehrbar sind“. Der Mann spricht was er denkt auch aus und wenn bei einer Award-Veranstaltung auch jenes Genre ausgezeichnet wird, wo Wort- und Text-Intensität den hauptsächlichen künstlerischen Inhalt darstellen, dann hat die freie und offene Rede eindeutig die besseren Karten. Wir ziehen ja auch nicht an kalten Tschik. Zumindest noch nicht.

Damit setzt sich Nazar gegen Crack Ignaz, Dame, Raf Camora und Texta durch.

Der Amadeus Award “Jazz / World / Blues” geht an Ernst Molden

Ganz Wien hat den Blues. Das hat uns schon Peter Cornelius in den frühen 80er Jahren erzählt und recht hat er. Blues in der Stimme, in der Seele, das muss nicht unbedingt etwas mit der Ösi-Variante des Baumwollpflückens, den Spargelstechern im Marchfeld und Kreuzschmerzen zu tun haben. Vielmehr ist es diese Stadt, wo sich Lieder im Rhythmus der vor sich hin fließenden Donau immer wieder neu erfinden. Das Leben besingen, so wie man es auf wienerisch spürt. Ernst Molden hat mit seinem Album „Schdrom“ der Donau eine einzigartige Liedersammlung gewidmet. Es kommen dabei „Liebende dieser Landschaft ebenso vor wie Figuren, die zu dieser Landschaft irgendwie verurteilt wurden. Da sind die Gespenster der römischen Legionäre, aber auch die Gelsenopfer von heute dabei“, so Molden.

Damit setzt sich Ernst Molden gegen Herbert Pixner Projekt, Karl Ratzer Trio, Norbert Schneider (Mehr zu Norbert in der Mai-Ausgabe von !ticket!) und Wolfgang Puschnig durch. Tickets für Ernst Molden gemeinsam mit Willi Resetarits, dem Nino aus Wien, dem Frauenorchester, gemeinsam mit Resetarits, Soyka und Wirth und gemeinsam mit Hans Theessink gibt es hier.

Der Amadeus Award “Pop /Rock” geht an Pizzera & Jaus

Pizzera & Jaus setzen eine österreichische Tradition auf ihre spezielle Weise fort. Vor allem in Wien war es immer schon so, dass die Grenze zwischen Kabarett, Pop-Musik oder der Liedermacherei stets verschwommen war. Nur im Dialekt ist der Text auch körperlich spürbar. Die Themen am Punkt gebracht und immer garniert mit Wortwitz und Reimkunst. „Merk da des – An Scheiß muasst du, es is dei Lebn! und wennst daunn auf die Pappn foist, waßt du du host ois gebn!“ Aus dem Lied „Eine ins Leben“ und so selbsterklärend wie selten etwas. Popmusik aus Österreich war immer dann am erfolgreichsten, wenn die eigenen Wurzeln gepflegt wurden. Dass sich Paul Pizzera und Otto Jaus den Amadeus abholen können, ist somit die Bestätigung des Erfolgsjahres 2016.

Damit setzen sich Pizzera & Jaus gegen Christina Stürmer, Julian le Play, Lemo und Thorsteinn Einarsson durch. Tickets für “Unerhört solide” gibt es hier, für Pizzeras “Sex, Drugs & Klei’n’Kunst” hier.

Der Amadeus Award “Schlager” geht an DJ Ötzi & Nik P.

Der Stern, der ihren Namen trägt, ist nach wie vor einer der absoluten Bestseller im österreichischen Musikgeschehen. Ein Gassenhauer, ohne den keine Fox-Disco, keine Silvesterparty und kein Volksfest auskommt. Der Stern hat dem Songschreiber Nik P. den verdienten, endgültigen Durchbruch beschert und DJ Ötzi einen weiteren Meilenstein seiner ohnehin an Erfolgen nicht armen Karriere. Der eine ein Songschreiber, der dem Schlager eine kräftige Portion Qualität einimpft, der andere, der noch viel mehr drauf hat als ein Schihüttenkönig, als der er oft bezeichnet wird. Jeder für sich und vor allem auch gemeinsam sind sie enorm erfolgreiche Exporteure österreichischen Musikschaffens.

Damit setzen sich DJ Ötzi & Nik P. gegen Die Seer, Hannah, Nik P. selbst und das Nockalm Quintett durch. Tickets für Nik P. gibt es hier, für DJ Ötzi hier.

Der Amadeus Award “Volksmusik” geht an Andreas Gabalier

Wer, wenn nicht Andreas Gabalier sollte diese Kategorie für sich entscheiden? Er selbst nennt sich ja Volks-Rock’n’Roller, aber diese Kategorie gibt es leider (noch) nicht. Im Grunde ist es auch nicht so wichtig, da oder dort nominiert zu sein. Sei’s drum und dem Andi wird es auch egal sein. Er hat keinen Grund, nicht zufrieden zu sein, denn 2016 war jenes Jahr, in dem der Grazer mit MTV Unplugged und dem Gig im Münchner Olympia-Stadion neue Dimensionen erreicht hat. Platinplatten ohne Ende, ausverkaufte Tour in Österreich und Deutschland, eine Romy für den „TV-Moment des Jahres” – Andreas Gabaliers Höhenflug nimmt kein Ende.

Damit setzt sich Andreas Gabalier gegen Die Edlseer, Die Jungen Zillertaler, Hansi Hinterseer und Marc Pircher durch. Tickets für Andreas Gabalier gibt es hier.

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