West Side Story: Der Broadway-Klassiker kehrt zurück

Seit der Uraufführung 1957 (die deutschsprachige Erstaufführung fand übrigens 1968 an der Volksoper in Wien statt) begeistert das Musical West Side Story des Komponisten Leonard Bernstein (Gesangstexte von Stephen Sondheim, Buch: Arthur Laurents) das Publikum weltweit und ist zu einem zeitlosen Klassiker geworden.

Eigentlich wollte Produzent Jerome Robbins gegen Ende der 1940er-Jahre in seiner Version des Shakespear‘schen Klassikers Romeo und Julia den Konflikt zwischen Juden und Katholiken in New York thematisieren – als Titel war East Side Story angedacht. In der langjährigen Arbeit am Stück, durch unterschiedliche Projekte der Beteiligten, kam es immer wieder zu Verschiebungen, auch die Finanzierung war nicht so einfach, denn wer will schon ein Unterhaltungsstück ohne Happy End sehen, so die Annahme potentieller Geldgeber – veränderte sich die Handlung: Nunmehr geht es um den Rassenkonflikt zwischen amerikanischen Jugendlichen und zugewanderten Puerto-Ricanern in den Slums von New York. Toni, ehemaliges Mitglied der Jets, der amerikanischen Gang, verliebt sich in Maria, Schwester von Bernardo, der Anführer der puerto-ricanischen Sharks ist. Die beiden hoffen auf eine gemeinsame Zukunft in einer Welt ohne Vorurteile und Rassismus. Ein Traum, der leider noch immer nicht überall in Erfüllung gegangen ist – so ist West Side Story zu einem zeitlosen Musical-Klassiker geworden.

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Bernstein kombinierte in seiner Komposition unterschiedliche Musikstile wie Jazz, Unterhaltungsmusik und einzelne opernhafte Momente – so entstand ein Gesamtwerk voll Rhythmus und tänzerischem Schwung, das für alle Darsteller eine große Herausforderung ist, denn sie müssen perfekt Singen, Tanzen und Schauspielen. Musikalisch wurden die beiden Gangs mit Leitmotiven versehen; Songs wie America, Tonight oder Somewhere zählen auch heute noch zu beliebten Klassikern und wurden unzählige Male aufgenommen.

Bei der Uraufführung waren Kritik und Publikum entsetzt, da es Jerome Robbins in der Inszenierung meisterhaft gelungen war, das New York der 50er-Jahre und die Probleme der Jugendlichen eindrucksvoll auf die Bühne zu bringen. Doch der Wirbel – vor allem um die Charakterisierung der Puerto-Ricaner – sollte sich rasch legen und über 50 Jahre nach der Uraufführung beweist die aktuelle, international tourende Produktion – basierend auf der Originalfassung –, dass es noch immer ein mitreißendes, aktuelles Werk ist, das zurecht Musicalgeschichte geschrieben hat.

 

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