Ein „Wiederseern“ mit Die Seer

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„Übern See“ hieß das erste Album, vom Grundlsee aus eroberten sie die Herzen der Menschen: Die Seer, seit 20 Jahren der Tradition und der Moderne verpflichtet. 2016 feiert die Band das Jubiläum auf ihre ganz eigene, besondere Art.

DIE SEER
Es ist ein besonderes Jahr und das Jubiläum wird entsprechend begangen: 20 Jahre auf der Bühne zu stehen, Kontinuität und Erfolg auf allen Ebenen, jede CD ein Bestseller und die Konzerte immer gut gefüllt. Legendär sind die Seer-Open- Airs auf der Zloam, der wildromantischen Naturarena über dem Grundlsee. Bis zu 25.000 Menschen pilgern an den Wochenenden im August den Berg hinauf, um die acht Seer und ihre Gäste zu erleben. Die Hits wie „Junischnee“, „Sche wars wennst do warst“ oder die Hymne der Band, „Wilds Wossa“, ließen Tausende mitsingen und bescherten unvergessliche Konzerterlebnisse.

2016 wird es wieder ein Open Air am Grundlsee geben. Reduziert auf 8.000 Tickets war die Show innerhalb von 48 Stunden ausverkauft. Aber es gibt keinen Grund, traurig zu sein: Es wird einen weiteren Auftritt der Kinder des Salzkammergutes in ihrer Heimat geben, in Ebensee am Traunsee sowie in anderen ganz speziellen Locations.

Die Tour wird durchs Land führen, an Plätzen gastieren, die mit der Geschichte der Band unmittelbar zu tun haben, wo seinerzeit vieles begonnen hat. Sie führt an Seen, zu Arenen, wo die Magie der Seer-Lieder ganz besonders zur Geltung kommt, in den Innenhof des Wiener Rathauses wie nach Finkenstein. „Die Seer – von damals bis heute“, wie Seer-Mastermind Fred Jaklitsch im !ticket-Interview verrät.

20 Jahre sind vergangen. Rückblickend gesehen: Wann habt ihr das erste Mal realisiert, dass sich rund um die Seer etwas ganz Besonderes entwickelt?

Irgendwie war uns bewusst, dass die Konstellation dieser Musiker, die sich da schicksalshaft zusammengefunden haben, schon etwas Besonderes ist. Anfänglich sehr regional begrenzt, haben wir gemerkt, wie sehr wir uns ergänzen und vor allem, dass die Freude am Musikmachen über die Jahre nicht weniger wird. Diese Energie, auch bei Zeltfesten, wo niemand auf uns gewartet hat, überzeugen zu wollen, nicht einfach „abzuliefern“, macht – glaube ich – auch heute noch einen Teil des Erfolgs aus. Zu Beginn war auch Mut der Verzweiflung dabei, zugegeben, aber bald auch der Gedanke, dass wir mit dieser Art von Musik sehr speziell sind. Heute empfinden wir es als Reise, teilweise mit völlig anderen Herausforderungen, aber mehr denn je als Weg, auf dem wir in Wechselwirkung mit dem Publikum eine intensiv schöne Zeit haben können.

War „Wilds Wasser“ der entscheidende Hit?

„Oft dauert es Jahre, bis es über Nacht passiert“ (O-Ton Tina Turner): Das trifft auch auf die Seer zu. Bei den Seern waren es darüber hinaus sogar mehrere Nächte. Es war schleichend und es war zuerst der Song, der sich in die Köpfe und, wichtiger noch, in die Herzen reingeschmuggelt hat, über Monate und Jahre. Das Schöne dabei: Dass es wirklich um das Lied ging und viele Menschen die Band erst später entdeckt haben.

Die Seer sind bekannt für ihre gekonnten musikalischen Wanderungen zwischen Tradition und Moderne. Wie schwierig war es, sich anfangs im eher traditionell orientierten, der „echten“ Volksmusik verbundenen Salzkammergut mit eurer Musik durchzusetzen?

Ich war damals im Ort sowieso so etwas wie ein schwarzes Schaf, schon aufgrund meiner popmusikalischen Vergangenheit als JOY-Sänger. Bei der Seer-Gründung kam dazu, dass sich mehrere schwarze Schafe zusammengerottet haben, damals hinter vorgehaltener Hand „Arbeitslosenmusik“ spielten. Also was hatte ich zu verlieren? Die echte Volksmusik hat uns nur peripher tangiert, das hat meines Wissens kaum aufgeregt. Man war einiges von mir gewohnt und das hat zu den kleineren Skandälchen gezählt. Für mich war entscheidend, das regionale Element zu betonen, da ist vorrangig die Mundart und fragmentarisch hie und da ein Jodler oder Gstanzl.

Was erwartet das Publikum auf der Tour? Eine Jubiläumsshow auch mit den Songs aus der ersten Stunde?

Es wird spannend, auch ältere Songs neu zu präsentieren, da hängen doch viele Emotionen dran. Es ist immerhin ein halbes Musikerleben im Schnelldurchlauf in zwei Konzertstunden, das es zu absolvieren gilt! Am Berührendsten wird aber sicher die Begegnung mit den Menschen, die uns diese 20 Bühnenjahre begleitet und ermöglicht haben.

 

SEER_20jahre_bestof_DPAC_3D-Packshot_sRGBSpätestens seit „Junischnee“ ist jedes Album der Seer ein Bestseller geworden: Gold, Platin, Doppelplatin. Im Jubiläumsjahr erscheint nun die ultimative Kopplung mit allen Hits aus den vergangenen 20 Jahren. 3 CDs plus DVD. Darunter finden sich fünf neue Titel sowie Neuaufnahmen früherer Songs. Es ist die erste Gesamtretrospektive der Seer, von damals bis heute.

Am 30. Juli findet am Grundlsee das große Seer-Open-Air statt. Quer durch Österreich, von Großarl über Graz bis hin nach Weitra, führt aktuell die große Jubiläumstour. Im Winter geht es dann auf „Stad“-Tour, u. a. nach Wels, Steyr, Eisenstadt, Dornbirn und Innsbruck. Tickets gibt es auf oeticket.com und unter 01/96096.

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