Wiener Festwochen: “Wiens fünfte Jahreszeit”

Eom “groß angelegtes Experiment, das utopische Gegenentwürfe produziert”, startet am 12. Mai in die nächste Runde: Die Wiener Festwochen laden mit einer Fülle von Koproduktionen, Uraufführungen und Klassikern in verschiedene Locations der Bundeshauptstadt.

Wiener Festwochen

Hamamness ist ein 140 Quadratmeter großer, aus drei Kuppeln bestehender Raum, in dem die jahrhundertealte Hamam-Kultur auf postkolonialen Diskurs trifft. (Foto: Anja Beutler)

In ihrer über 65-jährigen Geschichte haben die Wiener Festwochen immer wieder Akzente in den Bereichen Theater, Musiktheater, Bildende Kunst, Musik und Performance gesetzt. Auch heuer ruft das fünfwöchige Kunstfestival wieder den “künstlerischen Ausnahmezustand” aus und bietet internationalen und nationalen Künstler und Künstlerinnen eine Bühne – von Hoch- über Sub- und Gegenkultur.

Wettbewerb der Götter, westliche Denkgewohnheiten und utopische Clubnächte

Der neue Star der zeitgenössischen Kunstszene Tianzhuo Chen ruft mit Ishvara einen bildgewaltigen musiktheatralischen Wettbewerb der Götter aus. Les Robots ne connaissent pas le blues oder die Entführung aus dem Serail gewährt einen Blick auf großes Gefühl und Liebe aus afrikanischer wie europäischer Sicht und Jonathan Meese transformiert mit Bernhard Lang das Theater an der Wien zum grünen Hügel eines fernen Revolutionsjahres der Zukunft (Mondparsifal Alpha 1-8).

Ein Kernstück der diesjährigen Festwochen ist das Performeum, ein neues temporäres Museum für Performance im 10. Wiener Gemeindebezirk, wo es unter anderem ein aufblasbares Hamam (Hamamness) geben wird und diskriminierende Denkgewohnheiten der westlichen Kultur infrage gestellt werden.

Beim neuen viertägigen Musikfestival Hyperreality wird durch die Nacht getanzt, der Club soll als Utopieraum wahrgenommen werden. Mit Derrick Ryan Claude Mitchell und seiner Gruppe Saint Genet (Promised Ends) nimmt das Publikum an einer bildgewaltigen Performance der Grenzüberschreitungen teil, an deren Ausgangspunkt eine historische Tragödie in Amerika steht, die sich zur größeren Metapher eines sterbendes Königreichs wandelt. Romeo Castellucci fragt in Democracy in America, wie das Leben nach dem Ende der Politik sein könnte.

44 Produktionen aus 28 Ländern

Ingesamt bieten die Wiener Festwochen zwischen 12. Mai und 18. Juni ganze 44 Produktionen aus 28 Ländern – darunter fünf Uraufführungen. Intendant Tomas Zierhofer-Kien empfängt alle Kulturinteressierten mit offenen Armen:

Das Einzige, was wir nicht haben sind einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Wir setzen auf Diversität, lassen unsere Gastkurator*innen aus Accra, New York und Berlin aus ihrer Perspektive heraus unser Programm bereichern – all das, damit Sie zu Recht sagen können: die Wiener Festwochen sind Wiens fünfte Jahreszeit. Kultur überall! Von Hoch- über Sub- und Gegenkultur: wir legen Ihnen die Kunstwelt zu Füßen. Als Festival der ausgebreiteten Arme wollen wir Willkommenskultur neu definieren: Unsere Künstler*innen heißen Sie herzlichst willkommen. Jetzt müssen Sie nur noch kommen. Es wird sich lohnen!

Tickets für die Wiener Festwochen sind bei oeticket.com erhältlich.

 

Die Wiener Festwochen finden heuer von 12. Mai bis 18. Juni statt. Tickets sind bei oeticket.com erhältlich.

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!