„Willkommen beim Karneval der Wirklichkeit!“

Der Theaterkunst in ihrer ganzen Vielfalt haben sich Karin Bergmann und ihr Team in der Spielzeit 18/19 verschrieben. Starke 22 Premieren, sieben Ur- und Erstaufführungen sowie Projekte mit Harald Schmidt u.a. warten am Wiener Burgtheater auf das Publikum.

„Willkommen beim Karneval der Wirklichkeit!“ Das Zitat aus Miroslava Svolikovas „europa flieht nach europa“ steht über der nächsten und gleichzeitig letzten Spielzeit der Direktorin des Wiener Burgtheaters Karin Bergmann. Neben ihrer politischen Komponente ist die Textstelle ein wunderbares Theatermotto: das unterhaltsame Spiel mit Schein und Maske, dahinter jedoch der ungeschminkte Blick auf das Sein, auf die Wirklichkeit. Starke 22 Premieren, darunter sieben Ur- und Erstaufführungen, als auch Projekte mit Harald Schmidt, Michael Niavarani, Josef Haslinger und Joachim Meyerhoff umfasst der Spielplan 18/19.
Der Fokus liegt dabei auf Theaterkunst in ihrer gesamten Vielfalt: große Stoffe und Texte, mit verschiedenen Handschriften aus der Perspektive der Gegenwart erzählt.

Der September mit Nicholas Ofczarek

Kommt ein Pferd in die Bar nach dem Roman von David Grossman und als Koproduktion mit den Salzburger Festspielen eröffnet die Spielzeit im Akademietheater. Dušan David Pařízek bringt den komisch-schonungslosen Roman auf die Bühne. Im Burgtheater folgt wenig später Klaus Manns scharfe wie zeitlose literarische Analyse eines (un-) politischen Feiglings: Mephisto. Bastian Kraft inszeniert, Nicholas Ofczarek ist in der Hauptrolle zu erleben. Ende September hat die Inszenierung des aus Serbien stammenden Regisseurs Miloš Lolić Kampf des Negers und der Hunde von Bernhard-Marie Koltès im Akademietheater Premiere. Den Reigen schließt Michael Thalheimer mit Andrea Wenzl und Merlin Sandmeyer mit Horváths Totentanz Glaube Liebe Hoffnung.

Nikolaus Habjan erstmalig an der Burg

Was verraten Eugène Ionescos „Die Stühle“, Georg Büchners „Woyzeck“, Gerhart Hauptmanns „Die Ratten“, Werner Schwabs „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“ oder, auf humorvolle Weise, Alan Ayckbourns „Schöne Bescherungen“ über die heutige Gesellschaft? Wie entlarvend ist Sternheims grelle und temporeiche Farce „Der Kandidat“? Darauf geben RegisseurInnen wie Andrea Breth, Claus Peymann, Johan Simons, Georg Schmiedleitner, Barbara Frey, Christian Stückl und erstmals Puppenspieler Nikolaus Habjan mit ihren Auseinandersetzungen zu Klassikern der Moderne Antworten.

Im Vestibül wird „Beben“, das neue Stück von Maria Milisavljevic erstaufgeführt, Simon Stone bringt seine Bearbeitung von „Medea“ nach Euripides zur österreichischen Erstaufführung und im Akademietheater wird das erste deutschsprachige Stück des hochgelobten Schriftstellers Fiston Mwanza Mujila uraufgeführt: „Zu der Zeit der Königinmutter“. Herbert Fritsch lädt wenig später mit der Uraufführung seines Projekts „Das Zelt“ zu einer vorgezogenen Abschiedsfeier. Als letzte Premiere gibt es im Akademietheater im Mai die Uraufführung des „neuen René Pollesch“.

Harald Schmidt und Michael Niavarani

Dem nicht genug, werden Harald Schmidt und Michael Niavarani, zwei begnadete Fabulierer und singuläre Publikumsunterhalter, einander einige Male in der kommenden Spielzeit auf der Bühne des Burgtheaters begegnen. Geplant sind weiters Projekte von Josef Haslinger und Schauspieler wie Bestsellerautor Joachim Meyerhoff.

Karten für Produktionen im September sind ab sofort bei oeticket.com erhältlich!

Der Beitrag gefällt dir? Jetzt teilen!