Wrestling: Mehr als nur Show!

Auf der Playstation oder im TV – Wrestling ist für viele pure Unterhaltung. Wie viel Arbeit hinter dem Kampfsport steckt und wie aus einem „dürren Mandel“ ein schwergewichtiger Wrestler wurde, erzählt Profi Michael Kovac im Gespräch mit TICKET.

Wrestler oder doch ein Vaserl? Zumindest für Michael Kovac, Wrestler und Betreiber einer Wiener Wrestlingschule, ist das die Frage aller Fragen. Er bezeichnet sich selbst als einen der letzen Profi-Wrestler Österreichs und erkennt schon beim Probetraining, ob ein Schüler das Zeug dazu hat, im „Ring zu überleben“: Ehrgeiz, Sportlichkeit und Disziplin sind dabei die Grundvoraussetzungen. „Die Jugendlichen trainieren via Playstation und stellen sich Wrestling leichter vor als es ist“, meint der Ring-Meister und schmunzelt „Nach einer halben Stunde können die nicht mehr aufstehen. Und dann kotzen sie wieder.“ Letzteres sei jedoch ganz einfach zu vermeiden. Durch geringe Nahrungsaufnahme vor dem Training.

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Einer der wenigen Österreicher, der vom Wrestling leben kann: Profi und Betreiber einer Wiener Wrestling-Schule Michael Kovac.

Kein Vaserl. Das war Kovac’s erster Schüler: der heutige Weltmeister Chris „Bambikiller“ Raaber. Mit einem kleine Rehe zermalmenden Ungetüm hatte der Steirer bei der ersten Begegnung mit Kovac noch wenig zu tun. Der Lehrer erinnert sich: „Er war 15, ein dürres Mandel, hübsch, aber keine Mukis. Aber er hat mich jedes Mal mit Fragen gelöchert.“ Talent hatte er außerdem: „Er hatte ein gutes Körpergefühl und den richtigen Ehrgeiz.“ Mit 16 hatte Chris dann auch die richtige Körperfülle und seine ersten Kämpfe.

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Meister Michael Kovac (links) und sein Schüler und heutiger Wrestling-Weltmeister Chris “Bambikiller” Raaber (rechts).

Zur Zeit hat Kovac 10 Schüler aka „Figuren“ in seiner Schule in Wien. Früher, als es noch mehr Live-Wrestling-Shows gab, war das anders. Nun müsse man schauen, die Menschen für den aktiven Sport zu begeistern. Von Wrestling leben, ist in Österreich außerdem ein Wunschtraum: „Für die Jugendlichen heute ist Wrestling nur ein Hobby. Viele sehen die Arbeit dahinter nicht. Die meisten lassen sich davon nur unterhalten“, sagt Kovac. Chris sei der letzte der den Sprung geschafft hat. Als nächstes springt Bambikiller für Österreich in den Ring gegen Japan. Für Profi Kovac ein besonders exquisiter Kampf: „Die Japaner sind nach der USA im Wrestling die Zweitgrößten. Das ist nicht so ein Herumgeeiere und „TriTraTrallala“-Kampf wie in Amerika, wo Unterhaltung im Vordergrund steht. Vom Kampfstil her passen die Japaner gut zu den Österreichern.“ Denn da gehe es nicht nur um Show, sondern um Kampfgeist.

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