Zurück an der Front

Musikalische Zeitreise: 25 Jahre nach dem Erscheinen des bahnbrechenden Albums „So“ kehrte Sound-Künstler Peter Gabriel mit „Back To Front“ wieder in die 80er-Jahre zurück.

 
 

„Ich habe mir damals den Arsch aufgerissen, zu viel gearbeitet, und das tat meinem Familienleben nicht gut“, erinnert sich Pop-Vordenker und Superstar Peter Gabriel an die Entstehungszeit seines legendären Albums „So“. „Ich habe an diese Zeit viele schöne Erinnerungen, aber auch an die Probleme, wenn die Kids im Studio waren.“ Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, doch die Ereignisse des Jahres 1985 sind Gabriel noch in lebendiger Erinnerung. Niemand konnte damals ahnen, was in dem alten Farmhouse Ashcombe nahe der Stadt Bath in zwölf Monaten Gestalt annehmen sollte: Neun bahnbrechende Songs, einige davon wurden später internationale Top-Hits, neuartige Sounds und vor allem das Video zum Mega-Kracher „Sledgehammer“, das die Pop-Welt nachhaltig veränderte: „Es ist nach wie vor der meist gespielte Clip aller Zeiten auf MTV, doch es war ein hartes Stück Arbeit, unsere Ideen umzusetzen.“
 
 
Auferstehung der 80er
25 Jahre später kehrte Peter Gabriel zu seinem Meisterwerk zurück. „Back To Front“ nannte der heute 64-Jährige eine Zeitreise, bei der er die 80er wiederauferstehen lässt. Vor zwei Jahren scharte er die Originalmusiker von „So“ um sich, ging auf Tournee und brachte den gesamten Longplayer erneut auf die Rock-Bühnen. Mit „Back To Front“ entstand ein exzellentes Live-Album samt DVD, das den Fans das Jahr 2013 verkürzte: Denn Peter Gabriel wollte nicht erneut den Fehler machen und seine Familie für die Karriere vernachlässigen, und schob kurzerhand ein Jahr Pause ein, nur, um 2014 den Triumphzug fortzusetzen. Freilich geht es der britische Star mit der gemütlichen Figur im fortgeschrittenen Alter langsamer an. Mit dem Privat-Jet reist Gabriel erst kurz vor jeder Show an, um meist nach Konzertende sofort wieder nach Hause zu fliegen. Was die Pop-Ikone bei den Konzerten auf die Bühne bringt, rechtfertigt den Wunsch, die Nacht nach einer überlangen Performance wieder im eigenen Bett zu verbringen.
 
 
In die kreativen Karten schauen
Bei dem Acoustic-Set am Beginn ist mit „Shock The Monkey“ der erste von zahlreichen Hits eingebettet. Klassische Tracks wie „Games Without Frontiers“ und „Solsbury Hill“ leiten die komplette Aufführung von „So“ ein, das einige der größten Hits der 80er-Jahre wieder auferstehen lässt: „Red Rain“, das unvergessliche „Sledgehammer“ und natürlich „Don’t Give Up“, im Original ein Duett mit Kate Bush. Vor Konzertende gibt’s weitere Titel aus dem riesigen OEuvre Gabriels, doch kaum ein Song kann die letzte Zugabe übertreffen, die Anti-Apartheid-Hymne „Biko“.
Außergewöhnlich ist, dass sich Herr Gabriel bei der Jubiläumsausgabe des „So“-Longplayers in seine kreativen Karten blicken lässt. Interessierte Hardcore-Fans können auf den Bonus-CDs die Entstehung der einzelnen Tracks nachvollziehen, bestaunen, wie aus einem Sample oder einem Hook ein Welthit entsteht. Und weil es so schön ist, gibt’s im November noch einmal zwei Gelegenheiten, „Back To Front“ in Österreich live zu erleben …

 
 
PeterGabrielSo„So“ war das fünfte Solo-Album des britischen Stars nach seinem Abschied als Frontmann bei Genesis. Peter Gabriel nahm es zwischen Februar 1985 und 1986 im ländlichen Ashcome auf. Von den neun Songs des Albums wurden drei zu internationalen Top-Hits: „Sledgehammer“, „Big Time“ und „Don’t Give Up“. Das renommierte Rolling Stone Magazine listet den Longplayer als Nr. 14 der 100 wichtigsten Alben der 80er-Jahre, mitproduziert wurde es von Daniel Lanois, der auch schon für U2 am Mischpult saß. Gabriel konnte damit nicht nur zwei Brit Awards für sich gewinnen, sondern wurde auch für drei Grammys nominiert.

 

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