2G beim Nova Rock Encore, Appell an Politik

Nova Rock Encore

Das Nova Rock Encore wird die gesetzlichen Vorgaben übertreffen: Live-Entertainment soll sich als wesentliches Instrument, Infektionsgeschehen zu kontrollieren, etablieren.

Hutter – Weltler – Tatar – Klingler – Schneeberger

„Die Absage des FM4 Frequency Festivals war ein großer Fehler. Versprechen von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein an die Jugend wurden nicht eingehalten. Das wirkt sich keinesfalls positiv auf die Impfbereitschaft aus“, leitet Ewald Tatar, CEO der Barracuda Holding und Präsident der Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV), das Mediengespräch am Mittwochvormittag im Globe Wien ein.

Am 11. September veranstaltet er mit dem Nova Rock Encore ein wissenschaftlich begleitetes Vorzeige-Festival, mit dem er auch die Politik zu klaren Ansagen ermutigen möchte. Mit Beratung von Public-Health-Experten Hans-Peter Hutter wurde ein Präventionskonzept entwickelt, das die gesetzlichen Vorgaben deutlich übertrifft. Für Festivalbesucher gilt die 2G-Regel, die bereits aus der Nachtgastronomie bekannt ist. Dort hat sie laut Aussage von Gesundheitsminister Mückstein im Ö1-Morgenjournal am Dienstag, den 10. August, zu einer deutlichen Eindämmung des Infektionsgeschehens geführt. Demnach ist der Besuch des Festivals ausschließlich für geimpfte Personen erlaubt und für getestete Personen, die einen gültigen PCR-Test vorweisen müssen.

Mit diesen strengen und wissenschaftlich fundierten Richtlinien werden wir spielen. Das Nova Rock Encore wird zeigen, wie Live-Entertainment stattfinden kann, damit jetzt endlich wie versprochen die Jungen an die Reihe kommen.

Ewald Tatar

„Das wissenschaftlich ausgereifte Präventionskonzept von Nova Rock Encore ist überzeugend. Diese Veranstaltung könnte motivierend für die jungen Menschen der ganzen Region sein, sich impfen zu lassen”, sagt Klaus Schneeberger, Bürgermeister der Stadt Wiener Neustadt. Er ist überzeugt: „Kulturelles Live-Entertainment ist nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern Teil der Jugendkultur, die sich jetzt wieder im kontrollierten Freiraum entfalten muss.“

Live-Entertainment ist der Hebel in der Impfstrategie

Aktuell sind in Österreich erst 50 Prozent der impfbaren Bevölkerung voll immunisiert. Obwohl ausreichend Impfstoff vorhanden ist, lässt der Zustrom auf die Impfstellen seit Sommerbeginn nach. Mit 40 Prozent ist die Zahl der Impfskeptiker laut einer Umfrage des Integral-Instituts unter Jüngeren besonders hoch.

Rund 2,5 Millionen überwiegend junge Menschen unter 35 Jahren besuchen hierzulande jährlich Konzerte und Festivals. Rund 50 Prozent der für Festivals bei oeticket verkauften Karten entfallen auf die Altersgruppe der 19- bis 25-Jährigen. In etwa vier Millionen Tickets für unterschiedliche Veranstaltungen werden allein von der österreichischen CTS-Eventim-Tochter pro Jahr an junge Menschen verkauft.

Veranstaltungen wie Festivals und Konzerte wirken sich positiv auf die Impfbereitschaft der jungen Bevölkerung aus. In einer eigenen Umfrage gaben 70 Prozent der potenziellen Besucher an, sich für das FM4 Frequency Festival impfen lassen zu wollen oder bereits geimpft zu sein. Bereits im Dezember 2020 gaben knapp 70 Prozent der Befragten in einer von Ipsos im Auftrag von oeticket durchgeführten Studie an, sich für den Besuch von Live-Veranstaltungen impfen lassen zu wollen. Gleichzeitig äußerten 85 Prozent, sich durch die Absage oder Verschiebung von Veranstaltungen in ihrem persönlichen Freizeitverhalten eingeschränkt zu fühlen.

Die Veranstaltungswirtschaft erweist sich als wirkungsvolles Instrument in der nationalen Impfstrategie, um junge Menschen zur Covid-19-Immunisierung zu bewegen. Veranstaltungsabsagen wirken hingegen demotivierend.

Gleiches Maß für alle Veranstaltungen gefordert

Während teils mehrtägige Veranstaltungen wie die Formel 1 mit über 130.000 Besuchern, Fußballspiele mit über 30.000 Besuchern oder der MotoGP mit sogar unbeschränkter Besucheranzahl nur mit Einhaltung der 3G-Regel stattfinden können, schweben die Konzert- und Festivalveranstalter weiter im Ungewissen. So musste das FM4 Frequency Festival trotz Einhaltung aller von der Bundesregierung erlassenen Vorgaben auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft abgesagt werden. Aber zahlreiche andere Veranstaltungen mit vergleichsweise geringen Präventionsmaßnahmen dürfen dennoch stattfinden, beflügeln das Infektionsgeschehen und schaden somit der gesamten Veranstaltungsbranche.

Als positives Beispiel lässt sich das mehrtägige Szene Openair Festival in Vorarlberg, das erst vor wenigen Tagen mit über 7.000 Besuchern pro Tag sicher über die Bühne ging, hervorheben, obwohl dort nur die gesetzlich vorgesehene 3G-Regel galt. Bisher sind lediglich zwei Infektionsfälle bekannt, bei denen noch unklar ist, ob die Ansteckung am Festival stattfand. Experten schreiben der hohen Durchimpfungsrate eine wichtige Rolle zu. In Vorarlberg sind bereits über 50 Prozent der 15- bis 24-Jährigen mindestens einmal geimpft. Der Österreich-Schnitt liegt laut Impf-Dashboard des Gesundheitsministeriums in dieser Altersgruppe lediglich bei 52,32 Prozent (Frauen) beziehungsweise 51,17 Prozent (Männer).

Die Veranstaltungswirtschaft braucht klare und vor allem verbindliche Regeln. Wenn, zum Beispiel, die 2G-Regel (geimpft oder getestet) die Vorgabe der Regierung ist, dann können die Veranstalterinnen und Veranstalter damit professionell umgehen und dementsprechend planen. Alles andere ist glatter Blindflug. Die Absage des FM4 Frequency Festivals war vergleichbar mit einem fast fertig gebauten Haus, das kurz vor dem Einzug einfach abgerissen werden muss. Wir appellieren daher dringend an die Bundesregierung, einen verlässlichen Rahmen zu schaffen. Nur so können Live-Veranstaltungen geplant werden und dabei auch einen positiven Effekt auf die Durchimpfungsrate der jungen Bevölkerung leisten. Sichere Events für die Jugend sind ein wesentlicher Teil der Lösung und nicht des Problems.

Christoph Klingler, CEO CTS Eventim Austria

Initialzündung für neues Verständnis der Jugendkultur

„Durchdachte, strenge aber gleichzeitig umsetzbare Maßnahmenkonzepte sind das Mittel der Wahl, Veranstaltungen unter sehr vorsichtigen Bedingungen durchzuführen“, betont Public-Health-Experte Hans-Peter Hutter.

Nicht zuletzt kann so ein Abgleiten der Jugendlichen in unkontrollierbare Settings eingedämmt werden. Zudem spricht sich Hutter klar gegen kostenpflichtige Tests und eine generelle Impfpflicht aus. Letztere würde eine ablehnende Haltung unter jungen Menschen weiter verstärken. Die freiwillige Umsetzung der 2G-Regel beim Nova Rock Encore sieht der Public-Health-Experte als „Initialzündung für ein neues Verständnis der Jugendkultur, damit Jugendkultur auch in Zeiten einer Pandemie gelebt werden kann.“

Simulationsforscher Niki Popper erkennt auf Basis seiner Modellrechnungen in Großveranstaltungen eine Chance, um positive Akzente zu setzen. Durch mehr Tests, wie im geplanten Sicherheitskonzept für Nova Rock Encore vorgesehen, werden auch mehr positive Fälle gefunden. Bei den detektierten Fällen würden potenziell durch die Teststrategie vergleichbar viele Fälle aus den Ausbreitungsnetzwerken geholt, als dazu kommen. PCR-Eintrittstests haben den positiven Nebeneffekt, dass Infizierte, die sonst womöglich unentdeckt geblieben wären, aus dem System geholt werden können.

Die Regel, mit Impfung nicht getestet werden zu müssen, stellt für die Besucherinnen und Besucher ein Incentive dar, Impftermine in Anspruch zu nehmen. Das ist insofern ein positiver Aspekt, da speziell für den Herbst eine möglichst hohe Durchimpfungsrate bei jungen Menschen erreicht werden muss, um einen Anstieg der Fallzahlen zu verhindern. Ideal wäre, aktiv im Vorfeld weiterer Events für eine Impfung zu werben, um so schwierig zu erreichende Zielgruppen zu motivieren, sich impfen zu lassen.

Niki Popper

„Die Veranstaltungswirtschaft ist das Sprachrohr der Jugend, die von der Politik überhört wird. Jetzt müssen die von der Politik abgegebenen Versprechen eingelöst werden, damit die Durchimpfungsrate bis zum Herbst signifikant steigt“, bekräftigt Herbert Weltler, medizinischer Berater des burgenländischen Impfkoordinators. Er ergänzt: „Um diese wertvolle Chance der Impfmotivation zu nutzen, braucht es den Überbau der Politik, damit Live-Veranstaltungen als Anreiz stattfinden können.“

Nova Rock Encore

Erstmals findet das Nova Rock Encore Festival für einen Tag in einem der funktionellsten Fußballstadien in Wiener Neustadt statt. Die Besucher erwartet eine bunte Mischung aus bekannten Nova-Rock-Größen und internationalen Mega-Rock-Acts. Seiler & Speer, Parov Stelar und Bullet For My Valentine füllen Open-Air-Veranstaltungen und Konzerthallen im In- und Ausland. Måneskin sind als amtierende Eurovision-Song-Contest-Gewinner aktuell sogar mit drei ihrer Hits in den österreichischen Charts auf den vordersten Plätzen anzutreffen – das Interview mit den drei Jungs und dem Mädl lest ihr in der September-Ausgabe des !ticket Magazins!

Für die Zuschauer gilt am Festival selbstverständlich „Safety First“: Mit einem umfassenden, vor allem zusätzlich über die Vorschriften hinaus, verschärften Sicherheitskonzept – somit ist der Eintritt nur nach der 2G-Regel (geimpft oder PCR-getestet) möglich.

Bürgermeister Klaus Schneeberger (Stadt Wiener Neustadt) abschließend: „Mit diesem Konzert-Highlight runden wir den Wiener Neustädter Neustart nach der Covid-19-Pandemie perfekt ab. Ich bedanke mich bei Ewald Tatar und seinem Team für die exzellente Vorbereitung dieses Events und dass er mit dieser Veranstaltung in der Wiener Neustädter Arena gastieren wird. Er ist am Veranstaltungssektor nicht umsonst die unumstrittene Nummer eins.“