Alles geht bei Mighty Oaks

Mighty Oaks

Im Februar erscheint das neue Album von Mighty Oaks, „All Things Go“. Selbiges wird in der Arena sowie im Sommer im Vorprogramm von The Lumineers auf Burg Clam live vorgestellt.

Foto: Bella Lieberberg

Ian, Claudio und Craig: Ein Ami, ein Italiener und ein Brite, die sich in Hamburg trafen, um die große Karriere zu starten. Die Übung gelang, denn Mighty Oaks schafften es mit ihrem Album-Debüt 2014 direkt in die deutschen Top-10. Der Deal mit einem internationalen Major-Label brachte aber Schattenseiten mit sich: Deshalb stehen die drei „mächtigen Eichen“ nun wieder auf eigenen Beinen. Mit „All Things Go“ erscheint im Februar ein neues Album mit einigen potentiellen Hits, bevor es auf Tournee geht. Im Sommer teilen sich Mighty Oaks, wie schon 2019, die Bühne mit The Lumineers. Das !ticket-Interview fand übrigens, ganz nach dem multinationalem Background der Band, auf Deutsch und in Wien statt.

Die aktuelle Single und das Album sind „All Things Go“ betitelt. Was war das Wichtigste, was ihr je loslassen musstet?

Ian Hooper: Auf jeden Fall meine Mutter.

Craig Saunders: Für mich mein Vater.

Ian, deine privaten Schicksalsschläge ziehen sich durch die Texte des gesamten Albums. Andererseits kommen die Songs mit traurigem Inhalt sehr unbeschwert daher. Wie passt das zusammen?

Ian Hooper: Es ist immer die Herausforderung, schwierige Themen wie Tod und Familie zu verarbeiten.

Craig Saunders: Ian hat uns den Song zuerst am Klavier vorgespielt, da war er schwer und ganz langsam. Das war eine ganz andere Stimmung. Mir gingen die Akkorde des Refrains nicht aus dem Kopf, aber ich hörte sie auf der Gitarre gespielt. Das fanden die anderen beiden auch gut.

Ian Hooper: Es ist auch schön, wenn etwas nicht so offensichtlich schwer und traurig ist. Es ist ein schwieriges Lied, es ist ein schweres Thema, aber trotzdem klingt der Song leicht. Das war auch der Sinn dahinter. Etwas wie Tod ist unvermeidbar, man muss sich deshalb aber nicht runterziehen lassen. Man muss das akzeptieren und weiterkommen. Darum geht es in dem Lied, das alles irgendwann vergeht.

Claudio Donzelli: Man soll das Jetzt und den Moment genießen statt zu denken, dass es irgendwann mal vorbei ist.

Zieht sich das Thema Tod schon länger durch eure Musik?

Ian Hooper: Das war eigentlich immer Thema, denn ich hab‘ mich ja erst durch den Tod meiner Mutter dazu entschieden, Musik zu machen. Wenn man früh stirbt, soll man jeden Tag genossen haben, denn man weiß ja nie, wann es vorbei ist. Mein Verständnis von Tod und meine Beziehung dazu hat sich verändert. Am Anfang war das Thema Tod für mich traurig und schwer. Heute sehe ich ihn als etwas Unvermeidbares, das man akzeptieren muss.

Hat sich durch die Beschäftigung mit der Endlichkeit auch euer Alltag verändert?

Ian Hooper: Also ich erlaube mir schon ab und zu das Leben zu genießen. Ich plane aber nicht, dass ich morgen sterbe. Ich plane schon in die Zukunft. Ich habe ja auch zwei Kinder, ich muss etwas zukunftsorientierter sein. Wäre ich komplett auf mich alleine gestellt …

Craig Saunders: … dann hättest du einen Ferrari.

Ian Hooper: Auf Leasing höchstens!

Wir sprachen bereits vor drei Jahren darüber, dass die meisten Song-Ideen, Themen und Texte von Ian stammen. Dürfen die anderen noch immer nichts schreiben?

Ian Hooper: Ich sitze zu Hause und schreibe meine Texte, habe meine Ideen. Nee, das hat sich nicht geändert. Das hat aber nichts mit nicht dürfen zu tun.

Craig Saunders: Es geht nicht ums Dürfen, aber als Sänger hat man eine andere Beziehung zu den Texten.

Ian Hooper: Es ist die Art, wie unsere Lieder eben klingen, wie sie aufgebaut sind, welche Emotionen drinnen sind. Das ist Teil der Geschichten, die ich erzähle.

Ihr habt euch beschwert, dass eure Plattenfirma immer Hit-Singles verlangt. Habt ihr jetzt gelernt, wie man Singles schreibt?

Ian Hooper: Beim letzten Mal haben wir zu hart versucht, eine Single zu schreiben. Das war der Wunsch von unserem alten Label. Wir haben uns von ihnen befreien können und uns wieder als frische Band aufgestellt. Als neue Band, an die niemand außer wir selbst Erwartungen stellen. Wir haben uns freigespielt. Wir haben nicht zu hart probiert und wir hatten einen Produzenten der es versteht, wie man Singles schreibt. Er weiß, wie er unsere Lieder besser macht und uns weiterbringt. Sei es, dass es nur der Beat ist oder das Arrangement. Die Platte ist sehr catchy und sehr poppig.

Jetzt wird also mit weniger Kopf Musik gemacht?

Craig Saunders: Wenn man einmal weiß wie das Geschäft läuft, bekommt man das nicht mehr aus dem Kopf.

Ian Hooper: Unser altes Label wollte, dass wir nach dem Muster unseres Hits „Brother“ weitere Songs schreiben, uns also selbst kopieren. Das ist aber blöd, das kannst du nicht machen. Aber das Leben bleibt generell nie stehen, du bewegst dich, hoffentlich immer vorwärts. Auf dieser Platte erlauben wir uns mehr poppigere Lieder und das funktioniert auch besser. Es ist frischer.

Der Titel „I Need You Now“ startet schon mit einer Hook-Line, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. So schreibt man Hits?

Ian Hooper: (pfeift die Melodie) Ja, schon! Wenn man beginnt, einen Song zu schreiben, möchte man bereits immer eine Hook oder eine Melodie haben, die ins Ohr geht. Das ist aber leichter gesagt als getan. Das Lied hat sich ebenfalls komplett verändert, es war am Anfang auch eine Ballade. Durch einen Jam haben wir das komplett auf den Kopf gestellt.

Also du kommst mit Song-Ideen an und die anderen meinen: Nicht schon wieder so traurig?

Ian Hooper: Nein, Claudio hat es von Anfang an geliebt und wir haben das Lied auch während unserer gesamten Akustik-Tournee gespielt, als Ballade. Das funktioniert in so einem Rahmen supergut. Als es daran ging den Song aufzunehmen dachte ich, der ist irgendwie zu langweilig. Es war schwierig, uns von diesen abgespeckten Versionen, nur am Klavier, zu trennen. Sobald ich den Beat hörte wusste ich, das ist richtig. Genauso muss dieses Lied sein.

Das Album war bereits Anfang Dezember fertig, veröffentlich wird es aber erst im Februar. Wolltet ihr ein Match mit den X-Mas-Alben und Compilations vermeiden?

Ian Hooper: Vor Weihnachten kannst du eigentlich nichts veröffentlichen, da kommen die „Best Of …“ und „Greatest Hits“. Ende des Jahres macht man keine neue Veröffentlichung, wenn man keine riesengroße Band ist.

Im kommenden Jahr gibt es im Sommer, wie schon heuer, Konzerte mit The Lumineers. Kommt das daher, dass eure Sounds jetzt gut zusammenpassen?

Ian Hooper: Wir kannten sie zuvor nicht, sind aber schnell supergute Freunde geworden. Wir haben uns sehr gut ergänzt und jeden Abend die Bühne miteinander geteilt. Sie haben sogar mit uns, in unserem Support-Set, mitgespielt. Sie haben uns auch jeden Abend eingeladen, mit ihnen das letzte Lied des Konzerts zu spielen, den Talking Heads-Song „Naive Melody“. Solchen Respekt hätten wir uns nicht erwartet, denn als Vorband bist du normalerweise der letzte Dreck auf Tour. War aber cool, echt cool.

Davor kommt ihr im Februar zu eurer Wien-Show in der Arena als Headliner. Was fühlt sich besser an?

Ian Hooper: Hundertprozentig unsere eigene Show! Da haben wir unsere eigenen Ton- und Lichttechniker, es ist unser Publikum. Sie wollen dich und deine Lieder hören, es gibt tolles Feedback. Das hatten wir mit den Lumineers aber auch. Es ist schon hammergeil, wenn du in Lissabon das erste Mal vor dreitausend Leuten spielst. Es ist aber genauso geil, wenn es 600 bei deiner eigenen Show sind.

Sowohl Tickets für die Mighty Oaks-Headliner-Show in der Arena (18. Februar), als auch für ihr Konzert mit The Lumineers auf Burg Clam (15. Juli) gibt es bei oeticket.com!

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