Arik Brauer erhält Großes Goldenes Ehrenzeichen

Bundeskanzler Sebastian Kurz verlieh dem österreichischen Künstler im Vorfeld des Antisemitismus- und Antizionismus-Kongress das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich.

„Ich möchte mich beim Geehrten vor allem für die Weitergabe seiner Erfahrungen aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Holocaust – auch an die jüngere Generation – bedanken. Das ist ein wichtiger Beitrag dazu, dass die NS-Gräueltaten nicht vergessen werden“, betonte Kurz am Dienstag beim Festakt im Naturhistorischen Museum. In seiner Dankesrede erinnerte Arik Brauer an die Gefahren des importierten Antisemitismus und unterstrich, dass Israel Europa brauche und ebenso umgekehrt.

Universalkünstler

Arik Brauer wurde 1929 als Sohn eines jüdischen Schuhmachers in Wien geboren. Den Holocaust überlebte der 89-Jährige – anders als sein Vater, der in einem Konzentrationslager ums Leben kam, in einem Versteck. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Brauer an der Akademie der Bildenden Künste Wien. In dieser Zeit gründete er gemeinsam mit Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden die „Wiener Schule des Phantastischen Realismus“, zu dessen Hauptvertretern er gehört. In den 1970er Jahren erlangte der K‌ünstler besonders durch seine Musik Beachtung. Mit Liedern im Wiener Dialekt, wie „Sie hab’n a Haus baut“ und „Sein Köpferl im Sand“ zählt er zu einem der Väter des Austropop. Bis heute tritt Brauer mit seinen Töchtern und Elias Meiri als „Die Brauers“ auf. Er wurde als Professor an die Akademie der Bildenden Künste berufen (bis 1997), bekam den Auftrag der Botschaft Österreich in Berlin zur Gestaltung des österreichischen United Buddy Bears und erhielt 2011 das Goldene Ehrenzeichen für die Verdienste um das Land Wien.

Das Rabenhof Theater würdigt Arik Brauer anlässlich seinen 90. Geburtstags mit dem Programm Die wunderbar realistische Welt des fantastischen Herrn Brauer.