Baits: ein Debüt zwischen Rotz und Leichtfüßigkeit

Baits

Die Wiener Beachgrunger Baits mischen seit letztem Jahr die Szene mit spannenden Singles auf: Nun folgt mit „Never Enough“ endlich das Debüt.

Baits sind – neben etwa Pure Chlorine – eine der heimischen Bands, die das vergangene Jahr Corona zum Trotz nicht vollends oasch geraten haben lassen: Schön über das Jahr verteilt gab es da von „Coming After Me“ über „Amy“, „Shed Your Skin“ und „What’s On Your Mind“ bis hin zu – ganz aktuell – „Liberate You“ fünf Singles als Vorboten ihres Debütalbums „Never Enough“, das nun diese Woche Freitag beim heimischen Label Numavi Records erscheint.

Ihr Geschick ist es, dass sie musikalisch zwischen der Katharsis des ur-wienerischen Grants und einer fast schon kalifornischen Leichtfüßigkeit pendeln und so gleich auf zwei Ebenen Trübsal und Frust den Garaus machen. Dazu kommt eine – Neudeutsch – appearance, die mit ihrer Verquertheit erheitert: Seien es zahlreiche Memes, die ihre Social-Media-Auftritte zieren, seien es fetzige T-Shirts oder natürlich die kreativ umgesetzten Videos selbst. Und letztlich ist da auch noch der wichtigste Faktor: Egal, ob den einzelnen Stücken eine gewisse (dabei aber kitschbefreite) Lieblichkeit anheim ist, oder der Rotz in potenten Glocken trieft wie sonst nur bei einer schweren Erkältung – sie alle verströmen eine energetische Potenz, die man sich ansonst nur mit massig Stimulanzen ins Gehirn pfeffern kann. Wie auch Pure Chlorine gelingt Baits mit ihrer Musik so eine Seelendialyse, die nicht genug beklatscht werden kann – insbesondere, wenn man das Quartett bei einem ihrer schweißtreibenden Liveauftritte endlich wieder hautnah dermaßen durch die Botanik pflügen sieht, dass hierauf kein Gänseblümchen mehr steht.

Wir haben uns mit Sonja (v/g) und Fazo (dr) über das thematisch breite Spektrum zwischen Vibe und Vulva unterhalten.

Vor Jahren hatte ich einmal Martin von den Tiger Lillies als Gesprächspartner, der mir erzählte, er mache sich immer einen Spaß daraus, wenn er nach der Genre-Schubladisierung gefragt wurde: Von „Death Oompah“ bis „Satanic Folk“ war da alles dabei. In welche Schublade stecken wir Baits?

Sonja: Wir halten das ähnlich und haben die Genres „beach grunge“ und „fuzz pop“ für uns auserkoren, wobei Fuzzpop ja eh in den 90er schon kursiert ist. Da wir unsere Musik als eher pop-orientiert bei größtmöglichem Rotzanteil ansiedeln, findet man uns irgendwo zwischen diesen beiden Schubladen steckend.

Eurer Eigendefinition folgend greift ihr den Sound der 90er auf und vermengt ihn mit einem 60ies-Vibe. Welchen USP haben jene beiden Jahrzehnte, worauf fußt er?

Fazo: Ich denke der 60s Einfluss ist zum Beispiel an der Unbeschwertheit der Basslines festzumachen. Viel klarer hingegen ist der Bezug zu den 90ern: Gerade der Grungeboom und der Erfolg von rotziger Gitarrenmusik im Mainstream dienen uns sicher öfters als Vorlage und Inspiration. Auch die „Rockband“ als solche hatte wohl in dieser Zeit einen sehr hohen Stellenwert, den ich zum Beispiel heute nicht so sehr sehe.

Letztes Jahr gab es einige Singles, nun folgt nach zwei Jahren Arbeit euer Debüt „Never Enough“. Sind in einem Zeitalter, wo Spotify und kurze Aufmerksamkeitsspannen „den Ton angeben“ Alben überhaupt noch zeitgemäß?

Fazo: Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort: Ich denke, ein gutes Album wird auch in 2021 geschätzt und gekauft. Es erscheint mir aber auch oft so, als ob man als KünstlerIn oder Band halt noch angewiesen darauf ist ein Album zu veröffentlichen, um sich in einen gewissen Promozug setzen zu können, der nur dann abfährt, wenn man durch ein Album glaubhaft machen kann, dass man es eh ernst meint. Ich für meinen Teil finde Alben nett und sinnvoll, vor allem als Finale eines Single-Video-Zyklus. Wer noch eins machen will, soll halt.

Über das Komponieren einzelner Songs wird zuhauf gesprochen, selten aber doch über das Durchkomponieren eines Albums. Auch wenn „Never Enough“ kein Konzeptalbum ist, welche Geschichte erzählt die Reihenfolge der Stücke von der A- zur B-Seite?

Sonja: Den roten Faden geben primär der Sound und der Vibe vor, und die Themen der Lyrics und der in diesen Songs bearbeiteten Ideen lassen sich im Titel des Albums zusammenfassen. Es geht um das Gefühl des „Nicht Genug Seins“, in Bezug auf jeden einzelnen von uns, wenn man in der Früh aufwacht, sich ansieht und fragt, ob man überhaupt gut genug ist für das was man tut oder tun will. Und dann eben dieser kapitalistische Wahnsinn des „Niemals Genug Habens“, weil wir alle von allem nicht genug kriegen können; sei es Aufmerksamkeit (siehe Social Media), Geld oder Besitz. Und zwischen diesen zwei Ebenen spielt sich das Album gefühlsmäßig und textlich ab.

Die A-Seite enthält fast alle Singles, während die B-Seite die vielleicht etwas sperrigeren Songs enthält, wobei das aber nicht so geplant ist, sondern sich einfach so aus dem Flow beim Hören ergeben hat. Ich glaube man kriegt so einiges geboten, egal ob A- oder B-Seite, es gibt ein gutes Angebot an doch teilweise recht unterschiedlichen Songs.

Selten aber doch gehe ich mit einem Pressetext d’accord. Euer Label preist „Never Enough“ als „poppiges Album mit dem größtmöglichen Rotzanteil“, eine Gratwanderung, die nur wenige Künstler schaffen. Was macht für dich Popmusik aus, worauf fußt ein guter Popsong – insbesondere, wenn wir die (breitenwirksame) Popmusik als Gegenstück zu Grunge- oder Metal-Versatzstücken sehen?

Fazo: Ein guter Popsong hat eine gute Hook, eine gute Länge, eine gute Dramatik und im besten Fall gute Lyrics. Für mich ist es immer wichtig, dass jede stilistische Entscheidung dem Song dienlich ist, ohne sich ausschließlich in Audioschubladen zu bewegen. Soundtechnisch muss der Song einfach, trotz oder gerade wegen der manchmal notwendigen Härte und Zerre, noch immer angenehm zu hören sein. Er muss ins Ohr gehen und dort bleiben. Und eben darin sehe ich dann auch keinen Unterschied zwischen Grunge, Metal oder Hip-Hop, denn diese Eigenschaften für einen Popsong können alle Genres erfüllen.

Popmusik wird oft mit Ohrwürmern gleichgesetzt, im Gegenteil etwa zu verqueren Jazzläufen, die man ja auch im Heavy-Sektor findet. Läuft man durch diese „Gefälligkeit“ Gefahr, hoch zu starten, aber sich auch bald abzunützen?

Fazo: Also ich finde sich abnützende Bands ja normal und nichts Schlimmes. Es ist ja nachvollziehbar, dass eine Band, die ihren Stil irgendwo definiert hat und sich nach 10 Jahren noch immer ähnlich anhört, ein bisschen an Spannung verloren hat. Soll jetzt aber nicht heißen, dass ich die Musik deshalb auch nicht mehr gut finden muss. Ich würde mal einfach sagen, dass Melodien endlos sind und wir alle sowieso seit 60 Jahren die gleichen vier Akkorde hören.

Die moderne Popmusik dominieren zwar nicht Frauen allein, die größten Erfolge fahren heute aber tatsächliche Künstlerinnen – von Billie Eilish über Miley Cyrus und Ariana Grande bis hin zu Taylor Swift und Lana del Rey – ein. Einigen davon könnte man durchaus ankreiden, neben der Musik auch als „optischer Aufputz“ vermarktet zu werden, munkelt man immerhin, dass auch heute noch der „alte, weiße Mann“ in der Branche den Ton angibt. Einerseits wird nun seit Jahren vermehrt auch im Kunstbetrieb eine Quotenerfüllung gefordert, andererseits kann man in der Kunst Geschlechterrollen auch bewusst negieren und die Kunst für sich sprechen lassen – Stichwort aus der Literatur: „Der Tod des Autors“. Welche Position nimmst du, als Künstlerin, in diesem Diskurs ein?

Sonja: Mir sind viele der Debatten oft zu einengend, da ich empfinde, dass wir alle, egal welches Geschlecht wir haben oder ausleben wollen, von unserer Umgebung und der Gesellschaft konditioniert sind und mit bestimmten starren Normen sozialisiert werden. Das ist für mich das eigentliche Korsett – die Erwartungen, die an uns alle gestellt werden, man hat so und so zu sein, um als Mensch etwas wert zu sein. Ich glaube auch nicht, dass sich das allein durch Quoten aufbrechen lassen wird, obwohl ich sie auch gutheiße. Mir geht’s eher um die Selbstbefreiung von allen Normen und Ideen, die einem anerzogen und auferlegt werden beziehungsweise die man sich auch selbst auferlegt. Daher sehe ich den Ausweg in der Selbstreflexion und Bewusstmachung, dem die Wurzeln des „Wieso bin ich so wie ich bin“ freilegen und sich dann bewusst zu entscheiden, jeden Tag, wer ich sein will und wie ich leben will. Das ist die viel schwierigere Aufgabe als die einen Geschlechternormen durch diverse andere zu ersetzen. Was nicht heißt, dass schon sehr viele alte weiße Männer im Musikbusiness was zu sagen haben. Aber ich vertrau da auf die vielen Frauen und Nicht-binäre, die sich dagegenstellen und ihre eigenen Netzwerke, Labels, Agenturen aufmachen. Da wird sich einiges ändern in Zukunft. Darauf freue ich mich.

Österreichische Musik läuft außerhalb des Klassiksektors global gesehen eher unter „fernerliefen“, und auch daheim sind die Aufstiegschancen eher gering. Kritiker sagen: Österreich hat, im Gegensatz zu anderen Ländern, im Pop-Sektor keine eigene Identität entwickelt. Andere Kritiker sagen: In einem kleinen Land wie Österreich passiert ein Aufstieg relativ rasch, und so überlagert bald des Künstlers Bedürfnis eines Hoffierens („Wir-sind-so-toll“-Stimmung) den eigenen Wagemut. Wie siehst du das aus deiner Perspektive und wie relevant – als Folgefrage zum Geschlecht der Musiker – ist die Herkunft der Musiker?

Fazo: Ich persönlich finde die Musikszene in Österreich jetzt nicht so schlimm wie sie oft verrissen wird. Natürlich hat man in einem kleinen Land nur kleine Möglichkeiten, aber ich finde, es gibt gerade in den letzten Jahren einige Stories die ich, wären sie mir oder uns als Band passiert, als große Erfolge benennen würde. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es natürlich absolut uninteressant über irgendwelche Szenen oder Chancen zu sprechen, da Corona und das Management der Regierung im Kulturbereich alles zerstört hat beziehungsweise man noch viel verlieren wird. Zum Thema Geschlecht: Es gibt nach wie vor viel zu viel Penis und viel zu wenig Vulva im Musikbusiness.

Wie nur wenige Künstler haben Baits Social Media verstanden: Eure Präsenzen erzählen vielmehr eine Geschichte, als dass sie als reine Präsentationsfläche wahrgenommen werden. Wie weit geht Baits also künstlerisch über eine schnöde Band hinaus?

Fazo: Danke, das freut uns immer sehr zu hören. Ich würde sagen, wir sind gute Freunde. Und viel wichtiger noch: Wir haben denselben Humor und denselben Grant. Und dass hilft natürlich immens bei der Befüllung unserer Timelines. What you see and read is what you get.

Auch die teils obskuren, stets verschrobenen Videos verantwortet ihr in Eigenregie. Wie passiert der Schritt von Ton und Text zu Bild?

Fazo: Wir sind in der wunderbaren Position, dass wir mit Christopher einen Filmprofi, mit mir einen Videokünstler, mit Sonja einen Filmnerd und mit Julian einen Tausendsassa in der Band haben. Da fällt es uns leicht Drehbücher zu schreiben und auch entsprechend umzusetzen.

Die Veröffentlichung eures Debüts hat nicht zwei Jahre in Anspruch genommen, weil ihr auf der faulen Haut gelegen seid, sondern weil stets an den Songs geschliffen wurde, bis sich eine Zufriedenheit eingestellt hat. Andererseits habe ich euch als Liveband kennengelernt, bei der eine möglichst akkurate, fehlerfreie Ton-nach-Ton-Wiedergabe nicht im Fokus steht. Wie unterscheiden sich emotiv Platte und Live für euch persönlich, in wie weit begreift auch ihr Musik als etwas Lebendiges, das im neuen Kontext wachsen und gedeihen kann?

Sonja: Ich glaube unsere Anforderungen und Erwartungen an ein Album waren hoch, dadurch dass wir recht wenig Druck hatten, keiner drauf gewartet hat, wars auch leicht sich wirklich an den Songs zu versuchen und vieles auszuprobieren. Manches ging dann nicht so, wie wirs wollten, dann wars zwischendurch mal zu wild, dann haben wirs wieder gezähmt und ja, als wir quasi soweit waren, kam Corona. Dann haben wir den Release verschoben, weil wir eben hofften im Winter schon wieder Shows spielen zu können, was für uns als Band, die sehr gern live spielt, einfach essentiell ist. Aber es war gut zu warten, wir hatten Zeit uns nochmal ein paar Dinge zu überlegen und dann zu sagen, „so aus, das is es jetzt, besser wird’s nimmer.“ Und den Moment muss man halt auch mal erreichen, weil man ja immer was besser machen kann.

Live geht’s uns tatsächlich weniger um perfekte Töne, sondern um mitreißende Shows, die einem unter Haut gehen, wo man schwitzt, tanzt und sich verliert. Und das gilt ja auch für uns als Performer*innen, das heißt da geht’s auch mal raus aus dem was so am Album ist und man lässt sich, wie Deep Purple wahrscheinlich, vom Moment erfassen und geht mit. Ich bin mit Liveshows im Fernsehen à la MTV, Rock am Ring, etc. aufgewachsen und das Feeling der wilden Konzerte, bei denen man in Ektase gerät, ist das was ich mir von einer Liveshow wünsche.

Ich möchte, weil jeder schon von Corona-Fragen enerviert ist, jenes Thema weitestgehend aussparen, aber: Corona hat auch in der Musikbranche deutlich gemacht, dass es dort selbst vor der Pandemie an vielen Ecken und Enden gerade monetär krankt. Welche „neue Normalität“ würdest du dir für „nach der Krise“ wünschen, wenn du Wunschkonzert spielen kannst?

Sonja: Primär, dass die vielen kleinen Locations, in denen wir bisher gespielt haben, überleben und gefördert werden. Da steckt oft das Herzblut von Vereinen drin, die sich non-profit den Hintern aufreißen, nur um Konzerte in ihren Dörfern zu ermöglichen. Diese Leute gehören unterstützt und supportet, weil größere Clubs vielleicht eh leichter überleben, und weil sie Kultur oft viel niederschwelliger vermitteln als die Großen. Wir sind schon dankbar, wenn man überhaupt wieder live performen darf, ohne Stream, mit Publikum, weil online fehlt da einfach eine komplette Ebene der Interaktion. Wenn das so bleiben würde, würde mir das keinen Spaß mehr machen. Die Menschen zu treffen, die einen einladen und oft bei sich zuhause aufnehmen, die einem sagen, dass die Show gut war, die machen es für uns als Performer*innen auch aus. Die inspirieren uns und motivieren uns weiterzumachen. Und wir hoffen, dass wir einige Venues wiedersehen, wo wir eben so warmherzig aufgenommen worden sind.

Musiker sind keine Systemerhalter, ja. Aber: Ich erlebe seit Jahren, wie mir Musik in Situationen das Leben erleichtert hat und überleben hilft, und gerade in Extremsituationen wie jetzt oder bei Trennungen und anderen Krisen war Musik oft der rettende Anker. Wie weit bedenkt ihr beim Songschreiben einen bestimmten (kathartischen?) Effekt, den ihr beim Rezipienten auslösen möchtet, mit?

Sonja: Bedenken tu ich das gar nicht. Das Songwriting hat eher einen kathartischen Effekt für mich persönlich, da kann ich meine Probleme bearbeiten. Aber indem ich meine Gefühle in Musik ausdrücke, erreiche ich vielleicht andere, die sich ähnlich oder genauso fühlen. Und wenn das jemandem hilft, dann ist das wunderbar.

Welchen Knackpunkt gab es eigentlich bei dir, als du von einer Musik-Hörerin den Weg zur Musik-Macherin eingeschlagen hast? Unterscheiden sich die beiden Egos von dir?

Sonja: Ich hatte den MTV-Nirvana-Moment, der mich als Pre-Teen schon so geprägt hat, dass ich einige Zeit in der Volksschule mit Nirvana T-shirt herumgelaufen bin und unbedingt so sein wollte wie Kurt Cobain. Ich konnte mich gut mit dieser Wut identifizieren. Und ich habe kapiert, dass man diese Wut in Musik umleiten kann. Von da an war mir klar, dass ich Musik machen will. Aber leider geht das alles auch nicht ganz so einfach, und viele Selbstzweifel haben mich lange Zeit davon abgehalten es wirklich zu versuchen. Aber der Drang wurde dann schließlich doch so groß, und jetzt tu ich es einfach.

Live bekommt man dann natürlich eine Routine, mit der mehr Selbstbewusstsein und sowas wie eine Bühnenpersona einhergeht. Und die trennt man dann schon auch bewusst von der Person hinter der Bühne beziehungsweise läuft das auch irgendwie automatisch. Beim Hören ists natürlich ganz was anderes: da leg ich mich gern mit Kopfhörern und einer Platte meiner Wahl auf die Couch und lass mich hineinfallen in die Welten, die auch von so Menschen wie dir und mir erschaffen wurden.

Du verantwortest neben dem Gesang auch die Gitarre – eine Doppelbelastung, die gerade live einiges fordert. Auf welche der beiden Aufgaben musst du dich im Liveumfeld mehr konzentrieren?

Sonja: Das kommt ganz auf den Tag drauf an: Manchmal fordert das Gitarrenspiel mehr von mir, manchmal das Singen. An guten Tagen geht mir beides einfach von der Hand und ich hab auch noch Kapazitäten um mich wirklich dem Geschehen auf der Bühne und davor hinzugeben. Da kommt mir mein Day-Job als Lehrperson auch zugute – Multitasking ist in einem Klassenzimmer absolut überlebensnotwendig.

Welchen Stellenwert neben die Texte in der Welt von Baits ein, in wie weit siehst du deine Gedanken meinungsbildend?

Sonja: Ich finde, dass zuerst die Melodie und die Atmosphäre kommen, dann die Lyrics. Wenn die Melodie schwach ist und man das Feeling nicht vermitteln kann, dann helfen die besten Lyrics nichts. Außerdem mag ich persönlich Texte gern, die sehr viel Raum für Interpretation lassen, dann kann man sich als Hörer*in eben ausdenken was man mag, sich identifizieren. Wenn es zu offensichtlich und flach wird, dann muss ich mir ja keine Gedanken mehr machen und dann verliert der Song an Magie.

Abschließend: Möchtest du die Leser*innen dieses Interviews mit einer kurzen Playlist, die den Sound von Baits geprägt hat, auf den Release von „Never Enough“ diesen Freitag einstimmen?

„Never Enough“, das Debütalbum von Baits, erscheint diese Woche Freitag, auf Bandcamp gibt es zudem einiges an freshem Merch. Baits planen, ab Anfang März Österreich auch live unsicher zu machen und haben einige Termine fixiert – wir drücken die Daumen, dass sie halten!

04.03. Chelsea, Wien
05.03. Moserei, Scharnstein
06.03. Roeda, Steyr
12.03. Alte Schule, Gutau
13.03. Chelley Mühle, Oslip
19.03. Mammut Club, Klagenfurt
20.03. Die Bäckerei, Innsbruck
27.03. Triebwerk, Wiener Neustadt
10.04. Dynamo Festival, Dornbirn