„Bekenntnisse“ am Landestheater Linz

Unter dieses Thema stellt Intendant Hermann Schneider seine vierte Spielzeit und lässt mit gleich zehn Uraufführungen aufhorchen.

Bekenntnisse lautet das Spielzeitthema am Landestheater Linz 19/20. Foto: Petra Moser

Ganze 39 Neuproduktionen, darunter zehn Uraufführungen sowie eine Europäische Erstaufführung, stehen in der Spielzeit 19/20 auf dem Programm des 5-Sparten-Betriebs. Der gekonnte Mix aus neuen Werken und scheinbar vertrauten Titeln garantiert am Landestheater Linz ein spannendes Programm.

Schauspiel | Bewährtes und Neues

Auch in Sachen Regie setzt das oberösterreichische Haus gleichermaßen auf Bewährtes und Neues. So inszenieren abermals Susanne Lietzow (Maria Stuart, Friedrich Schiller), Stefanie Mohr (Immer noch Sturm, Peter Handke), Katrin Plötner (Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing), Katka Schroth (jedermann (stirbt), Ferdinand Schmalz) und Charlotte Sprenger (Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft, Elfriede Jelinek) beispielsweise.

Der Fachmann für Raimund und Nestroy, Georg Schmiedleitner, kehrt mit einer Inszenierung von Raimunds Verschwender an die Stätte zurück. Neue Wege gehen Cyberräuber Berlin (Prometheus Unbound) und das aktionstheater ensemble unter Martin Gruber (Wann beginnt das Leben), die sich in ihren Uraufführungen mit aktuellen Thematiken beschäftigen. Die dritte Uraufführung im Schauspiel steuert Sara Ostertag mit Die Totenwacht bei, die Musik kommt von Clara Luzia.

Foto: Christian Brachwitz

Oper/ Operette | Uraufführung von Michael Obst

Zum Saisonbeginn stehen im Musiktheater zwei Werke rund um Sektierertum und Vernichtung einander gegenüber: die Grand opéra Le Prophète des jüdischen Komponisten Giacomo Meyerbeer und Richard Wagners Bühnenweihfestspiel Parsifal in einer Regie von Schauspielleiter Stephan Suschke. Chefidirigent Markus Poschner steht persönlich bei beiden Opern am Pult. Neben Klassikern wie Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail und Verdis populärer Oper Il trovatore gelangt Michael Obsts neue Oper Unter dem Gletscher zur Uraufführung – Intendant Schneider inszeniert selbst.

Noch mehr Opernschätze und Wiederentdeckungen gibt’s in der BlackBox: Cimarosas Opera buffa Il matrimonio segreto und Benjamin Brittens Kammeroper The Rape of Lucretia zum Beispiel. Besonders gespannt sind wir auf das Projekt CrossOpera, bei dem drei europäische Theater drei Kurzopern an jedem der drei Orte – Modena, Novi Sad sowie Linz – auf die Bühne bringen.

Musical | Sister Act eröffnet

Mit geballter Frauenpower in Sister Act, nach der bekannten Filmkomödie mit Whoopie Goldberg, eröffnet die Musicalsparte die kommende Spielzeit. Nach dem Hit-Musical ist vor dem Hit-Musical und so folgt wenig später die Europäische Erstaufführung von Mary und Max sowie Die spinnen, die Römer! – garantiert eine der lustigsten Musicalkomödien überhaupt plus aus der Feder von Musiktheater-Papst Stephen Sondheim.

Brandheißer Tipp: Musical-Uraufführung! Nachdem die Norweger Gisle Kverndokk und Øystein Wiik für das Landestheater Linz 2016 das mehrfach preisgekrönte Musical In 80 Tagen um die Welt schrieben, folgt in der kommenden Spielzeit die Adaption von Ingmar Bergmanns berühmter Familiengeschichte Fanny und Alexander.

Foto: Ursula Kaufmann

Tanz | Klassiker der Moderne

Dem Spielzeitthema Bekenntnisse widmet sich der Schweizer Tänzer und Choreograf Urs Dietrich in seiner Uraufführung Credo. Tanzdirektorin Mei Hong Lin und Chefdirigent Markus Poschner bringen das Meisterwerk von Igor Strawinsky Le sacre du printemps auf die Bühne – die Uraufführung 1913 in Paris wurde übrigens zum Fiasko und das Schlüsselwerk der musikalischen Moderne zu einem der größten Skandale der Tanzgeschichte. Einen weiteren Klassiker der Moderne zeigt Mei Hong Lin mit Cinderella von Sergej Prokofjew und wiederaufgenommen wird Carl Orffs Carmina Burana.

Die Sparte Junges Theater startet mit dem sommerlichen Road-Trip Tschick, Die Schneekönigin verzaubert zu Weihnachten und mit der Uraufführung Erster Schnee nach einer Erzählung von Sophie Reyer endet die Spielzeit.

Foto: Philip Brunnader

Tickets sind bereits bei OETICKET erhältlich!