Die 50 wichtigsten Heavy-Metal-Alben aller Zeiten

Heute vor 50 Jahren wurde mit „Black Sabbath“ der Heavy Metal begründet: Eine Gratulantenriege in Form der 50 wichtigsten Genre-Alben seit ehedem.

Heute feiert der Heavy Metal seinen 50. Geburtstag: Black Sabbath veröffentlichten vor einem halben Jahrhundert (natürlich am unheilschwangeren Freitag, den 13.) ihr selbstbetiteltes Debütalbum und dachten weiter, was etwa Deep Purple und Led Zeppelin vor ihnen irgendwo im Hinterstübchen hatten. Mit einem Donnerschlag, dem Läuten ominöser Kirchenglocken und einem der schwersten und lautesten Gitarrengrollen überhaupt wurde die Geburtsstunde des testosterongesteuerten, brünftigen, dabei aber stets charismatischen Heavy Metals eingeläutet. Freilich: Anfangs zeigte das neue, lautstark und mit hochrotem Gesicht krakeelende Genre noch enge Verwurzelungen im traditionellen Blues, Progressive und Psychedelic – die ersten Bands, die sich auch aus eigenem Selbstverständnis tatsächlich als „Heavy Metal“-Bands bezeichneten, waren wenig später dann erst Formationen wie Judas Priest und andere Vertreter der New Wave of British Heavy Metal.

Heavy Metal. Die Herkunft der Genrebezeichnung ist nicht gänzlich bekannt – musikalisch tauchte der Ausdruck erstmals in „Born to Be Wild“ der amerikanischen Band Steppenwolf (1968) auf, es gilt zudem heute als wahrscheinlich, dass Led Zeppelin mit ihrem Bandnamen – der sich auf Keith Moons Scherz bezog, sie würden „untergehen wie ein bleierner Ballon“ – dem Ausdruck den Weg geebnet haben. Seit ehedem ist der Heavy Metal – in etwa das, was der Horrorfilm für cineastisches Vergnügen ist – jedoch ohnehin in Windeseile „balkanesk“ geworden, ohne an eigentlicher Stärke zu verlieren in abertausend Subgenres zerbrochen – vom klassischen Heavy Metal hin zum Speed Metal, Thrash Metal, Death Metal, Black Metal, Folk Metal, Doom Metal et cetera et cetera. Außerdem hat er natürlich seit ehedem und wie alle anderen Genres auch seine Hochs und Tiefs durchlebt und ist von Einflüssen von außen – denen sich ohnehin ausschließlich und alleinig Manowar verwehren – penetriert und demnach aufgeweicht und geöffnet worden.

Auch wenn die breite Masse den Heavy Metal per se heute vielleicht gerade einmal von Metallica – die das Genre ja sogar im Namen tragen – kennt: Gerade in den frühen Neunzigern war der Heavy Metal der „heiße Scheiß“ schlechthin, dominierte die Pop-Charts und rangierte demnach in der Größenordnung, in der sich heute bevorzugt irgendwelche DJs oder goldbezahnte, gesichtstätowierte Rapper tummeln. Den Zepter der Prominenz mag das Genre also mittlerweile abgegeben haben, es ist heute dennoch variantenreicher und lebhafter als je zuvor – wie ein Blick auf die Encyclopaedia Metallum, das Nachschlagewerk schlechthin, zeigt: Für Österreich allein werden knapp 1.300 (teils inaktive) Bands gelistet, mit allen amerikanischen Musikern könnte man zumindest Salzburg neu bevölkern, und selbst im kleinsten europäischen Land nach der Vatikanstadt, Monaco, gibt es immerhin fünf Metal-Bands. Doch welche fünfzig Alben muss man besitzen, wenn man ernstgenommen werden will? Eine höchst subjektive, und freilich unvollständige Liste: Als echter Metaller muss man natürlich alle Alben besitzen, oder es zumindest anstreben – nirgends, in keinem anderen Genre der Welt und der Geschichte der Musik, ist die Sammlerleidenschaft so groß, die Kaufkraft so blind, und jeder Fan kennt zumindest einen anderen Fan, der sich vor die Wahl gestellt eher die neue Platte seiner Lieblingsband und ein Bier denn etwas zum Beißen kaufen würde (und wenn man sich dazu in den Spiegel schauen muss).

Die Liste ist nach Erscheinungsjahr der Alben geordnet, außerdem ist jede Band nur einmal vertreten – wenngleich durchaus mehre ihrer Veröffentlichungen herausragende Klassiker sind. Und ja, man kann es nicht oft genug betonen: Die Liste ist stark subjektiv geprägt, und gerade deswegen naturgemäß die einzig wahre Wahrheit. Dahingehende Beschwerden richte man bitte an die Kasperlpost in 1136 Wien.

Black Sabbath – Black Sabbath (1970)
„Die Ursuppe, aus der alles erbrach“

Motörhead – Ace of Spades (1980)
„Dreck, Rotz & Rock’n’Roll“

Venom – Welcome to Hell (1981)
„Das allererste Höllenfahrtskommando“

Mercyful Fate – Melissa (1983)
„Auf den Exzess gepeitschte Theatralik“

Manowar – Hail to England (1984)
„Der Blondinenwitz unter allen Heavy-Metal-Bands“

Iron Maiden – Powerslave (1984)
„Eine meisterhaft exerzierte, stimmgewaltige Geschichtsstunde“

Possessed – Seven Churches (1985)
„Wenn die Turmuhr 13 schlägt …“

Celtic Frost – To Mega Therion (1985)
„Der Beweis, dass Klassik und Metal viel gemein haben“

Metallica – Master of Puppets (1986) [meine Liebeserklärung]
„Die Perfektion des gesamten Genres“

Slayer – Reign in Blood (1986)
„Ein Schlachtfeld par excellence“

Bathory – Under the Sign of the Black Mark (1987)
„Die Geburtsstunde des Black Metals, in seiner inneren Zerrissenheit“

Napalm Death – From Enslavement to Obliteration (1988)
„Auf den Punk(t) gebracht“

Danzig – Danzig (1988)
„Jim Morrison 2.0: bizarr, morbid, soziopathisch“

Queensryche – Operation: Mindcrime (1988)
„Große Geschichtenerzähler erzählen mit vielen Stimmen“

Voivod – Dimension Hatröss (1988)
„Kontrollierter, von Hardcore, Post Punk und Prog geschulter Wahn“

Morbid Angel – Altars of Madness (1989)
„Fleischgewordene Blasphemie“

Godflesh – Streetcleaner (1989)
„Ein industrieller Alptraum“

Judas Priest – Painkiller (1990)
„Die Definition des gesamten Genres“

Megadeth – Rust in Peace (1990)
„Eine technische, dabei magische Tour de Force“

Pantera – Vulgar Display of Power (1992)
„‘Fucking hostile‘ sagt schon alles“

Entombed – Left Hand Path (1990)
„So müssen die letzten Töne eines Sterbenden klingen“

Pungent Stench – Been Caught Buttering (1991)
„Stumpf ist Trumpf, aber mit viel Wiener Charme“

Rage Against the Machine – Rage Against the Machine (1992)
„Wenn Hip-Hop, Funk und Metal zu einem Manifest zusammenwachsen“

Faith No More – Angel Dust (1992)
„Kontrastreicher Wahnsinn“

Cannibal Corpse – Tomb of the Mutilated (1992)
„Leichenfledderei“

Body Count – Body Count (1992)
„Wenn fiktiver Horror allzu real wird: eine Abrechnung“

Ministry – Psalm 69: The Way to Succeed and the Way to Suck Eggs (1992)
„Drogesk und dystopisch“

White Zombie – La Sexorcisto: Devil Music Volume One (1992)
„Zwei der schönsten Nebensachen vereint: Sex und Horror“

Kyuss – Blues for the Red Sun (1992)
„Wenn der Blues donnert und Halluzinogene durch die Venen fließen“

Carcass – Heartwork (1993)
„Wenn Pathologen statt zum Hackebeil fortan zum Skalpell greifen“

Life Of Agony – River Runs Red (1993)
„Ein Eintauchen in die Welt der Depressionen“

Type O Negative – Bloody Kisses (1993)
„Wenn einem der Tod mitten während des Koitus dahinrafft“

Sepultura – Chaos A.D. (1993)
„Ein politisches Hassmanifest“

Mayhem – De Mysteriis Dom Sathanas (1994)
„Das Ergebnis von Mord und Totschlag und brennenden Kirchen“

Darkthrone – Transilvanian Hunger (1994)
„Klirrende Kälte: der absolute Nullpunkt“

Korn – Korn (1994)
„Die Geburtsstunde des Nu Metals“

Death – Symbolic (1995)
„Introspektive Komplexität“

Meshuggah – Destroy Erase Improve (1995)
„Der eigentliche, wahre ‚Terminator‘-Soundtrack“

Marilyn Manson – Antichrist Superstar (1996)
„Wenn der Teufel auf die Erde fährt“

Tool – Aenima (1996)
„Eine Studienreise durch die reiche Welt der Emotionen“

Neurosis – Through Silver in Blood (1996)
„Diese Klänge müssen urmenschliche Titanen erschaffen haben“

Emperor – Anthems to the Welkin at Dusk (1997)
„Ein neoklassischer Karneval in Höllenfeuern“

Sleep – Jerusalem (1999)
„Marihuanamutant“

The Dillinger Escape Plan – Calculating Infinity (1999)
„Wenn Logik in der Unordnung gefunden wird“

Slipknot – Iowa (2001)
„Der kollektive Taumel des absoluten Nihilismus“

System of a Down – Toxicity (2001)
„Vertonte Post-9/11-Ängste“

Converge – Jane Doe (2001)
„Ich bin der Schmerz …“

Mastodon – Leviathan (2004)
„Über die Ungnade und Urgewalt des Meeres“

Sunn o))) – Monoliths & Dimensions (2009)
„Vollkommen zugedröhnte Transzendenz“

Kvelertak – Meir (2013)
„Über die universelle Sprache der Musik“

Einige der prägendsten Metal-Bands gastieren in den nächsten Wochen und Monaten in Österreich, darunter Slipknot, Ozzy Osbourne von Black Sabbath, Iron Maiden, Judas Priest, Megadeth, Kvelertak, Rage Against The Machine System of a Down und Sepultura. Aber auch in der zweiten Reihe der metallischen Phallanx passiert einiges: Geheimtipps: Obscura am 18. Feber im Explosiv, Testament am 20. Februar in der Arena, Belzebong im März in der Arena und im p.m.k., Krisiun am 23. März im Salzburger Rockhouse, Igorrr am 21. April in der ((szene)), Ulver am 9. Mai in der ((szene)), und Elder am 7. Juni in der Arena. Tickets gibt es auf oeticket.com.

Die größten Stars und das Beste aus über 75.000 Events - jetzt für den OETICKET-Newsletter anmelden und immer am Laufenden bleiben!