Die besten HipHop-Releases 2018

Hip Hop Jahresrückblick

Wir haben bei Edi Mastalski, dem losen Mundwerk von NA15, nachgefragt, was seine besten HipHop-Releases des Jahres waren. Er hat uns flugs zehnmal treibende Beats und Verse schmiedende Goschen zurückgeschossen.

Na15Burgenland hat überraschenderweise mehr zu bieten als nur guten Rotwein und mit dem Schlosspark Esterhazy und Wiesen zwei der schönsten Open-Air-Areale Österreichs. Nämlich mit NA15 vier Jungs, die die Wortgewalt des HipHops und die treibende Kraft des Metals vereinen, groovende Basslines auf treibende Beats und tighte Gitarren prallen lassen und darüber Texte legen, die auch mal eine intellektuelle Auseinandersetzung suchen. Wer wäre also besser als ihr bärtiger, genaurichtiggewichtiger Frontmann Edi „Sneakerking“ Mastalski geeignet, uns und unseren Lesern zu erklären, welche HipHop-Scheiben dieses Jahres wert sind, immer und immer wieder gehört zu werden: Denn neben allerlei dreibastigem Schabernack entfleucht seinem lose schnatternden Mundwerk nur zu gerne auch Schläue für vielerlei Lebenslagen.

Erfolgreich waren dieses Jahr vielleicht andere (Capital Bra und RAF Camora sind nur zwei Beispiele aus dem deutschen Sprachraum und irgendwas war mit Kanye West, aber mit dem ist ja immer irgendwas), aber ins Herz geschlossen hab ich die folgenden Releases. Und weil das meine Liste ist, ist es eine gute Liste, so wie 2018 ein gutes Jahr war – ich mein es gab sogar wieder ein (absolut unironisch gemeint) hörbares Black Eyed Peas Album!

VSK (Verbales Style Kollektiv) – Wo die wilden Kerle flowen
90s Vibes, 90s Flows – das alles von KIZ und Freunden, voll mit Referenzen, herrlich ironisch und dabei nie peinlicher, als 90s HipHop es selbst war.

Hiob – Abgesänge
Hiobs Flow ist vielleicht nicht für jedermann, aber kaum einer (außer vielleicht sein häufiger Kollaborteur Morlockk Dilemma) malt so eindrucksvolle Bilder in seinen Texten, Abgesänge ist da keine Ausnahme.

Danger Dan – Reflexionen aus dem beschönigten Leben
Als großer Antilopengang-Fan war ich ein bisschen überrascht darüber, dass das Soloalbum doch auch ruhigere und ernstere Töne anschlägt.

Logic – YSIV (Young Sinatra IV)
Logic hat einen äußerst entspannten Style, strahlt Positivität aus, wirkt immer noch äußerst am Boden geblieben (für Rap-Verhältnisse) und hat einen Song mit dem kompletten Wu-Tang Clan, eine Leistung, die der Clan teilweise nicht mal mehr selbst zusammenbringt.

Black Thought – Streams of Thought Vol 1 & 2
Die beiden EPs werden ihrem Namen gerecht, die Lyrics klingen wie manische Freestyles von einem der – objektiv gesehen – berühmtesten und besten Freestyle-MCs des Planeten. Man muss kein Roots Fan sein, um das geil zu finden – aber wer ist schon kein Roots Fan?

Jedi Mind Tricks – The Bridge and the Abyss
Was soll man sagen, die Jungs von Jedi Mind Tricks haben den „Underground Rap“ nicht erfunden, aber waren jahrelang synonym damit. „The Bridge and the Abyss“ ist abwechslungsreich und deckt irgendwie alles ein bisschen ab – nur das Pachelbel-Sample in „Marcianos Reign“, das sollte seit „Die Eine 2005“ von der Firma unter hoher Geldstrafe stehen.

Action Bronson – White Bronco
Übergewichtige, bärtige Männer, die rappen finde ich gut (vielleicht bin ich da auch voreingenommen). Es wirkt, als könnte Action Bronson nichts falsch machen und auch wenn White Bronco nicht mehr so flashed wie dereinst das „Blue Chips“-Mixtape, kommt man nicht daran vorbei.

Kreiml & Samurai – Wuff Oink
Um die meistzitierte Line der beiden Wiener zu zitieren: „Unsre positivste Seite ist die Negativität/drum is eh olles im Oasch trotz bester Lebensqualität“ – ein Wien-Rap Album, das seit Release im Jänner immer wieder in die Rotation kommt.

Lance Butters – Angst
Der Hype um Lance Butters hat sich mir nie erschlossen. tut er auch jetzt nicht. Aber „Angst“ ist ein geiles Album, das aber immer einen bedrohlichen Grundton behält und keine Gefangenen macht.

Black Eyed Peas – Masters of the Sun
Ich schäme mich nicht hierfür. Nicht das herausragendste Album des Jahres. Aber eine Rehabilitierung. Ich hab BEP gefeiert, sogar „Elephunk“ mochte ich noch. HipHop darf auch hin und wieder Pop sein. Aber was dann kam, war die Definition von Sellout (und richtig richtig schlechte EDM). Jetzt ist Fergie weg und Will.I.Am anscheinend „woke“. Alles egal. HipHop. Von den Black Eyed Peas. Hab‘ ich ein bisschen vermisst. Auch wenn ich drei von den zwölf Songs am Album nie wieder in meinem Leben hören will.

Honorable Mention: Nina Simone & Lauryn Hill – The Miseducation of Eunice Waymon: Amerigo Gazaway did it again! Wenn Ihr „Yassin Gaye“ noch nicht kennt, dann auch das saugen, beide Teile. Das sind kein schlichten Mashups, da entstehen komplett neue Kollaborationen aus vorhandenem Material. Hier aus dem Lebenswerk von Nina Simone und Lauryn Hill (mit starkem Fokus auf Fugees und „the Miseducation“). Runterladen (pay what you want)! Hören! Gut finden!

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