donaufestival ’19 über das „Wir“ von morgen

Mit dem Leitmotiv „New Society“ und Künstler*innen wie Bully Fae Collins, El Conde de Torrefiel sowie Katharina Ernst lockt das donaufestival von Ende April bis Anfang Mai nach Krems. Tickets für die 15. Edition sind bei OETICKET erhältlich.

 

In der Rede von der New Society steckt der Hinweis, dass sich die Gesellschaft nicht einfach verabschiedet oder auflöst. In der neuen Gesellschaft kommunizieren aber nicht nur Menschen mit Menschen und anderen Tieren, sondern auch mit Maschinen – und Maschinen mit anderen Maschinen. Wie das ausgeht? Vielleicht wird das „Wir“ von morgen mehr mit gemeinsamen Tätigkeiten zu tun haben als mit gemeinsamen Identitäten. (Thomas Edlinger, Künstlerischer Leiter donaufestival)

So stellen Thomas Edlinger und sein Team die 15. Ausgabe des donaufestivals von 26. bis 28. April // 3. bis 5. Mai 2019 unter das Thema „New Society“, mittels dessen Künstler*innen wie Michiel Vandevelde und César Vayssié die Potentiale einer neuen Gesellschaft untersuchen.

PERFORMANCE | Zwei Uraufführungen und Bully Fae Collins erstmals in Österreich

fABULEUS / Michiel Vandevelde eröffnen mit ihrer Österreich-Premiere Paradise Now (1968-2018) programmatisch das erste Performance-Wochenende. Daran knüpft die Uraufführung von Karin Pauer (bekannt des Kollektivs Liquid Loft) & Aldo Giannotti This is where we draw the line und die österreichische Erstaufführung von Plight Notions with Shandy (Bully Fae Collins) an. Der Künstler aus Los Angeles gastiert übrigens zum ersten Mal in Österreich.

fABULEUS / Michiel Vandevelde – Paradise Now (1968-2018) © Clara Hermans

Am zweiten Wochenende transformiert die US-Amerikanerin Ligia Lewis in ihrem viel beachteten Stück Water Will (in Melody) das ‚weiße‘ Genre des Melodrams zu einer Slapstick-Fantasie aus schwarzem Latex und weißen Handschuhen. Die gefeierte Theatergruppe El Conde de Torrefiel, bekannt durch irritierende Arbeiten über die brüchige Verfasstheit der (west-) europäischen Gesellschaft, präsentiert die Uraufführung der performativen Installation KULTUR. Und was den Menschen eigentlich ausmacht, fragen Stefan Kaegi / Rimini Protokoll und Thomas Melle mit einem robotischen Doppelgänger von Melle in Unheimliches Tal / Uncanny Valley.

ART.INSTALLATION | Zyklen des Bösen

Der bildende Künstler Jonas Staal erforscht in der Ausstellung Steve Bannon: A Propaganda Retrospective, Model Bannons Bildwelten über die Zyklen des Bösen, die der ehemalige Berater von Donald Trump seit 2004 in Vorbereitung einer neuen, rechtspopulistischen Gesellschaft erschaffen hat. Weitere Installationen und Videos von James Bridle, Mohamed Bourouissa oder Lola Gonzàles sind am Festivalgelände selbst zu sehen.

Jonas Staal – Steve Bannon © Remco van Bladel and Jonas Staal

SOUND | Global verständliche Sounds mit Migrationshintergrund

Vielfalt, Diversität und Heterogenität machen den Soundtrack des donaufestivals 2019 aus: vom eröffnenden Tribalismus von Yonatan Gat & The Eastern Medicine Singers über Härteeinlagen von Nadja, Guttersnipe, Godflesh genauso wie Schlagzeugkompositionen von Katharina Ernst bis zum abschließenden eleganten Rap der Musikerin und Lyrikerin Kate Tempest.

Apparat BQ: donaufestival.at

Weitere Höhepunkte sind sicherlich der Cosmic Jazz des Allround-Genies Ben LaMar Gay, der Synthie-Minimalismus von Punctum, der harsche Techno von Giant Swan, die rituellen Exorzismen von Lingua Ignota, der verstörende Electro-Pop von Shortparis, die sanften Ambient-Drones von Rafael Anton Irisarri oder die Auftritte von Anna von Hausswolff, Holly Herndon, Planningtorock, Yves Tumor und Lonnie Holley. Natürlich entführt auch heuer wieder das Überraschungsformat Stockholm-Syndrom viermal an unbekannte Orte und ebenso natürlich werden die Künstler*innen vorab nicht bekanntgegeben.

TALK.FILM | César Vayssié and many more

Begleitet wird das künstlerische Programm erneut von einer Diskurs-Schiene zum Leitmotiv „New Society“ durch vier Talks mit Jonas Staal, Heinz Bude und Isolde Charim, Christian Höller, Helen Hester und Black Quantum Futurism. Genauso wenig fehlen darf das Filmprogramm – heuer mit Arbeiten von  Roberto Minervini, César Vayssié, Hao Wu sowie Rob Schröder & Metahaven.

 


DONAUFESTIVAL 19
redefining arts
26. – 28.4.19 // 3. – 5.5.19


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