donaufestival 2020: Machines Like Us

Das donaufestival geht in diesem Jahr der Beziehung zwischen Mensch und Maschine nach – von 24. bis 26.4. sowie 30.4. bis 2.5. kommen unter anderem Hildur Guðnadóttir, WIRE sowie Ariel Efraim Ashbel nach Niederösterreich!

Heute, am 5. März, haben Thomas Edlinger, künstlerischer Leiter, sowie Astrid Peterle, Kuratorin für Performance, das Programm des donaufestivals 2020 präsentiert: Unter dem Leitmotiv „Maschines Like Us“ wird das donaufestival von 24. bis 26. April sowie 30. April bis 2. Mai in verschiedenen Spielstätten in Krems und Umgebung stattfinden. Dabei werden Mensch und Maschine, künstliche Intelligenz und Algorithmen in den Mittelpunkt gestellt:

Uns beim donaufestival interessiert nicht so sehr die Frage nach der Überflüssigkeit oder dem Ersatz des Menschen, sondern diese Verwobenheit, das gesellschaftliche Ganze, das aus Bezügen zwischen verschiedenen Maschinen und verschiedenen Menschen, zwischen social bots und Daten-Ichs, zwischen Cyborgy und Biotechnologie, zwischen Kontrollregimen und Kontrollierten entstehen.

Thomas Edlinger, künstlerischer Leiter

Internationale wie nationale Top-Künstler*innen werden an den beiden Wochenenden Krems beleben. Geboten wird ein abenteuerliches Programm voll Musik, Performance, Bildender Kunst, Film und diskursiven Formaten. Edlinger dazu: „Wir freuen uns auf ein sehr vielfältiges Programm, das nicht nur schlaue Algorithmen, sondern auch ganz altmodische Nebelmaschinen einsetzen wird.“

PERFORMANCE // ART & INSTALLATION

Getreu unseres Festivalmottos finden sich im heurigen Performance-Programm sowohl Projekte, die sich mit der Verstricktheit von Mensch und Maschine auseinandersetzen, aber auch solche, die die Frage stellen: Wer performt hier eigentlich noch – der Mensch oder die Maschine?

Astrid Peterle, Kuratorin für Performance

Die Grenze zwischen Performance und Installation ist heuer offen, denn mehr als die Hälfte der Performances lässt sich auch als durative Installation bezeichnen und umgekehrt. Ein Beispiel ist das Projekt der ausgebildeten Mikrobiologin Ira Melkonyan und the rubberbodies collective, die in Upstairs Geology 50/50 das Humane zum Beiwerk einer – gestörten – systemischen Balance degradieren. 

Ira Melkonyan & the rubberbodies collective: Upstairs Geology 50/50 © Thomas Lenden

Dabei kehren bekannte Künstler*innen zum donaufestival zurück, wie etwa Ariel Efraim Ashbel; zudem wird es auch österreichische Erstauftritte geben, etwa von der Südafrikanerin Nomcebisi Moyikwa. Mit Spannung wird auch die Uraufführung von untamed cozy care der österreichischen Choreographin und Performerin Lisa Hinterreithner mit Rotraud Kern, Linda Samaraweerová und Robert Steijn erwartet, die ein immersives Setting zu „care work“ erarbeitet haben.

TALK // FILM

Bei den Talk-Formaten sollen heuer verstärkt künstlerische Positionen zu Wort kommen: Die beiden Theatermacher Thomas Bellinck und Ahilan Ratnamohan thematisieren etwa in ihrer Performance Lecture Simple as ABC #6: Remote Control die Automatisierung und Digitalisierung von Grenzüberwachung und körperlicher Arbeit. 

Maria Arlamovsky: Robolove (Film) © Maria Arlamovsky

Auch verschiedene Facetten des Films werden beim donaufestival gezeigt: Maria Arlamovskys geht in ihrer Doku Robolove der Herstellung und den Möglichkeiten humanoider Roboter nach, während Gerald Weber für Future Memory Scan ein „Sixpackfilm-Kurzfilmprogramm“ zusammengestellt hat. Besonders gespannt darf man auf Lawrence Leks AIDOL 爱道 über die Karriere des Avatars Diva im Jahr 2065 sein.

SOUND

Wir haben versucht, ein kontrastreiches Panorama von Gegenwartsmusiken anzubieten. Es verknüpft bekannte und verdiente Größen mit Neuentdeckungen und auch Nischenmusiken, Bands, Duos, Kooperationen, dezidierte Maschinenmusik mit ihren Kontrapunkten.

Thomas Edlinger

Der Schwerpunkt des donaufestivals liegt allerdings wieder auf der Musik, wo für jede*n etwas dabei ist: vom Future-Pop von SOPHIE über die zerklüfteten Sounds von xin bis hin zum erhabenen Lärm der Swans; von Bands wie WIRE, Die Orangen und Oktober Lieber bis hin zu globalen Soundkünstlerinnen wie Deena Abdelwahed, Senyawa oder Gabber Modus Operandi. Besonders gespannt darf man auch auf die Uraufführung der AV-Inszenierung von Jung an Tagen und Rainer Kohlberger sein.

Das donaufestival lädt zudem zu besonderen Konzerten an besonderen Orten: Ellen Arkbro gibt ein Pfeifenorgel-Konzert im Dom der Wachau, während Robert Henke im Audimax der Donau-Uni die Performance CBM 8032 AV mit fünf Commodore Computern aus dem Jahr 1980 aufführen wird. Als absoluter Höhepunkt gilt das Konzert der Oscar-Preisträgerin Hildur Guðnadóttir (featuring Chris Watson und Sam Slater) im AKW Zwentendorf, wo sie den Soundtrack zur Serie „Chernobyl“ präsentiert.

donaufestival 2020

24.-26.04. sowie 30.4. bis 2.5., Krems

Tagespässe sind bereits bei OETICKET erhältlich!

Programm sowie Tickets >

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