Gewinnspiel: 11. slash Filmfestival

slash

2020 befinden wir uns nicht nur realiter inmitten eines Schauders: Das slash Filmfestival kann trotz COVID-19 stattfinden und sorgt inmitten der Krise für eine Katharsis.

Foto: Mercan Sümbültepe

Das Drehbuch zum Jahr 2020, so verrät uns eines der beliebten Internet-Memes, wurde von Stephen King geschrieben und von Quentin Tarantino verfilmt. Ja, auch wenn sich heute vermutlich keiner mehr daran erinnern kann – dieses Jahr hat schon vor COVID-19 ziemlich bescheiden angefangen: Im Januar vernichteten apokalyptische Brände in Australien riesige Flächen, der Klimawandel wurde greifbar wie selten zuvor. Nach wie vor befanden (und befinden) sich Hunderttausende durch Konflikte und unter Beschuss des „Friedensprojekts“ EU auf der Flucht. Heinz-Christian Strache, der Klosterneuburger aus Wien-Landstraße mit ibizianischen Wurzeln (bei Ausländern ist die Provenienz für die Medienberichterstattung bekanntlich elementar!), hat sein Wiedereintreten in die Politik nicht nur bekanntgegeben, sondern letztlich sogar durchgezogen. Und dann verbreitet sich von China aus noch dieses elendige Coronavirus weltweit und pflügt über alle für dieses Jahr geschmiedeten Pläne wie ein führerloser Panzer, auf dass hierauf kein Gänseblümchen mehr steht. Als i-Tüpfelchen dann mittendrinn auch noch die Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut.

Und ja, wir brauchen uns nichts vormachen, eine Pandemie ist kein Lärcherl – nicht einmal mit großen Vordenkern wie Xavier Naidoo und Attila Hildmann in Schlüsselpositionen würden wir gemütlich durch die Krise spazieren. Aber – und auch das muss gesagt werden – dass viele Menschen sich heute – nach Monaten (!) noch immer inmitten der Krise – sorgen und verunsichert sind, liegt beileibe nicht allein daran, dass wir alle spätestens seit Ostern jemanden kennen, der an Corona gestorben ist, wie unser Bundeskanzler dereinst eindrücklich staatsmännisch warnte, sondern auch an der oft sachlich nicht begründeten, Unruhe stiftenden Panikmache, die in weiten Teilen der Bevölkerung – viele darunter sind sprunghaft vom Nationaltrainer zum Virologen aufgestiegen: die Schule des Lebens machts möglich! – stärker kursiert als das Virus selbst. Offenbar trifft das Thema auf eine „Paniksehnsucht“, ist Angst immerhin eines der am häufigsten ästhetisierten Gefühle in der Kulturgeschichte. Ganze Genres im Film, der Literatur, den bildenden Künsten, im Computerspiel und freilich auch der Musik beruhen darauf. Gerade dann, wenn der Horror ins alltägliche Geschehen rückt (siehe dazu Freuds Essay über „Das Unheimliche“), wird er umso dringlicher – demnach spielen unter anderem auch real wirkende Infektionsfiktionen wie „Outbreak“, „Contagation“ und „World War Z“ (und letztlich auch Zombie-Serien wie „The Walking Dead“) am erfolgreichsten mit der Angstlust der Zuschauer.

Tatsächlich wirkt das laufende Jahr nicht nur so, als wäre es von Stephen King und von Quentin Tarantino verfilmt, sondern auch, als wäre es dem „Festival des phantastischen Films“ auf den Leib geschneidert worden. Wäre die gesamte Menschheit ein Truman Burbank und das Jahr 2020 eben ihre „Show“, so könnte man tatsächlich von einem gelungenen Film, eingebettet in ein auch darüber hinaus wohlfeil kuratiertes Programm sprechen – denn wer weiß, welche Gefilde nach Australien, Hanau, Ostanatolien, Bangladesch, Beirut und Sumatra dieses Jahr noch in den Fokus der breitenwirksamen öffentlichen Wahrnehmung rücken – am 11. Oktober wären die Landtags- und Gemeinderatswahlen in Wien, am 31. Oktober die geplante Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg und am 3. November die Präsidentschaftswahlen in den USA, allesamt heiße Kandidaten für guten Filmstoff, bei dem das Lachen im Gesicht gefriert.

Beinahe ist man flehend versucht, somit der Bundesregierung slash-Festivalleiter Markus Keuschnigg moderierend zur Seite zu stellen – denn wer, wenn nicht er, kennt sich so gut mit der Gratwanderung auf des Messers Schneide, die tatsächlich nicht immer nur sprichwörtlich zu verstehen ist, aus? Wer, wenn nicht er, könnte vor einer Überblendung von Fiktion und Realität warnen, sind Geschichten im Gegensatz zum Geschehen immerhin Überhöhungen, die eine klare Sicht und besonnenes Handeln korrumpieren. Aber: Er wüsste auch – wie schon Aristoteles in seiner „Poetik“ vor ihm – von der kathartischen Kraft zu berichten, die das fiktive Schaudern evoziert – und die beinah kultische Reinigung, die das slash alljährlich und mittlerweile in seiner 11. frühherbstlichen Saison vollzieht, tut dieses Jahr wohler denn je. Zumal: Sollte 2020 im zügigen Fortschreiten – wir stehen erst bei 70 Prozent – noch weiter in Oasch gehen, ist das slash-Publikum immerhin gestiefelt und gespornt, jedwede Misere bis hin zur Dystopie zu meistern – denn der Schritt von Theorie zur Praxis ist, wie wir dieses Jahr schmerzlich erfahren durften, stets nur ein klitzekleiner …

Aus dem reichen Programm – die Vollversion findet ihr online auf der Festivalseite – haben wir unsere persönlichen Mignons exponiert, für alle der acht vorgestellten Filme könnt ihr je 1×2 Tickets gewinnen!

Es gibt dieses Jahr im Rahmen vom slash zahlreiche Kurzfilm-Blöcke zu bestaunen, darunter am 21. September ab 21 Uhr im Metro eine Auswahl an Kurzfilmen des Berliner Trashpoeten, Punksurrealisten und Undergroundidols Jörg Buttgereit. Neben Klassikern wie „Blutige Exzesse im Führerbunker“ (1982) und der „Kreuzigung“ und Pfählung von Vampir-Jesu (1986) freuen wir uns insbesondere auch auf seinen neuesten Kurfilm „Schweinchen“, eine Verwesungsstudie durchgeführt von Dr. Mark Benecke.

In „Bloodlust“ (23. September, 20:30 Uhr – Metro) hegt ein junger gehörloser Mann seit seiner traumatischen, von schwerem Missbrauch geprägten Kindheit nekrophile Neigungen, denen er mehr und mehr nachgibt. Während die Polizei ergebnislos nach dem Leichenschänder sucht, entwickelt dieser eine Faszination für seine noch sehr lebendige Nachbarin … Im Vorprogramm sehen wir das Portrait von Alex Wank (Pungent Stench, Totem Records) über Werner Pochath.

In „Breaking Surface“ (18. September, 18 Uhr – Filmcasino und 19. September, 15:30 Uhr – Metro) beschließen zwei sehr ungleiche Schwestern zwecks Bewältigung einer schwierigen Vergangenheit, in ein tiefes, dunkles norwegisches Fjord abzutauchen. Doch die erhoffte Katharsis wird unter einem herabstürzenden Felsen begraben. Dieser Thriller verfügt nicht nur über eine steile Spannungskurve, sondern ist zudem noch eingefasst in schönste norwegische Landschaftsbilder.

In „Butt Boy“ (19. September, 18 Uhr – Filmcasino und 25. September, 23 Uhr – Schikaneder) dreht sich alles um Familienvater Chip, bei den „olle im Oasch daham“ sind: An ihm rinnt sein Leben vorbei, bis ihm der Urologe den Finger in den Popsch steckt. So groß ist sein daraus entstehendes Glücksgefühl, dass er sich zu Hause erst kleine, dann immer größere Gegenstände rektal einführt. Und irgendwann ist dann das Familienhündchen nicht mehr auffindbar …

„Ich-chi“ (18. September, 20:30 Uhr – Metro und 19. September, 18 Uhr – Schikaneder) spielt in Jakutien, einer teilautonomen Republik im nordöstlichen Russland. Der titelgebende „Ich-chi“ ist ein Geist, und ein solcher sucht eine Bauernfamilie heim, die gerade zwischen Tradition und Moderne zerrieben wird. Das Ergebnis: Ein Folk-Horrorthriller, geprägt von den kargen, kalten Landschaften, getaucht in Nachtschwarz und Blutrot, beseelt von den Gespenstern der Vergangenheit.

In „Impetigore“ (21. September, 23:00 Uhr – Filmcasino und 22. September, 20:30 Uhr – Schikaneder) wird die Großstädterin Maya von einem derangierten Fremden auf offener Straße mit einer Machete attackiert und erwähnt dabei ihr Heimatdorf. So reist Maya mit ihrer besten Freundin dorthin und damit gleichsam in ihre mysteriöse Vergangenheit. Desto mehr Schichten von Mayas Familiengeschichte die Freundinnen freilegen, desto unheimlich wird es …

In „Pelikanblut“ (20. September, 20 Uhr – Filmcasino und 21. September, 18 Uhr – Metro) adoptiert die Polizeipferdetrainerin Wiebke ihr zweites Kind, die fünfjährige Raya. Schon kurz nachdem es auf der Ranch der Alleinerziehenden angekommen ist, zeigt das in seiner unklaren Vergangenheit offenbar schwer traumatisierte Mädchen gewalttätiges und antisoziales Verhalten. Mit ihrem eskalierenden Verhalten bringt Raya sich und andere in Gefahr, darunter auch Wiebkes Erstling Nicolina …

In „Saint Maud“ (25. September, 20:30 – Filmcasino und 26. September, 23 Uhr – Metro) hat die titelgebende Krankenschwester nach einer traumatischen Erfahrung zu Gott gefunden. Ihre Frömmigkeit reibt sich bald an den hedonistischen Exerzitien der unheilbar an Krebs erkrankten Modern-Dance-Legende Amanda, die sie in deren Villa an der englischen Küste pflegt: Ihre religiösen Visionen werden intensiver, ihre Anbindung an die Wirklichkeit poröser, und schließlich geht sie bis zum Äußersten.

Abgesehen von den zahlreichen geilen Filmen gibt es dieses Jahr zwar keine Partys, vier umrahmende Events können und dürfen aber dennoch stattfinden: Am 19. September im Metro die Salon Kitty Revue unter dem Stichwort „Cheeky Freaks“, am 24. September gastiert das slash in der Brunnenpassage und präsentiert das jüngste No-Budget-Delirium von den genialen DIY-Filmern aus Uganda, „Crazy World“. Am 26. September findet bereits ab 10 Uhr vormittags im Filmcasino die Matinée der 1000 Messer statt, ein Marathon mit vier blutigen Scheußlichkeiten („Rise of the Machine Girls“, „Scare Package“, „#ShakesspearesShitstorm“ und „Slaxx“) sowie Pizza-Jause von Domino’s, und am 4. Oktober schließlich präsentiert das slash im Rahmen der japanischen Filmtage Japannual im Filmcasino Yuta Muranos außergewöhnlichen Anima „7 Days War“.

Der Vorverkauf für das diesjährige slash startet am 11. September online auf der Festivalwebsite. Für die acht oben vorgestellten Filme verlosen wir je 1×2 Tickets:

1×2 Buttgereit Kurzfilme-Abend am 21. September ab 21 Uhr im Metro
1×2 Bloodlust am 23. September, 20:30 Uhr – Metro
1×2 Breaking Surface am 18. September, 18 Uhr – Filmcasino
1×2 Buttboy am 19. September, 18 Uhr – Filmcasino
1×2 Ich-Chi am 18. September, 20:30 Uhr – Metro
1×2 Impetigore am 21. September, 23 Uhr – Filmcasino
1×2 Pelikanblut am 20. September, 20 Uhr – Filmcasino
1×2 Saint Maud am 26. September, 23 Uhr – Metro

Gewonnene Tickets müssen bis eine halbe Stunde vor Filmbeginn abgeholt werden und sind personalisiert, damit nicht übertragbar!

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Sie möchten an unseren Verlosungen teilnehmen? Dann füllen Sie einfach das obige Formular aus, Einsendeschluss ist am 13. September. Die Verlosung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist nicht an den Erwerb des Magazins gebunden. Eine Weitergabe Ihrer persönlichen Daten an Dritte erfolgt mit Ausnahme der Personalisierung an das slash (Name und E-Mail-Adresse für das Contact Tracing, s. u.) nicht, sie werden zur Abwicklung des Gewinnspieles gespeichert – mehr Informationen dazu hier. Eine Barablöse des Gewinnes ist nicht möglich. Mitarbeiter der CTS Eventim Austria GmbH sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Bitte notieren Sie im Feld „Wunschgewinn“ den jeweiligen Wunsch-Filmtitel!

COVID-19 Info

Beim diesjährigen slash laufen weniger Filme als sonst, dafür in mehr Wiederholungen, um die eingeschränkte Sitzplatz-Kapazität auszugleichen. In den Kinos gibt es anders als in den Vorjahren keine freie Platzwahl, alle Tickets sind Platzkarten. Bitte tragt zu jeder Zeit im Gebäude einen MNS, bis ihr an eurem zugewiesenen Platz sitzt. Die Besucherdaten werden gemäß Datenschutzgesetz für Contact Tracing aufbewahrt und nach Ablauf von 28 Tagen sicher vernichtet. Erwerbt die Tickets nach Möglichkeit vorab online! Bei einer etwaigen Absage erhaltet ihr euer Geld zurück.

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