Happy Birthday, Volksoper

Die Wiener Volksoper feiert heute Geburtstag. Das Theater an der Währinger Straße steht nun schon seit 120 Jahren für Vielfalt in den Bereichen Oper, Operette, Musical und Ballett.

Viele Geschichten in der Geschichte der Volksoper

Als Sprechtheater konzipiert, wurde die heutige Volksoper am 14. Dezember 1898 anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. als Kaiserjubiläum-Stadttheater eröffnet. Der Kaiserjubiläum-Theaterverein hatte sich mit der Baut zum Ziel gesetzt, die sogenannte deutsche Kunst zu pflegen und einer breiten Schicht der Bevölkerung zugänglich zu machen. Fünf Jahre darauf schlitterte die Stätte jedoch in ihren ersten Konkurs.

Ansichtskarte des Kaiserjubiläums-Stadttheaters © Archiv Volksoper

I. Akt: Neustart als Volksoper

Noch im selben Jahr übernahm der aus Köln stammende Sänger und Regisseur Rainer Simons die Leitung und das Haus an der Währinger Straße wurde erstmals zu dem, was es heute ist: eine Volksoper. Schauspiel blieb weiterhin im Repertoire, doch Simons strukturierte gemeinsam mit Alexander Zemlinsky als Musikdirektor die Stätte zum Musiktheater um. In dieser Glanzzeit sorgten Simons Wagner-Produktionen für Furore, Strauss‘ „Salome“ und Puccinis „Tosca“ wurden erstmalig in Wien aufgeführt und auch die Operette hielt Einzug – vorerst allerdings lediglich als Gastspiel.

II. Akt: Ausweichquartier für Staatsoper

Gut ein Vierteljahrhundert später stellten die Verantwortlichen den Betrieb erneut ein, um ein Jahr darauf die Wiedereröffnung als Neues Wiener Schauspielhaus zu feiern. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs erhielt das Haus Subventionen und die beiden Direktoren Anton Baumann und Oskar Jölli fokussierten vor allem auf die Oper. Den Krieg überstand die Baut beinahe unbeschadet und fungierte daher nach Kriegsende als Ausweichquartier für die zerstörte Wiener Staatsoper. Mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze die Figaro“ wurde der Spielbetrieb der Volksoper am 1. Mai 1945 wieder aufgenommen.

Ansichtskarte der Volksoper, 1927 © Archiv Volksoper

III. Akt: Erfolg durch Vielfalt bis heute

Zusammen mit der Staatsoper und dem Burgtheater erfolgte 1955 die Eingliederung in die Österreichischen Bundestheater und die Volksoper machte sich dank Chefdramaturg Marcel Prawy für ihre Musical-Inszenierungen einen Namen. Daneben baute die Spielstätte weiter ihren Ruf aus, in Sachen Operette Nummer eins zu sein. Nach einem kurzen Zusammenschluss mit der Wiener Staatsoper spielte das Haus unter Direktoren wie Klaus Bachler, Dominique Mentha und Rudolf Berger ein breites Repertoire aus Oper, Operette, Musical und Ballett. Vor 11 Jahren übernahm Kammerschauspieler Robert Meyer die künstlerische Leitung der Volksoper, die nun auch ein vielfältiges Angebot für Kinder, Jugendliche und Familien bietet.

Quelle: volksoper.at/ Peter Blaha

© Dimo Dimov/Volksoper Wien

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