Hunger auf Events lässt Zustimmung zu Covid-Präventionsmaßnahmen steigen

Christoph Klingler

Eine von oeticket in Auftrag gegebene Studie zeigt überdurchschnittliche Bereitschaft, Covid-19-Schutzmaßnahmen in Kauf zu nehmen, um Events wieder möglich zu machen.

Im Dezember 2020 hat oeticket in Zusammenarbeit mit dem Institut Ipsos bundesweit rund 17.000 Menschen befragt, wie sie den pandemiebedingten Stillstand des kulturellen Lebens wahrnehmen. Dabei handelt es sich um die größte in Europa durchgeführte Studie zu diesem Thema. Neben persönlichen Einschränkungen stand das Mittragen der Maßnahmen im Fokus der Studie, wenn diese eine Rückkehr zu einer annähernd gewohnten Normalität zulassen. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass Herr und Frau Österreicher kulturell ausgehungert sind. Beachtliche 85 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich durch Absagen und Verschiebungen von Veranstaltungen in ihrem persönlichen Freizeitverhalten eingeschränkt fühlen. Acht von Zehn würden einen zusätzlichen Zeitaufwand für Covid-19-Schutzmaßnahmen wie Registrierung oder die Vorlage eines negativen Schnelltests vor Veranstaltungsbeginn in Kauf nehmen. 67 Prozent der Befragten sind bereit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, um am kulturellen Leben im realen Raum wieder teilzunehmen.

Nicht nur die Branche leidet unter dem fast zehn Monate anhaltenden Veranstaltungsstillstand, auch die Menschen. Das zeigt sich in der überdurchschnittlich ausgeprägten Bereitschaft gegenüber Präventionsmaßnahmen. Allein 67 Prozent der Befragten würden sich impfen lassen, um endlich wieder Normalität zu erleben. Die Menschen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und Maßnahmen mitzutragen, damit Live-Entertainment wieder stattfinden kann. Diese positive Grundstimmung gibt Zuversicht und sollte auch die Regierung zu entsprechenden Schritten bewegen.

Christoph Klingler, oeticket-Geschäftsführer

Vorfreude auf Live-Events ist groß

Ganz oben auf der Liste der ersehnten Events stehen mit 98 Prozent Besuche von Konzerten und Festivals, gefolgt von Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen (73 Prozent). Letztere erfreuen sich vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen besonderer Beliebtheit. 87 Prozent der Befragten besuchten vor dem Ausbruch der Pandemie jährlich zumindest drei Events. Je zwei Drittel der Studienteilnehmer freuen sich auf das Wiederstattfinden von Veranstaltungen aus den Genres „Kultur und Klassik“ sowie „Musical und Show“. Auch hier dominiert die Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen: 90 Prozent geben an, zumindest drei Kultur- oder Klassikveranstaltungen pro Jahr zu besuchen, 86 Prozent Musicals oder Shows. Etwas abgeschlagen zeigt sich das Interesse an Sportveranstaltungen. Sie werden von 49 Prozent der Befragten im Alter von 20 bis 59 Jahren vermisst, wurden sie doch zumindest drei Mal pro Jahr besucht (87 Prozent).

Tenor der Studie: Hauptsache, Live-Entertainment findet wieder statt

Wie sehr sich die Studienteilnehmer auf die Wiederkehr von Veranstaltungen freuen, zeigt sich an der Bereitschaft gegenüber Covid-19-Schutzmaßmaßnahmen: 75 Prozent stehen Registrierungen, dem Durchführen von Schnelltests und verstärkten Einlassregelungen positiv gegenüber. 51 Prozent würden hierfür sogar eine ganze Stunde Mehraufwand in Kauf nehmen, weitere 37 Prozent rund eine halbe Stunde. Überdurchschnittliche Zustimmungswerte für Präventionsmaßnahmen wie etwa fix zugewiesene Sitzplätze im Indoor- bzw. Outdoor-Bereich (94 bzw. 85 Prozent), die Einhaltung des Mindestabstands (89 Prozent), längere Wartezeiten beim Einlass zur Regulierung des Besucherstroms (86 Prozent), Datenerfassung im Verkaufsprozess (86 Prozent) bzw. vor Ort (77 Prozent), das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Verlassen des Sitzplatzes (84 Prozent) oder dem Wegfall einer Pause (69 Prozent) sprechen eine deutliche Sprache. Sechs von Zehn wären zudem bereit, einen negativen Covid-19-Test vorzulegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alles, um endlich wieder Live-Entertainment konsumieren zu dürfen!

Die Studie wurde Ende Dezember 2020 durchgeführt. Sie bildet die Stimmungslage noch vor Aufkommen der Virusmutationen aus UK, Brasilien und Südafrika ab.