Kreisky: Neues Album „Atlantis“

Die „Großmeister des Grant“ suchen auf ihrem heute erscheinenden Album nach Mystischem und Verschollenem, nach den Überresten der eigenen Jugend, nach zu Tode justierten Idealen, nach unwiderruflich Verlorenem.

Es gibt auf dem neuen Kreisky-Album kein Meer, kein versunkenes Inselreich und keinen Indiana Jones, der danach taucht. Und doch ist der Titel „Atlantis“ ein guter Schlüssel, um den neuen Stücken auf den Grund zu gehen. Kreisky sind hier auf der Suche nach Mystischem und Verschollenem, nach den Überresten der eigenen Jugend, nach zu Tode justierten Idealen, nach unwiderruflich Verlorenem.

Über Kreisky

Kreisky, 2005 gegründet, sind nach wie vor und mehr denn je Martin Max Offenhubers manieriertmaschinistische Gitarren, Klaus Mitters zweckdienlich zerfahrenes Schlagzeug und Franz Adrian Wenzls zwischen Eingebung und Auswurf pendelnder Gesang. Neu am sinkenden Schiff ist Bassist Helmuth Brossmann. Brossmanns Vorgänger Gregor Tischberger ist als Co-Produzent und quasi fünfter Beatle für den großartigen Sound des Albums verantwortlich.

Menschen brechen in diesen Liedern, Menschen werden gebrochen, Menschen isolieren sich, um nicht gebrochen zu werden, oder aber – und das ist in seinem offen zur Schau gestellten Optimismus ein deutliches Novum für die „Großmeister des Grant“ – sie lassen sich nicht brechen. „Wenn einer sagt, was du da machst, ist der letzte Dreck – sag: Es ist mein Dreck!“

„Atlantis“ ist die bis dato musikalisch wie textlich ausgefeilteste und beziehungsreichste Platte dieser singulären Band. Es finden sich darauf keine in die Länge gezogenen Slogan-Jingles, sondern penibel ausgefeilte Kurzgeschichten in Text, Sound und Arrangement. Ein kleines Wunder von einem Song, wie nur Kreisky es zustande bringen, ist „Kilometerweit Weizen“. Da klingt die Gitarre wie ein an Burn-out laborierendes Altsaxophon, Sänger Franz Adrian Wenzl deklamiert eine leicht schiefe Geschichte arroganter Adoleszenz; ein nah am Schlager gebauter Refrain implodiert kurz vorm Schunkeln und schlägt ins Bedrohliche um. Ein Stück Traumlogik, das exemplarisch zeigt, wie nah sich das Böse und das Blöde, das Kluge und das Banale bei Kreisky (wie im echten Leben!) stets sind.

Demnächst stellen Kreisky ihr neues Album auch live vor – unter anderem in Linz und Salzburg. Tickets jetzt bei oeticket.com sichern!