Oper im Steinbruch 2019 mit Max Simonischek

Nach einem Jahr Pause kehrt die Oper mit Mozarts „Zauberflöte“ nach St. Margarethen zurück. Dem Ruf in die spektakuläre Kulisse des Steinbruchs folgt auch NESTROY-Preisträger Max Simonischek.

Raimund Bauer (Bühne), Karsten Januschke (Musikalische Leitung), Carolin Pienkos, Cornelius Obonya (beide Regie) und Max Simonischek bei der heutigen Pressekonferenz zur Oper im Steinbruch 2019 (v.l.n.r.)

„Etwas hat gefehlt, nicht nur kulturell“, kommentiert Hans Peter Doskozil heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Wiederaufnahme der Oper im Steinbruch St. Margarethen. Und so wagt man sich in der Saison 2019 an eine der bekanntesten und beliebtesten Opern überhaupt: Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte. „Es ist die Oper der Opern, mit einem unheimlichen Reichtum an Elementen. Einerseits wagt sich die Zauberflöte tief in die Schatten hinein und ist dennoch komödiantisch“, führt Barbara Rett begeistert aus.

Besondere Herausforderung

Die Zauberflöte ist eine der größten Kompositionen, die je geschrieben wurden. Verschiedene Stile und Erzählungen fließen ineinander. Unglaublich, wie Mozart das bewerkstelligt hat. (Karsten Januschke, Musikalischer Leitung)

1791 in Wien uraufgeführt, ist Die Zauberflöte eines der letzten Werke des früh verstorbenen Genies Wolfgang Amadeus Mozart. Die Oper verbindet auf unnachahmliche Art Leichtigkeit und Tiefgang, Verspieltheit und Würde, Kindliches und Reifes. Volkstheater wollte Die Zauberflöte stets sein – echtes Volksgut sind mittlerweile viele musikalische Hauptthemen geworden: Papagenos Vogelfängerlied, Taminos verträumt-innige Betrachtung des „bezaubernd schönen Bildnisses“ oder Paminas melancholisches „Ach, ich fühl’s“. Vor allem die virtuosen Koloraturarien der Königin der Nacht reißen das Publikum damals wie heute zu Beifallsstürmen hin, und für manch eingefleischten Opernfan sind sie die frühesten Erinnerungen an die leidenschaftliche Begeisterung, die die Oper auszulösen vermag.

Der besonderen Herausforderung ist sich auch das Regieteam Cornelius Obonya und Gattin Carolin Pienkos bewusst: „Es ist der Mix an Elementen, vom Realen hin zum Fantastischen, Utopischen und Überrealen und letztlich doch wieder dahin zurückkehrend, dass Menschen zueinander finden wollen, der die Faszination von Mozarts Meisterwerk ausmacht.“

Die ganz gewöhnliche Fantasie, die in jedem von uns Menschen steckt, setzen wir als wirkende Kraft ein. (Cornelius Obonya, Regie)

Max Simonischek gibt den Papageno

Gespannt darf man auf das Operndebüt von Max Simonischek sein. Der aus Film, Fernsehen und dem Theater bekannte Schauspieler konnte für die Rolle des Genussmenschen Papageno gewonnen werden. Sein Engagement für die Bühne des Musiktheaters kommentiert er humorvoll, dass es anstelle einer Papageno-Verkörperung womöglich doch ein „Plappergeno“ werden könnte.

Wir erleben allerbeste, musikalische Qualität auf der Bühne. Karsten Januschke hat eine feine Auslese an Künstlern getroffen. (Barbara Rett)

Schon Donizettis „Liebestrank“ im Steinbruch musikalisch geleitet, kehrt mit Karsten Januschke ein alter Bekannter in den Steinbruch St. Margarethen zurück. Der deutsche Künstler dirigiert Mozarts Werk mit einer gelungene Melange aus international etablierten SängerInnen und aufstrebenden, jungen KünstlerInnen, oder besser mit Januschkes eigenen Worten formuliert: „Wir haben stimmlich wie menschlich ein gutes Team zusammengestellt.“ Luke Stoker als Sarastro, Attilo Glaser als Tamino und Ana Maria Labin als Pamina sowie Danae Kontora als Königin der Nacht stehen Nina Tarandek und etwa Réka Kristóf zur Seite. Engelsgleich verkörpern die Sängerknaben aus St. Florian die drei Knaben. Wie schon in den letzten Jahren steht mit dem Philharmonia Chor Wien unter der Leitung von Walter Zeh ein herausragender und bewährter Klangkörper auf der Margarethener Bühne. Erstmals wird dieser 2019 vom Orchester der Budapester Philharmonischen Gesellschaft begleitet.

Und die Bühne?

Der Steinbruch spielt eine Rolle und die spielt er auch im Bühnenbild; er wird nicht ausgeblendet. (Raimund Bauer, Bühnenbild)

Die wird natürlich spektakulär. Raimund Bauer, vielen noch für sein buntes Bühnenbild aus dem „Liebestrank“ in Erinnerung, verbindet gekonnt unheimlich-schaurige Elemente mit der Hauptinspirationsquelle des Sonnenkreises. In der schroffen Felsenlandschaft treffen im Flug erstarrte Raben auf Feuerbälle, die sich letzten Endes in den warmen Strahlen der Sonne auflösen.

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Zur Auffrischung: Der Inhalt

Jeder von uns kann sich in der Oper wiederfinden. (Karsten Januschke)

Prinz Tamino – soeben vor einem gefährlichen Ungeheuer errettet – wird von der Königin der Nacht entsandt, ihre Tochter Pamina zu retten, die von Sarastro entführt wurde. Ihm zur Seite gestellt wird der Vogelfänger Papageno. Tamino erhält eine Zauberflöte, Papageno ein magisches Glockenspiel, um wilde Tiere zu zähmen, Prüfungen zu bestehen und Rätsel zu lösen. Wer wird siegen – Nacht oder Tag? Gut oder Böse? Am Ende bleibt allein die Liebe die Siegerin. Prinz und Prinzessin finden zueinander, gehen miteinander durch Feuer und Wasser, und auch der Vogelfänger darf sein „geliebtes Täubchen“ in die Arme schließen.

Mit der Oper im Steinbruch St. Margarethen ist der Kultursommer wieder komplett. (Barbara Rett)

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