Oper im Steinbruch: Turandot in der „Game of Thrones“-Version

Puccinis Klassiker „Turandot“ wird ab 8. Juli 2020 in der Oper im Steinbruch gezeigt. 

Daniel Serafin (Künstlerischer Leiter), Thaddeus Strassberger (Regisseur), Barbara Rett (Moderatorin), Paul Tate de Poo (Bühnenbildner) und Alexander Wrabetz (ORF-Generaldirektor) bei der Pressekonferenz

Die diesjährige Produktion der „Zauberflöte“ war ein großer Erfolg für die Oper im Steinbruch: eine Auslastung von 93% und 250 000 Zusehende bei der ORF-Übertragung. Bei der Pressekonferenz kamen die Moderatorin Barbara Rett, der Künstlerische Leiter, Daniel Serafin, der Generaldirektor der Esterházy-Stiftungsgruppe, Stefan Ottrubay, und der ORF- Generaldirektor, Alexander Wrabetz, darüber gar nicht aus dem Schwärmen.

Es geht um das ganze Erlebnis Oper im Steinbruch.

Daniel Serafin, Künstlerischer Leiter

Daher wird mit Sehnsucht der nächste Sommer erwartet, wo mit „Turandot“ ab 8. Juli 2020 ein echter Klassiker am Programm steht. Dafür setzt man nicht nur auf ein Spitzenensemble rund um Martina Serafin, sondern auch auf ein internationales Leitungsteam, wie Regisseur Thaddeus Strassberger, Bühnenbildner Paul Tate de Poo und Dirigent Giuseppe Finzi.

Klassiker der italienischen Oper

Turandot“ ist die letzte, unvollendete Oper von Giacomo Puccini, die 1926, mit einer Ergänzung der letzten Szene durch Franco Alfano, uraufgeführt wurde. Diese Version wird auch in der Oper im Steinbruch zu sehen sein. Die beliebte Oper glänzt nicht nur durch „Nessun dorma!“, eine der beliebtesten Opernarien, sondern die gesamte Partitur ist mitreißend.  Der Stoff der „Turandot“ ist ein einige Jahrhunderte alt, aber der amerikanische Regisseur Strassberger hat den Bezug zur Realität herausgestrichen.

Im Märchen ist es extremer, aber die Liebe ist immer riskant.

Thaddeus Strassberger, Regisseur

Um die Liebe kreist eben auch die Handlung: Die geheimnisvolle Prinzessin Turandot stellt jedem potenziellen Ehemann drei Rätsel. Ein einziger Prinz kann diese lösen und stellt Turandot wiederum eine Aufgabe: Sie müsse seinen Namen erraten, um der Ehe mit ihm zu entkommen. Turandot verhängt über ihr Volk ein Verbot zu schlafen, bis der Name des Unbekannten gefunden ist. Erst am Ende wird auch die kalte Prinzessin von der Liebe bewegt.

Internationales Spitzenensemble

Der Dirigent Giuseppe Finzi, ein ausgewiesener Spezialist für die gewaltigen Partituren Giacomo Puccinis, ist erstmals bei der Oper im Steinbruch. Alte Bekannte sind hingegen der Philharmonia Chor Wien unter der Leitung von Walter Zeh und das Orchester der Budapester Philharmonischen Gesellschaft, das letztes Jahr bei der „Zauberflöte“ einen fantastischen Einstieg schaffte.

Beim Ensemble wird ebenfalls auf eine internationalen Mischung aus Bekannten und Newcomern gesetzt: Die Titelrolle wird die österreichische Sopranistin Martina Serafin übernehmen, die bereits 2015 als Tosca einen großen Erfolg feierte. In anderen Vorstellungen gibt die polnisch-amerikanische Sopranistin Ewa Płonka als Turandot ihr Hauptrollen-Debüt in Österreich. In weiteren Rollen sind unter anderem Andrea Shin, Leonardo Caimi, Donata d’Annunzio Lombardi, Celine Byrne, Alessandro Guerzoni, Kihwan Sim und Benedikt Kobel zu sehen.

Modell des Bühnenbildes

Opulente Bühne und Kostüme

Tate de Poo orientiert sich beim Bühnenbild an chinesischen Elfenbeinschnitzereien und gestaltet eine fragile und detaillierte Bühne, die sich in den Steinbruch eingliedern soll. Tate de Poo wie auch Regisseur Strassberger haben den Bezug der Oper zur Nacht bzw. zum Tod herausgestrichen. Bei der Freiluftbühne in St. Margarethen wird die Dunkelheit auch in der Oper szenisch miteinbezogen und durch stimmungsvolle Lichtquellen bewusst durchbrochen – etwa um die Arie „Nessun Dorma“ gebührend in Szene zu setzen. Auch bei den Kostümen setzt Giuseppe Palella auf Kontraste und gestaltet aufwendige, detaillierte Gewänder in Handarbeit, etwa ein 70-Kilo-schweres Totenkopf-Kostüm für den Mandarin.

Das wird eine „Game of Thrones“-Turandot-Version.

Daniel Serafin, Künstlerischer Leiter

Große Vorfreude

Bei der Pressekonferenz berichteten Barbara Rett und Daniel Serafin von der großartigen Stimmung, die jedes Jahr im ganzen Produktionsteam herrscht, und  warnten die „Neulinge“ gleichzeitig vor der Hitze und den Unwettern, die das Arbeiten in St. Margarethen oft schwierig machen. Die Antwort Strassbergers war deutlich: „We are ready!“ 

Am 8. Juli 2020 feiert „Turandot“ Premiere und ist dann bis zum 15. August in St. Margarethen zu sehen!