Philipp Spiegl: Gegen die Einsamkeit des Lockdowns

Philip Spiegl

Philipp Spiegl stellt mit „Soap Opera“ seine EP vor, die nicht nur ein treffender Soundtrack für kalte Tage, sondern auch ein Gegenentwurf zur biedermeierlichen Zwangshäuslichkeit darstellt.

Die vier Songs der EP erzählen von der Ferne, vom Wegsein, vom Pendeln zwischen Wien und Brno – Kafka und Milena. Sie sind in der Einsamkeit des Lockdown entstanden, als der Songwriter erstmals auch mit elektronischen Klangerzeugern experimentierte.

Ob beim noch etwas konkreteren „Desire“, wo post-punkige Drummachines, sägende E-Gitarren und eindringliche Vocals nach Verlangen schreien. Oder bei „110km“, wo sich Ambient-Sounds in einem diffusen Soundnebel verlieren. Und auch bei „Někam do Samoty“ und beim Titeltrack „Soap Opera“ hört man sphärische Melancholie, gehüllt in eine Klangwolke aus Synthesizern und verhallten Gitarren. Die unverkennbare Stimme wird nur spärlich eingesetzt und gibt den Songs den letzten Feinschliff.

Zum Song „110km“ gibt es zum EP-Release auch ein schönes Lyricvideo – eine Zugfahrt von Brünn nach Wien.