Presserundschau „Rigoletto“

Nicht nur der Clown beeindruckte bei der Eröffnungspremiere der Bregenzer Festspiele.

Foto: Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Gestern starteten die Bregenzer Festspiele mit der Neuproduktion von „Rigoletto“ in ihre heurige Saison. Bereits im Vorfeld sorgte der überdimensional große Clownskopf auf der Bühne für Aufsehen. Die KünstlerInnen standen dem in nichts nach. Lesen Sie selbst. 

Pressestimmen

Größtes Spektakel seit Jahren

Köpfchen muss man haben – das gilt für den neuen „Rigoletto“ als Eröffnungspremiere der Bregenzer Festspiele 2019 genauso wie für Philipp Stölzl. Mit einem gigantischen Haupt als zentralem Bühnenelement macht der deutsche Regisseur Giuseppe Verdis Hauptwerk zum Haupt-Werk und lieferte am Mittwochabend mit seiner Inszenierung das fraglos größte Spektakel am See seit Jahren ab.

Martin Fichter-Wöß/ APA (Kleine Zeitung), 18. Juli

Regie und das opulente Bühnenbild stammen von Philipp Stölzl. Die Dreiecksgeschichte um den Herzog, seinen Hofnarren Rigoletto und dessen Tochter verzichtet trotz spektakulärem Outfit nicht auf intim berührende Momente. Stölzl verpackt diese delikaten Teile der Oper in einer Art grotesken Welt. Für den reibungslosen Ablauf des minutiös geplanten, zweistündigen Open-Air-Spektakels sorgen 1.000 Menschen.

3sat/ Kulturzeit kompakt

[S]pektakulär ist die farbenprächtige Umsetzung (Kostüme: Kathi Maurer) auf jeden Fall, oft auch poetisch und anschaulich: An Gildas Bregenzer Bleibe erkennt der Zuschauer sofort, dass „Rigoletto“ das Leben seiner Tochter fest in der Hand hat. Rigolettos rapunzelartige Erhöhung Gildas wird in ihren Ballonfahrten bildlich begreifbar.

Stefan Ender/ Der Standard, 18. Juli

Bühne: neue Zeitrechnung

Dieser „Rigoletto“ hat eine neue Zeitrechnung in Sachen Bühnentechnik bei den Bregenzer Festspielen eingeläutet.

Martin Fichter-Wöß/ APA (Kleine Zeitung), 18. Juli

Verblüffend, wie sich der Gesichtsausdruck dieser Puppe je nach Licht und Augenaufschlag verändert. Das macht richtig Effekt, und der Einfall, dieses Gesicht nach und nach zerstören zu lassen, passt ohne Zweifel zum „Rigoletto“, wo der gleichnamige Hofnarr ja vom eiskalten Zyniker zum hilflosen Opfer wird.

Peter Jungblut/ BR Klassik, 18. Juli
Foto: Bregenzer Festspiele/ Karl Forster

Deshalb ist Stölzls gemeinsam mit Heike Vollmer gebaute Bühne natürlich nicht nur ein schlaues Erzählelement – sondern sehr wohl auch tonnenschwere Bildgewalt. An einer Stelle wird dem Puppenkopf die Nase abgeschlagen, ein anderes Mal kullern riesige Augäpfel über die Bühne. Dass die Hand einmal den Mittelfinger zeigt, gehört für jemanden, der die MTV-Generation mitgeprägt hat, wohl einfach dazu.

Florian Bock/ ORF.at, 18. Juli

Frappant, welche Vielzahl an Gesichtsausdrücken, welchen mimischen Reichtum diese Bühnenskulptur zu leisten imstande ist. Neben der ausgeklügelten Hydraulik ist hier nicht zuletzt die gekonnte Lichtsetzung entscheidend. La testa e mobile, um den berühmtesten Arienschlager des Stücks zu paraphrasieren.

Martin Fichter-Wöß/ APA (Kleine Zeitung), 18. Juli

Mélissa Petit als Gilda brilliert

[W]as bei der Premiere bei den drei zentralen Partien geboten wurde (es gibt wechselnde Besetzungen), war herausragend.

Stefan Ender/ Der Standard, 18. Juli

Schwindelerregend, was Sänger, Stuntleute und Statisten da leisten, atemberaubend, wie Gilda hoch in der Luft baumelnd am Schwebeseil entführt wird – dafür gab´s Sonderapplaus.

Peter Jungblut/ BR Klassik, 18. Juli

Mélissa Petit schaffte es als Gilda staunenswert, das Publikum zu betören.

Peter Jungblut/ BR Klassik, 18. Juli

Überragend und das Glanzlicht dieser Produktion ist Mélissa Petit als Gilda. Souverän legt sie ihre heikle Koloratur-Partie in allen Lebenslagen hin – sprichwörtlich. Denn sie hat einige Stunts zu bewältigen, klettert auf dem Bühnenbild umher und entschwebt während ihrer berührenden Arie „Caro nome“ in einem Heliumballon bis auf etwa 15 Meter in den Himmel über dem Bodensee. Als ob das noch nicht genug wäre, setzt sie sich singend auch noch auf die Kante des Ballonkorbs: stimmungsvoll und atemberaubend.

Moritz Weber/ SRF, 18. Juli

Mehr als jede optische Zirkusnummer fesselte Mélissa Petit, deren schwebender, runder, glänzender Sopran Gildas mädchenhafte Unschuld in idealer Weise transportierte. Stefan Ender/ Der Standard, 18. Juli

Foto: Bregenzer Festspiele / Karl Forster

Stephen Costello bewältigte die strapaziöse Partie des Duca di Mantua bravourös, ging nur selten ein wenig zu sehr in die Vollen und bot auch zarte Töne. Kaum Wünsche offen ließ Vladimir Stoyanov als Rigoletto, der mit seinem geschmeidigen Bariton routiniert die ganze Bandbreite der Partie von inniger Liebe bis zu Hass und Verzweiflung zum Ausdruck brachte.

Stefan Ender/ Der Standard, 18. Juli

Dabei wüssten allen voran Vladimir Stoyanov als sichere Bank in der Titelrolle und Melissa Petit als seine Tochter Gilda mit überraschend reifem Sopran für die Partie auch ohne Pomp mit ihren sängerischen Fähigkeiten zu überzeugen. Und auch Stephen Costello mauserte sich nach anfänglichen Intonationsschwierigkeiten zum guten Herzog.

Martin Fichter-Wöß/ APA (Kleine Zeitung), 18. Juli

Musikalische Präzision

Die Wiener Symphoniker interpretierten Verdis Klassiker unter der Leitung von Enrique Mazzola engagiert und differenziert; energiegeladen und unheilvoll schon das erste große Crescendo im Vorspiel. Nuanciert und präzise auch im Pianissimo der Prager Phil harmonische Chor und der Bregenzer Festspielchor. Begeisterter Applaus für alle Artisten.

Stefan Ender/ Der Standard, 18. Juli

Mazzola hat mit den Wiener Symphonikern einen maximal durchsichtigen Klang entwickelt, in dem auch die instrumentalen Soli viel Raum gewinnen. Die Rhythmen federn elegant, Akzente explodieren mit knapper Härte, die Präzision ist auch bei den beiden Chören – dem auf der Bühne agierenden Festspielchor und dem drinnen singenden Prager Philharmonischen Chor – vorbildlich.

Michael Stallknecht/ Neue Züricher Zeitung, 18. Juli

Enrique Mazzola realisierte mit den Wiener Symphonikern jedenfalls eine zügige, auf Brillanz und Brio bedachte Lesart der Partitur.

Walter Weidringer/ Die Presse, 18. Juli

Insgesamt ein technisch furioser „Rigoletto“, der seine 7.000 Zuschauer täglich nicht enttäuschen wird.

Peter Jungblut/ BR Klassik, 18. Juli

Die Vorstellungen für „Rigoletto“ 2019 sind restlos ausverkauft. Erleben Sie 2020 die Magie der Bregenzer Festspiele und registrieren Sie sich für den Ticketalarm – wir informieren Sie rechtzeitig zum Verkaufsstart.