Singlepremiere: doppelfinger „A Place To Go“

Doppelfinger

Der Wiener Singer-Songwriter doppelfinger huldigt mit seiner neuen Single „A Place To Go“ unverfroren, aber gekonnt seinen frühen Folk-Heldinnen.

Schon Ende des letzten Jahres hat der Wiener Singer-Songwriter doppelfinger sein schräg-schönes Debüt „Trouble“ veröffentlicht und keine zu bescheidene Aufmerksamkeit von der heimischen Musikszene dafür erhalten. Nennenswerte Playlist-Platzierungen zeigten zuletzt, dass sich sein ehrlicher und doch neu & eigenständig klingender Folk-Sound auch in Übersee, der Wiege des Genres, zuhause fühlt. Die Zuneigung von anderen bekannten Kreativen, etwa z. B. in Form der Zusammenarbeit mit Jakob Herber (Production – FLUT, Anger, Culk), Sophie Lindinger (Mix – My Ugly Clementine, Leyya) und Kindheitsfreundin OSKA (Backing-Vocals) sowie Support-Shows bei Nino aus Wien und Anger machen ebenso deutlich, in welche Richtung es gehen kann und lassen auf Größeres hoffen.

doppelfingers zweite Single „A Place To Go“ erscheint am heutigen Freitag und ist der erste Song, den Clemens Bäre geschrieben hat – damals noch in seinem früheren Kinderzimmer in Oberösterreich und abseits von allem Urbanen. Dieses und seine vielen weiteren Lieder waren ursprünglich nie dafür bestimmt, von anderen gehört zu werden. Die Musik und das Schreiben dienen seit jeher als Rückzug, wenn alles rundherum zu schnell, zu laut wird:

»Thank god I know a place to go
where my heart beats slow,
where my mind isn‘t racing all the time.«

Dieser „Ort“ bietet Ruhe und Zuflucht; heißt Familie und Freundschaft, bedeutet Passion und Zerstreuung; dieser „Ort“ kann zeitgleich und völlig unkitschig aber auch einer sein, an dem man sich andere Wunden zufügt: Sucht, Zerstörung, Isolation, Tod.

»So I say my last good byes
and I hide from your eyes
and I run from the pain and all the memories we‘ve made.«

doppelfinger geht genau dorthin, wo’s weh tut und wagt sich nun mit seiner Musik doch nach draußen, um sie für das sprechen zu lassen, für das man oft schwer Worte findet – um auch anderen, die Ähnliches erfahren, Worte zu geben, um sich mit ihnen zu verbinden. Der Song huldigt ganz unverfroren jene alten Folk-Held*innen, denen doppelfinger sich als »angsty Teen“ zuwendete, die ihn inspirierten und ihn schließlich seinen „A Place To Go“ – die Musik – finden ließen. Der Track wurde ganz bewusst rough, mithilfe eines 4-Track-Recorders, auf Tape aufgenommen und stellt dabei nicht nur eine Referenz zu den frühen Dylan-Witmark-Demos her, sondern soll das Gefühl von damals, als der Song entstand, so ehrlich wie möglich wiedergeben. Was sich also anhört, als würde es aus einem vergangenen Jahrzehnt stammen, ist vielmehr eine kleine Coming-of-Age-Hymne, ein nostalgisches Zelebrieren vergangener, (vermeintlich) ruhigerer Tage in turbulenten Zeiten – und ist gerade deshalb aktueller, als man wohl meinen