Singlepremiere: Grant „Galaxien“

Grant

Was Leonhard Cohen von Kurt Waldheim trennt, das fragen sich die Wiener Grant in ihrer neuen Single „Galaxien“.

Grant, österreichisch für „schlechte Laune“, wird gerne als allgemeine Gemütsregung den Wienern zugeschrieben. Akzentfrei sind die fünf Jungs von Grant sicher nicht unterwegs, musikalisch jedoch weit entfernt von aktuellen Retro-Austropop Erfolgen, sondern mehr beeinflusst vom Rock’n’Roll zeitgenössischer britischer Schule. Als Vorgruppe bei einem (damals noch überschaubar großen) Wanda-Konzert fielen sie deren Manager Stefan Redelsteiner in den Schoß, der Grant auch zu Problembär Records lotste. Da war das Debütalbum eigentlich schon aufgenommen, bei Patrick Sischka im Alberner Hafen. Nach etwas Lethargie und auch etwas Fine Tuning erschien es offiziell im November 2016 auf Problembär Records unter dem schlichten Titel „Grant“.

Im November 2017 erschien das zweite Album „Unter dem Milchwald“. Darauf nahmen Grant das, was sie auf dem ersten Album ausgezeichnet hat, nämlich ihre gelungene Wiener Melange aus Britpopbands wie Oasis und österreichischen Indie Bands wie Wanda oder Ja Panik (Bayerischer Rundfunk), fügten noch etwas Prog Rock à la Pink Floyd hinzu, und rundeten das Ganze mit dem geschickten Einsatz von Bläsern, diversen Percussionelementen, Synthesizern und Piano ab. Das dritte Album „Größenwahn“ wird nun im Jänner 2021 auf Problembär veröffentlicht.

„Galaxien“ ist ein Ausschnitt aus „Größenwahn“: Ein Jahr nach dem Tod des kanadischen Musikers schreibt Grant-Sänger Dima Braune den Song „Galaxien“. Darin manifestieren sich die Geister Cohens und des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten mit NS-Vergangenheit Kurt Waldheim als das Gute und das Böse in jedem Menschen. Waldheim ist wie der Teufel persönlich, der aus mir spricht. Cohen so etwas wie mein Schutzengel. Beide wollen mich leiten. Auf beide höre ich. Und auch wieder nicht, beschreibt Dima Braune den inneren Konflikt, der in „Galaxien“ wütet. So ist das Lied gleichzeitig eine Hommage an Cohen und an die Absurdität des Suchens und Findens. Der Protagonist ist ein scheiternder Suchender, der trotzdem glaubt, eine unwahrscheinliche Entdeckung zu machen, ähnlich der von außerirdischem Leben. So bleibt am Ende nur die Sehnsucht. „Galaxien“ wirkt wie aus einem einzigen großen Marmorblock gemeißelt. Vielleicht weil ihn Dima Braune in 10 Minuten niedergeschrieben hat. Ich habe ihn gleich am Laptop aufgenommen, weil sonst die Möglichkeit besteht, dass ich den Song wieder vergesse, was mir unzählige Male passiert ist. So wurde „Galaxien“ zum ersten von 15 Songs, die im Jänner 2021 auf dem neuen Album „Größenwahn“ zu hören sein werden.

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