Singlepremiere: Leyya „The Paper“

Leyya

Nach gut zwei Jahren Abstinez legen Leyya mit „The Paper“ endlich eine neue Single nach – eine Single, bei der sie Stimmung und Zeitgeist auf ihre unikale Weise einfangen.

Sie haben sich aus 2020 ihren ganz eigenen Reim gemacht und sind wieder da: Leyya. Mit Songs wie „Superego“ (2015), „Butter“ (2016), „Zoo“ (2017) oder „Wannabe“ (2018) wurden sie zu einem der maßgeblichsten Pop-Formationen aus dem Alpenraum und haben sie sich über Jahre hinweg tief in Ohr und Gedächtnis geprägt. Sie haben Preise – etwa zwei Amadeus Awards und einen UK Music Video Award – gewonnen, hochgepriesene Alben („Spanish Disco“, 2015 und „Sauna“, 2018) veröffentlicht und mehr als 20 Länder – bis hin nach Mexiko und die USA – betourt. Nach zuletzt gut zwei Jahren Abstinenz von ihrem Herzensprojekt erscheint nun „The Paper“.

Schon seit jeher hat das Duo verstanden, Stimmung und Zeitgeist auf eine besondere Art und Weise einzufangen und die goldene Mitte aus avantgardistischem Eklektizismus und hochaktuellem Pop zu finden. „The Paper“ verzichtet bewusst auf energische Beats, kommt stattdessen und vielmehr mit den geringsten Mitteln des Songschreibens aus, ohne es an Modernität mangeln zu lassen. Ein Song direkt aus der Leere, die das Jahr für viele Kreative geprägt hat – in den Köpfen, in den Seelen, in den Taschen. Ein paar Minuten Selbsttherapie zwischen Melancholie und ihrer Überwindung; ein Kampf gegen den Weltkummer mithilfe einer bedingungslosen Umarmung.

Als Musiker*in hat man oft das Gefühl, sich selbst verkaufen zu müssen; etwas nur zu kreieren, um es wo hineinpassen zu lassen und die Erwartungen anderer damit zu erfüllen. Beim Arbeiten an „The Paper“ haben wir realisiert, dass wir die Musik zuallererst für uns selbst machen. Wir haben uns ganz einfach auf das pure Schreiben und Spielen eines Songs konzentriert, ohne eine große Produktion daraus machen zu wollen; uns mit Freude nur auf das Wesentlichste reduziert. Das war gleichsam eine Form von Therapie und eine Rückbesinnung auf die Motive, deretwegen wir all das machen – und Geld ist das nicht.

Sophie Lindinger über „The Paper“

Und dazwischen? War was, seit dem Ende der ausufernden „Sauna“-Tour 2018? Marco Kleebauer hat in der Zwischenzeit Nummer 1-Alben für Bilderbuch produziert und dafür einen weiteren Amadeus Award erhalten, bei Projekten wie Oehl oder zuletzt Sharktank die Finger entscheidend mit im Spiel. Dazu veröffentlichte er mit dem Album „Magnolia“ und dem Mixtape „Music to shower to“ hochspannende Einblicke in seine eigene Soundwelt.

Sophie Lindinger hat sich ebenfalls vermehrt ihrer Produktionstätigkeit gewidmet (Some Sprouts, Don’t Go) und mit der Zusammenstellung der Band My Ugly Clementine einen lang gehegten Traum erfüllt: Als produzierender, schreibender und performender Mastermind gewann sie jüngst ebenfalls einen Amadeus Award und heimste mit den Kolleg*innen eine Nominierung für den europäischen Musikpreis MMETA ein.

Die Unfassbarkeit von 2020 hat hingegen auch die Leyya-Pläne zunächst über den Haufen geworfen. Ein Los Angeles-Aufenthalt im März sollte neue Songs sprießen lassen und den letzten Schliff geben, stattdessen verordnete man den Songs ebenso einen Lockdown wie sich selbst. Wie auch ist eine Band in solchen Zeiten denkbar, die so stark von der Energie der Bühne lebt? Inzwischen ist klar, dass so etwas wie „Normalität“ dahingehend wohl noch länger nicht herrschen wird, die vorliegenden Songs in ihrer Deutung aber eine Dimension gewonnen haben, die lichterloh brennt – und also raus müssen. „The Paper“ ist so in vielerlei Hinsicht auch ein kompletter Neuanfang. More to come.

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