Stranger Things: eine Hommage an die 80er

Stranger Things

Soeben ist die dritte Staffel von „Stranger Things“ auf Netflix angelaufen: Nebst der fantastischen Geschichte ist es auch eine gekonnte Hommage an die 80er.

Zweifelsohne: Mit „Stranger Things“ ist den Duffer Brothers 2016 ein echter Geniestreich gelungen: In Mode, Bild, Jargon, Ton, Handlung und Musik glichen die acht Folgen einer einzigen Hommage an die Popkultur der Achtziger, in der die Serie natürlich auch spielt: Im Fernsehen lief „He-Man“, im Radio (!) „Should I Stay Or Should I Go“, im Abspann Joy Division. An der Wand hing ein Poster vom „Weißen Hai“ und wie in „E.T.“ jagten nerdige, dabei aber liebenswürdige Kids („Es“, anyone?!) auf ihren BMX-Rädern durch ihre Alptraumwelt. Wie in Lynchs „Twin Peaks“ ist eine Stadt in Aufruhr, Mystery- und Sci-Fi-Experte JJ Abrams („Lost“, „Star Wars“) hatte bereits 2011 eine ähnlich nostalgische, nur weniger gruselige Geschichte mit Steven Spielberg fürs Kino verfilmt („Super 8“), und so lag es nahe, dass Kritiker „Stranger Things“ unter anderem attestierten, es sei die Show, die Spielberg und Horror-Großmeister Stephen King leider niemals gemacht haben.

Die mit dem Emmy ausgezeichnete Serie folgt einer Gruppe von vier Jungen: Mike, Lucas, Dustin und Will. Ihr Leben und das Leben aller um sie herum wird auf den Kopf gestellt, als plötzlich übernatürliche Ereignisse in der Kleinstadt Hawkins auftreten. Die Jungen befreunden sich mit einem mysteriösen Mädchen namens Eleven, das psychokinetische Fähigkeiten hat. Wir begegnen im Fortlaufen der Erzählung interdimensionalen Monstern, tauchen ein in vor allem (pre)-pubertäre Romanzen und treffen auf naturgemäß überforderte Erziehungsberechtigte (darunter die daueraufgeregte Winona Ryder und ein kantiger David Harbour) – so weit, so banal, wenngleich auch mit zahlreichen Kunstgriffen (und ähnlich geschickt platziertem Product Placement wie etwa in der „Big Bang Theory“) in Szene gesetzt. Doch gerade die Musik spielt für die Zielgruppe – immerhin hatten wir in den Achtzigern die geburtenstärksten Jahrgänge vorliegen – die Attraktivität der Serie hoch.

In einem Interview aus dem Jahre 2016 betonten die Duffer Brothers die Bedeutung der Musik in der Serie. „Es war wirklich wichtig, die Musik richtig zu machen“, erklärte Matt Duffer. „Wir wussten, dass es die Show gelingen oder scheitern lassen würde.“ Ross Duffer gab zu, dass es „definitiv Trial and Error“ war, als er die Songs für „Stranger Things“ auswählte. „Für uns ging es mehr um den Ton und das Gefühl und die Geschichten, die diese Lieder erzählten.“ Das Ergebnis geht weit über einen „Greatest Hits of the 80s“-Soundtrack hinaus. Stattdessen fanden die Duffers und ihre Kollegen eine Balance zwischen bekannten Songs und Underground-Tracks aus dieser Zeit.

Seit letzter Woche läuft die dritte Staffel „Stranger Things“ auf Netflix.