🇦🇹 Volkstheater: Interview mit Kay Voges

Volkstheater

Im Wiener Volkstheater bricht der künstlerische Direktor Kay Voges mit verstaubten Theatergrenzen. Ein Diskursgespräch über Goethe, Gewalt und Turbobier.

Hier findet sowohl Faust als auch Dirk von Lowtzow eine Bühne. Foto: Emil Blau / Martin Geyer

Nach der ersten Post-Lockdown-Saison, die allen Widrigkeiten zum Trotz eine Vielzahl an Highlights bieten konnte (etwa Konzerte von Gewalt und Fuckhead, oder auch Turbobier, sowie „Der Klang der Offenbarung des Göttlichen”), geht das Wiener Volkstheater unter der Leitung von Kay Voges nun in die nächste spannende Runde – und kredenzt neben klassischen Produktionen aus der Feder von Goethe etwa („Faust”) auch Schräges (Bunuels „Würgeengel”) oder mit Benjamin Clementine und Dirk von Lowtzow (Tocotronic) auch Musikalisches. Wie dies zusammenpasst, erklärt der künstlerische Direktor Kay Voges. Denn: Auch wenn die Örtlichkeit „Theater“ von vielen Menschen als Bühne für klassische Stücke, die stets ein Hauch von Nostalgie umweht, aufgefasst wird, gibt es exzeptionelle Beispiele, wie man verstaubte Theatergrenzen brechen kann, ohne die Tradition zu brechen – eben etwa das Wiener Volkstheater.

Herr Voges, wie ist Ihre Zwischenbilanz als künstlerischer Direktor des Volkstheaters nach dem großen Schock mit der Pandemie zu Beginn?

Es war ein wirklich schwieriger Start zwischen Sanierung und den drei Lockdowns. Da ein neues Programm und das neue Volkstheater zu präsentieren war nicht einfach. Jetzt habe ich das Gefühl, dass das Volkstheater wieder da ist und das macht mich glücklich. Seit Jänner läuft das Programm regelmäßig und wir haben Corona vorerst einmal so weit unterbunden, dass die Partys laufen. Wir sitzen im Schanigarten und genießen die Sonne. Der Traum ist, den Menschen vom ersten Croissant bis in die Nacht hinein zum Clubbing aufregende und spannende Kultur zu bieten. Diesem Traum kommen wir immer näher.

Eine Band wie Turbobier im Volkstheater konnte man sich noch vor wenigen Jahren nicht vorstellen. Nun impliziert der Begriff Volkstheater ja schon, dass es dem breiten Volk dienen soll. Kommen Sie dem mit Ihren Ideen entgegen?

Wir sind keine Kulturinstitution, die im Elfenbeinturm sitzt und zwischendurch Einblicke in die hohe Kunst gibt. Wir sind niederschwellig und geben der Gegenwartskunst ihren Raum. Wir untersuchen Goethes „Faust“ auf die Gegenwart, lassen aber auch eine Punk- oder Electro-Band bei uns auftreten. Wir wollen nicht nur die Bildungsbürgerelite ansprechen, sondern alle. Hier soll für die verschiedensten Interessensgebiete etwas da sein. Der Schwerpunkt ist das Volkstheater-Ensemble und im Theater schauen wir, ob wir den Schwerpunkt auf österreichische Literatur setzen können. Wir beschäftigen uns auch stark mit Bildender Kunst. So kommt der US-amerikanische Großkünstler Paul McCarthy mit einer Performance Anfang September ins Haus. Wir bespielen auch mit digitalen Formaten und mit Musik. Wer sich eher für Bildende Kunst interessiert kann hier genauso fündig werden wie der Clubbing- oder Konzertbesucher. Aber auch österreichische Literatur und hohe Schauspielkunst werden geboten.

Im selben Haus tritt eine Band wie Gewalt auf und es wird Goethes „Faust“ gespielt. Wie erklärt man das dem traditionellen Wiener Theaterbesucher?

Gewalt und „Faust“ passen doch ganz gut zusammen (lacht). Für mich ist es ganz wichtig, dass wir gut 50 Jahre nach Andy Warhol endlich in die Tat umsetzen, dass es keinen Unterschied zwischen Pop- und Hochkultur gibt. Diese U- und E-Unterscheidung halte ich für einen absoluten Schmarren. Dieses dünkelhafte Kulturprogrammieren, wo sich eine Kulturinstitution über andere Kulturen erhebt, finde ich abscheulich. Wir machen Gegenwartskunst, das ist der gemeinsame Level. Ob wir da die Wiener Symphoniker oder Gewalt bei uns auftreten lassen, macht für mich keinen Unterschied.

Brauchen das Volkstheater und andere klassische Kultureinrichtungen mehr Sex, Drugs und Rock’n’Roll?

Das Dionysische in der Kunst gab es vor Jahrhunderten bei Shakespeare oder Mozart und heute bei Gewalt. Warum sollte man das nicht am Volkstheater weiterziehen?

Gibt es für Sie auch kulturelle Grenzen oder sind den visionären Ideen Tür und Tor geöffnet?

Wir haben den inhaltlichen Anspruch, dass wir klar auf humanistischen Boden programmieren und als Kulturinstitution vom Bund und von der Stadt finanziert werden. Damit haben wir auch einen Kulturauftrag. Können wir ein Angebot machen, das für die Menschen intellektuelle, emotional und diskursiv interessant ist? Ansonsten könnten wir hier „Cats“ und „Die große Schlagerparade“ anbieten. Dafür gibt es andere Veranstalter, das wird es bei uns nicht geben. Wir versuchen hier Kunst zu transportieren, die sich mit den Themen der Gegenwart auseinandersetzt.

In erster Linie helfen Förderungen und Unterstützungen. Können sie aber nicht auch einschränken, weil sie im Prinzip etwas verlangen?

Nein. Ich habe meine Konzeption der Findungskommission des Volkstheaters präsentiert und da bestand das Interesse, mich das machen zu lassen. Diese Chance setze ich jetzt um und ich hoffe, dass sich die Idee so durchsetzen wird, dass das Haus sich als wichtiger Kulturort in dieser Stadt etabliert.

Während der Corona-Pandemie war die Auslastung des Volkstheaters sehr gering. Hat sich dahingehend viel nach oben entwickelt?

Wir konnten in den letzten Monaten einen Aufwärtstrend wahrnehmen. Es ist Aufbauarbeit bei null. Das Theater war anfangs geschlossen und hatte null Prozent Auslastung. Dann kam Corona und der zögerliche Besuch von Kultureinrichtungen allerorts. Je mehr sich das neue Volkstheater herumspricht und wir von einer Begegnung und Kulturteilhabe in eine Normalität zurückkommen, umso besser wird es gehen. Ich bete und zünde Kerzen an, dass wir die kommende Saison mit unserem riesigen Programm stattfinden lassen können, ohne in eine Schließung oder Sitzplatzbeschränkung zurückzukommen. Im dritten Anlauf würde ich gerne einmal ein Jahr durchprogrammieren.

Kann und soll ein Theater für seine Besucher etwas Religiöses an sich haben? Wie es etwa bei Fußballvereinen und ihren Fans der Fall ist?

Das Theater ist eine Kirche der Zweifler. Es ist der perfekte Ort für Menschen auf der Suche. Für jene, die nicht alles wissen und glauben, sondern auch hinterfragen und immer wieder neu überlegen. Menschen, die wissen, wie alles geht, könnten im Theater verstört werden.

Kay Voges. Foto: Nikolaus Ostermann

Sie waren zehn Jahre Intendant am Schauspiel Dortmund, nun knapp zwei Jahre in Wien. Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen der österreichischen und deutschen Theaterlandschaft?

Die Bedeutung von Kultur ist in Wien wesentlich höher als an vielen Orten, an denen ich war. Es ist ein unglaublicher Segen, dass es die Traditionen, die Bedeutung und den Stolz von Kultur hier so gibt. Gleichzeitig ist diese Kulturtradition das große Problem von Wien. Traditionalisten gelten oft als konservativ und dem Neuen gegenüber nicht sehr offen eingestellt. So ist die Tradition der Kultur in Wien gleichermaßen der größte Segen wie auch der größte Fluch.

Spüren und sehen Sie selbst, dass man sich in Wien zu sehr in der Vergangenheit suhlt und auf Traditionen beharrt, anstatt sich dem Neuen zu öffnen?

Die Skepsis dem Neuen gegenüber liegt sehr tief in der Wiener Wurzel. Andererseits wurde Wien über die letzten Jahrzehnte zu einer Weltstadt. Sie ist nicht mehr so wie zu Gustav Mahlers Zeiten, den man bis zum Tod nicht verstanden hat, ihn aber jetzt lobt und ehrt. Da ist die Stadt schon wesentlich moderner und offener geworden und das sieht man zum Beispiel bei uns oder auf den Wiener Festwochen. Es gibt ein experimentierfreudiges, neugieriges Publikum.

Sie gelten als Teamworker und propagieren immer das Miteinander. Das endet bei Ihnen nicht bei Ensemble und Publikum, sondern geht wirklich in jede einzelne Ecke des Hauses. Sind Sie damit ein Verfechter eines legeren, gemütlicheren Theaters?

Kunst ist immer Kommunikation. Das Bild, das ich sehe. Die Musik, die ich höre. Den Theaterabend, den ich erlebe. All das muss etwas in mir auslösen. Dann gibt man auch was zurück, redet darüber und reagiert darauf. Die Kommunikation ist meine wichtigste Arbeit. Im Schanigarten, auf der Bühne und im Netz genauso, wie bei Kolleginnen aus anderen Häusern, den Medien oder der Politik. Das Verhältnis zwischen den Kulturinstitutionen ist wesentlich besser als es in den Zeitungen oft so erzählt wird. Jeder gönnt dem anderen gute Arbeit, weil wir alle in einer Stadt leben wollen, in der die aufregendste Kunst Europas stattfindet.

Stoßen Sie in einer Stadt wie Wien mit neuen Ideen und Visionen auf Grenzen oder Ablehnung? Müssen Sie hart dafür arbeiten, um Ihre Gedanken in der Realität umsetzen zu können?

Ich entdecke immer mehr neugierige, aufgeschlossene Menschen, die einen globalisierten Blick auf Kultur haben. Im Zeitalter des Digitalen ist es selbstverständlich, dass wir mitbekommen, was in Tokio, Los Angeles oder Kairo gerade passiert und welche Strömungen daraus entstehen. Diese Wahrnehmung von globalen Strömungen schafft eine Neugierde und braucht Offenheit. Es kommen immer mehr dieser Weltenbürgerinnen in unser Haus. Für die Traditionalisten gibt es andere Möglichkeiten in dieser Stadt und so ist das Volkstheater eine Menüerweiterung des Kulturangebots der Stadt Wien.

Ist das Volkstheater unter Ihrer Führung so etwas wie das Rockkonzert unter den Kulturhäusern?

Auf jeden Fall ist ein Ziel, dass die größten Theaterpartys in dieser Stadt bei uns stattfinden müssen (lacht).

Was macht für Sie den Terminus Gegenwartstheater aus? Bezieht man aktuelle Themen wie die Klimakrise, Krieg oder Gender-Fragen ein, oder geht es mehr darum, multimedialer und virtueller zu inszenieren?

Gegenwart ist immer eine Frage an den Inhalt und an den Gebrauch der Werkzeuge. Das Theater hat schon immer mit gegenwärtigen Technologien gearbeitet. Als der Seilzug erfunden wurde, wurde auch ein Lift erfunden, um die Schauspieler auf die Bühne zu bringen. Durch die Sanierung sind wir nun bestens mit Glasfaser verkabelt und versuchen mit den neuesten Technologien Erzählungen stattfinden zu lassen. Die technische und inhaltliche Gegenwärtigkeit fragt sich, was uns beschäftigt. Wir kommen ins Theater und teilen zwei bis drei Stunden Zeit und Raum. Die Kunst, die dort live entsteht, ist zeitgenössisch und reflektiert die Zeit, in der wir uns gerade bewegen. Unsere gegenwärtigen Themen sind natürlich Klimawandel, Krieg oder Machtstrukturen. Vielleicht auch das ewige Thema, wie wir als Menschen miteinander umgehen wollen. Wir sagen nicht, wir machen Theater wie es sich gehört und wie es vor 200 Jahren war. Wir machen Theater aus dem gegenwärtigen Stand der Lebenswahrnehmung. Das kann wahnsinnig lustvoll sein. Beim „Eingebildeten Kranken“ findet das gerade statt. Goethes „Faust“ ist eine Vermischung aus Fotografie- und Schauspielkunst. Goethe sagt „Verweile doch, du Augenblick. Du bist so schön“. Da geht es um eine Sehnsucht, die auch Fotografen antreibt. Sie wollen auch den Augenblick finden und halten. Wir lassen moderne Gegenwartsautorinnen zu Wort kommen, die die Welt so erzählen, wie sie sie wahrnehmen. Aber sie tauchen auch in Shakespeare ein und fragen sich, was sich zwischen dem alten Rom von damals und der heutigen Politlandschaft in Österreich so alles getan hat. Vielleicht gibt es ja noch immer ähnliche Strukturen.

Das Klassische und Nostalgische darf am Theater seinen Platz haben, es aber nicht raumgreifend erfüllen?

Das Theater muss sich seiner Herkunft sehr wohl bewusst sein. Gustav Mahler wurde immer in den Mund gelegt: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“. Das ist ein bisschen unsere Tradition. Wir machen nicht Nestroy, weil es Nestroy schon vor 100 Jahren gab. Wir versuchen zu finden, was Nestroy für uns jetzt gerade im Augenblick bedeutet und welche Relevanz er heute hat. Schnitzler, Nestroy, Schiller und Goethe waren auch einmal Gegenwartsautoren, die zum Teil auf heftigste Ablehnung gestoßen sind. Heute sieht man das als „ordentliches Theater“. Wir müssen unsere Vorurteile immer hinterfragen und akzeptieren, dass wir gar nicht wissen, wie Theater eigentlich geht. Wir müssen es in unserer Zeit immer wieder neu erfinden.

Auch wenn man das Volk anspricht – sucht man als Kreativdirektor manchmal die Ablehnung der Masse und die Provokation, um sich als Institution etwas zu exponieren?

Ich versuche hier ein Programm zu generieren, das nicht mittelmäßig ist, sondern radikale, kluge künstlerische Handschriften sind. Mittelmaß wollen wir vermeiden und wir wollen auch keine reine Gefälligkeitsanstalt sein. Das Theater ist ein Ort der Auseinandersetzung und eine Band wie Gewalt, die versucht ein Lebensgefühl in Ton und Sprache zu bringen, ist nicht gefällig, aber sicherlich ein notwendiger radikaler Zugriff auf die Gegenwartskunst. Dann wird man vielleicht nicht von allen gemocht, aber es ist ein ästhetischer und gedanklicher Vorgang, der vielleicht Erlebnisse schaffen kann, die im Mittelmaß überhaupt nicht zu finden sind.

Ihre Intendanz am Volkstheater begann mit „Der Theatermacher“ von Thomas Bernhard. Niemand hat die österreichische Volksseele so entlarvt und erkannt wie er. Hat Bernhard auch für Sie eine besondere Bedeutung?

Ich liebe Thomas Bernhard mit seiner Menschenliebe und Menschenverachtung zugleich. „Der Theatermacher“ ist bei uns ein Abend, der stilistisch eine breite Palette von Inszenierungsstilen zeigt und gleichzeitig immer wieder die Frage nach Unterdrückungsgeschichten und Machtstrukturen stellt. Es geht auch um die Empörungswellen, die sich von Generation zu Generation weiterziehen. Das macht das Stück so gegenwärtig. Empörungswellen gibt es auf den Straßen, im Netz und im Feuilleton. Jeder will sich möglichst laut empören und dadurch drohen eine Spannung und eine Spaltung der Gesellschaft. Am Ende des Abends fleht der gestürzte Theatermacher, ob wir nicht alle einmal nett zueinander sein könnten. Das ist so tragisch wie wahr. Wir sollten über unsere Empörung einmal lachen können. Uns darauf besinnen, dass wir eigentlich ein Menschengeschlecht sind, das auch einmal nett zueinander sein kann.

Zur Empörungskultur gehören begriffe wie Political Correctness, Cancel Culture, Wokeness oder Snowflakes. Muss man als Theatermacher auf diese Begriffe achten oder darf man überhaupt gar nicht darauf achten, sondern muss radikal daran vorbeiziehen?

Ich glaube, dass die Liberalisierungsbewegung der letzten Jahrzehnte unfassbar wichtig ist. Marginalisierte Gruppen sind so stark in unser Bewusstsein gerückt und das ist ungemein wichtig. Das steht für mich alles unter dem humanistischen Grundbegriff. Wenn alle Menschen gleich sind, warum handeln wir dann nicht so? Es ist also notwendig, den humanistischen Boden in unserer Kunst zu haben. Andererseits müssen wir auch für die Kunstfreiheit eintreten. Die Kunst muss frei sein von religiösen und politischen Ideologien.

Mit dem Programm „Wien’s Anatomy“ tourt das Wiener Volkstheater im Herbst durch die Bezirke. Ist es längst unerlässlich, das Theater zu den Menschen zu bringen?

Absolut. Diese Idee ist schon 60 Jahre alt. Seit damals zieht das Volkstheater durch die Bezirke und macht fast 100 Vorstellungen in den verschiedenen Grätzeln. Es kommt zu den Menschen und erzählt dort Geschichten über die Lebenswirklichkeiten in Wien. So beschäftigen wir uns mit der Pressesituation, dem Gesundheitssystem und der jüngeren Geschichte Österreichs. Wir gehen in die Stadt, um dort zu reflektieren, was diese Stadt ausmacht. Und vielleicht auch um zu träumen, was diese Stadt noch besser machen könnte.

In der Spielzeit 2022/23 zeigt das Volkstheater 21 Premieren, wovon neun Uraufführungen sind. Wie kriegt man dieses Pensum als kreativer Direktor rein mental auf die Reihe?

Es ist ein riesiges Programm, das wir anbieten und das ist nur mit einem fantastischen Team möglich, mit dem ich hier zusammenarbeite. Das ist eine große Qualität unseres Hauses. Es arbeiten von der Pforte über die Technik bis hin zum Ensemble begeisterte Mitarbeiterinnen. Alle haben den gemeinsamen Willen, dass das Volkstheater vibriert und ein Erlebnisraum für die Menschen in der Stadt werden kann.

Was sind für Sie die wichtigsten Charakterzüge, die Mitarbeiter bei Ihnen haben müssen?

Wir haben im Volkstheater zwei wichtige Regeln. Nummer eins: Lasst uns alle respektvoll miteinander umgehen. Für einen erfolgreichen Theaterabend sind die Garderobieren genauso wichtig wie die Dame an der Kassa, der Intendant und der Star auf der Bühne. Wir schaffen es nur gemeinsam. Nummer zwei: Lasst uns ins Gelingen verliebt sein. Es geht nicht um Eitelkeiten, sondern um das Gelingen von Kunst und das Gelingen, den Menschen etwas zu geben. Wenn diese Regeln funktionieren, dann können wir auch stolz sein, gemeinsam am schönsten Haus von Österreich zu arbeiten.

Was ist Ihre persönliche Vision für das Volkstheater? Wo wollen Sie es mittelfristig hinführen?

Wenn ich jetzt in den Zuschauerraum schaue, habe ich das Gefühl, das ist das coolste Publikum Wiens. Das würde ich gerne in dreifacher Ausführung haben und dann will ich, dass wir suchend bleiben und niemals selbstzufrieden werden. Was fordert die Zeit von uns an Ausdruck und Kunst ein? Was brauchen die Menschen der Stadt gerade an Impulsen aus der Kunst? Wenn wir permanent in Bewegung bleiben und nicht in eine Zufriedenheit kommen, dann werden wir als Kulturinstitution vielleicht noch bedeutender für diese Stadt als wir es jetzt schon sind.

Alles über die kommende Saison vom Wiener Volkstheater lesen Sie bei oeticket.com.

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