Volkstheater: Neue Spielsaison startet mit „Die Merowinger“

Eröffnet wird die Saison 2019/20 mit Heimito von Doderers „Die Merowinger“ in einer Bearbeitung von Franzobel. Insgesamt bietet die neue Spielzeit 17 Produktionen, davon acht Ur- und Erstaufführungen.

Roland Koberg, Heike Müller-Merten, Anna Badora, Constance Cauers (v.l.n.r.) – © www.lupispuma.com / Volkstheater

Es wird die letzte Saison von Intendantin und Regisseurin Anna Badora sein: Eröffnet wird sie am 11. September 2019 mit der Uraufführung von „Die Merowinger oder Die totale Familie“ nach dem Roman von Heimito von Doderer (Bearbeitung: Franzobel). Bekannte Regisseure kehren mit Spätherbst auf die Hauptbühne des Volkstheaters zurück: Robert Gerloff (Der gute Mensch von Sezuan, Premiere: 12. Oktober 2019), Christina Rast (Wer hat meinen Vater umgebracht, Premiere: 15. November 2019) und Viktor Bodó (Peer Gynt, Premiere: 7. Dezember 2019).

Jänner bis April: Ausweichbühne im Museumsquartier

Wegen der Generalsanierung des Theaterhauses finden die Aufführungen von Jänner bis April 2020 im benachbarten Wiener Museumsquartier (Halle E) statt. Hier beleuchtet Regisseur Alexander Charim mit dem Gangster-Epos „Schwere Knochen“ von David Schalko die Unterwelt Wiens (Premiere: 15. Jänner 2020). Regisseurin Christine Eder untersucht in ihrer Stückentwicklung „Schuld & Söhne (AT)“ den Kampf der Geschlechter (Premiere: 15. Februar 2020). Ab Jänner wird zudem das laufende, aus dem Haupthaus übernommene Repertoire im „MQ“ gespielt. Insgesamt werden rund 100 Vorstellungen auf der speziell mit Drehbühne eingerichteten Spielfläche zu sehen sein.

Mai und Juni: Volx/Margareten als Zentrum

Wenn im Mai 2020 die Halle E wieder den Wiener Festwochen übergeben wird, intensiviert das Volkstheater den Betrieb im Volx/Margareten, das im Mai und Juni als Theaterzentrum gilt: Armin Petras beschäftigt sich dort in „Körper-Krieg“ mit der zerstörerischen Kraft des Dopings (Premiere: März 2020). Ausnahme-Choreografin und Performerin Florentina Holzinger begibt sich mit „Wir Hungerkünstler/innen (AT)“ auf die Spuren einer Attraktion des frühen 20. Jahrhunderts (Premiere: Mai 2020). Ein weiteres Phänomen dieser Zeit beleuchtet Nestroypreisträgerin Sara Ostertag in „Haummas net sche?“, in dem sie das Publikum anhand der Texte von Christine Nöstlinger mit auf eine Reise durch die Geschichte – und durch Geschichten – des Wiener Gemeindebaus nimmt.

Bezirkstournee mit vier Premieren

Darüber hinaus ist das Volkstheater in den Bezirken auf Tournee. Die Bezirk-Tournee – die in ihr 65. Jahr geht – gilt als „Wiener Pilotprojekt für Stadtraumbelebung aller Art“. Der Spielplan dieser Tour ist von Komödie bis Melodram breit gefächert und hält in der neuen Saison vier Premieren bereit: Zu sehen sind „Die Reißleine“, „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, „Weh dem, der lügt!“ und „Warten auf Godot“ – wie gewohnt in 19 Spielstätten entlang der Route durch 15 Wiener Gemeindebezirke. Das Spielzeitheft zum Spielplan 2019/2020 können Sie hier online durchblättern.