Ya Salam(i): Capital Bra macht TK-Pizza

Capital Bra

Seit dem 11. Mai gibt es unter der Markenbezeichnung Gangstarella Tiefkühlpizza von Capital Bra: mit Rindersalami oder Grillgemüse. Ein Produkttest.

Für den 11. Mai hatte der deutsche Rap-Gott Capital Bra, der übrigens ukrainische und russische, nicht jedoch italienische Wurzeln hat, einen großen Release angekündigt – kein Album, sondern eine eigene Pizza. Nicht ganz unklug, stehen in Zeiten von Corona ja Preppen und demnach auch Tiefkühlprodukte hoch im Kurs.

Bushidos Ex-Zögling ist also ins Tiefkühl-Game eingestiegen, ein Blick in die anderen Einkaufswägen im Nahversorger „mit dem Börserl“ (denn anderswo gibt es die Gangstarella nicht) lässt jedoch (noch?) und im Gegensatz zu Deutschland von keinem Hype sprechen, vielleicht auch weil die Pizza mit 4 Euro nicht gerade günstig ausgefallen ist. Aber: Im Gegensatz zum nicht so coolen Mitbewerb bietet Capital Bra auch ein bisserl mehr.

Bisserl mehr #1

Die Verpackung ist cool: Die Boxen der Gangstarella kommen daher, als hätte Capital „Luigi“ Bra sie direkt aus einem hippen, authentischen Pizza-Joint in New York zu euch nach Hause geliefert. Natürlich: Dem ist nicht so, die Pizzen wurden tatsächlich von der nicht sonders hippen Freiberger AG in Berlin hergestellt. Der Deckel zeigt einen etwas bekifft wirkenden Capi in der allseits bekannten Chef’s Kiss-Pose. Auch die Zubereitungsempfehlung, damit die „Pizza ballert“, hat er gefühlt selbst formuliert: „Heiz deinen Ofen ein! Bra, nicht vergessen: Folie entfernen. Eiskalte Pizza auf mittleren Rost legen. 10-12 Minuten backen, dann gib dir Bra!“ Das versteht selbst der größte Dodel, wenn er nach einer der illegalen Donaukanalparties mit ordentlicher Schräglage heimkommt und es nach einem kleinen Snack giert. Übrigens: Wie bei jeder anderen TK-Pizza reichen selbstverständlich auch hier 225 statt 300 Grad.

Bisserl mehr #2

Ein „kleiner Snack“ ist die Gangstarella eigentlich nicht, sondern tatsächlich „ein bisserl mehr“: Während eine TK-Pizza im Schnitt 900 Kalorien verbucht, bringt es Capis Salami-Variante auf derer 1.145, die vegetarische Alternative um noch knapp 100 mehr. Allerdings ist der Sommer ohnehin schon fast vorbei und ein Bikini steht mir als Mann so oder so tendenziell weniger – also möge das Fett als Geschmacksträger ruhig seine Wirkung tun!

Zugegeben: Die Gemüsepizza (mit Paprika, Spinat, Tomaten, Zucchini, Hanfsauce) habe ich nicht einmal eines Blickes gewürdigt – im Gegensatz zu meiner Provenienz bin ich in Pizzafragen ein bornierter Bauer, eine Pizza ohne Salami ist keine. Zumal nicht einmal die Hanfsauce als Pro-Argument herangezogen werden kann: Um ähnlich bekifft wie Capi auf der Schachtel zu werden, müsste man wohl den Karton samt Plastik rauchen.

Dafür wirkt die Carnivoren-Version optisch nicht minder leiwand als die Verpackung: Denn während der Mitbewerb gerade mit dem Salamianteil nur zu gerne geizt, ist die Gangstarella üppig (!) mit Rindersalami belegt und einem sehr gelungenen Potpourri aus Edamer, Mozzarella und Hartkäse. Da entfleucht sogar mir, als kein Fan von Rap, ein herzhaftes: Ya Salam(i)!

Ballerts?

Nach 12 Minuten im Rohr (ohne Plastik, bei 225 Grad auf mittlerem Rost) dann der Geschmacks- und Geruchstest: Die Gangstarella riecht auch ohne drölfzig Promille im Gesicht gut, sieht sehr ansehnlich aus und macht – wie die Verpackung verspricht – auf Crunch, ist innen aber baba soft. Es gibt nur zwei kleine Mankos: Der Boden ist deutlich dicker als bei einer italienischen Pizza, und Fan vom „american style“ bin ich eher weniger. Dafür schmeckt die Salami fein-würzig, die Käsesorten sind gut verschmolzen, der Boden fettet nicht durch. Allerdings könnte die Pizza mehr knallen – nicht in Punkto Fett, sondern Schärfe: Glücklicherweise habe ich immer Tabasco daheim – gegenwärtig sogar die Großpackung mit 3.780 Milliliter, und dann komme ich mir beim Nachwürzen der aufgetauten TK-Pizza zumindest wie ein echter Koch vor und kann mich bei „Grill den Henssler“ bewerben.

Ist das nun eine Kaufempfehlung – oder nicht? Jein, denn: Ich bin ohnehin schon kein großer Freund von TK-Pizzen – da lege ich lieber ein paar Euro mehr drauf und bestelle mir eine frische Holzofen-Pizza, wenn ich mich schon nicht selbst für eine halbe Stunde in die Küche stellen möchte (oder kann, weil das Stehen gerade etwas schwerer fällt). Verglichen mit dem Mitbewerb stinkt Capis Carnivorenpizza jedoch auch nicht ab, bietet jetzt aber – abgesehen vom Namedropping und der Verpackung – aber auch nicht wirklich genügend Argumente für den Mehrpreis.

Capital Bra gastiert kommenden Mai in der Wiener Stadthalle, im August dann in Graz, Linz und Klagenfurt. Tickets gibt es bei oeticket.com.

Die größten Stars und das Beste aus über 75.000 Events - jetzt für den OETICKET-Newsletter anmelden und immer am Laufenden bleiben!