Zwei Jahrzehnte 2raumwohnung

2raumwohnung

Zwei Jahrzehnte Musik müssen gefeiert werden! Zum Jubel-Jubiläum der Berliner Band 2raumwohnung gibt’s eine Platte, ein Buch und eine Tournee.

2raumwohnung sind seit 20 Jahren zwei der wichtigsten Protagonisten des deutschsprachigen Elektropops – wenn nicht sogar das Aushängeschild des Genres. Seit sie im Jahr 2000 mit „Wir Trafen Uns In einem Garten“ das Lebensgefühl des vereinten Party-Berlins so treffend beschrieben, ist viel passiert. Acht Alben, Remixe (darunter Ennio Morricone und Herbert Grönemeyer), Soundtracks (u. a. für „Tatort“), Kollaborationen mit namhaften Musikern (etwa Paul van Dyk, Paul Kalkbrenner, Westbam, Dieter Meier und Rosenstolz), Awards und Auszeichnungen (Dance Music Award, 1Live Krone, Goldene Stimmgabel, Fred-Jay-Preis der GEMA für Inga), Tourneen in Deutschland Österreich, Schweiz und Auftritte in New York, Japan, China, Spanien, Russland, Türkei, Südafrika und Korea. Zum Jubel-Jubiläum der Berliner Band 2raumwohnung gibt’s eine Platte, ein Buch und eine Tournee: Auf der „20 Jahre 2raumwohnung“- Tour wird keiner der Hits („Sexy Girl“, „36 Grad“, „Wir Trafen Uns In Einem Garten“, „Bei Dir Bin Ich Schön“, „Besser Gehts Nicht“, „2 Von Millionen Von Sternen“, „Wir Werden Sehen“, „Ich Und Elaine“) fehlen und die Konzertbesucher dürfen sich auf auf Beats, Lightshow, Videoperformance, Gitarren, sphärische Live-Elektronik und Inga Humpes einzigartigen Gesang freuen. Und vielleicht rufen ja auch die Überflieger Bilderbuch zwecks Kollaboration an: Inga Humpe, die kleine Schwester von Ideal-Annette, und Lebens- und Musikpartner Tommi sind nämlich Riesen-Fans der Wiener Kombo, verraten sie im !ticket-Talk.

20 Jahre 2raumwohnung, 2020 wird zum Feier-Jahr und euer erster Hit „Wir trafen uns in einem Garten“ ist 2000 erschienen. Da sind sehr viele 2er in eurer Karriere.

Inga Humpe: Ja, das stimmt (lacht). Die „2“ kommt viel vor, und „ich“ kommt auch oft vor. Das ist purer Zufall. Wir feiern natürlich auch die 20, weil da die 2 von 2raumwohnung auch drinnen ist.

Tommi Eckart: Es ist eine schöne Zahlenkombi, die 2020 und 20 Jahre 2raumwohnung.

Inga Humpe: Und dann läuten wir die 20er Jahre überhaupt erst ein, ein neues Jahrzehnt. Das soll ja auch wild und schön werden.

Tommi Eckart: Die neuen goldenen Zwanzigerjahre …

Inga Humpe: … die neuen silbernen, Platin-, diamantenen 20er Jahre.

In den Zwanzigern und Dreißigern war Berlin eine blühende Kultstadt. Gibt es diesen Vibe heute wieder?

Inga Humpe: Ich denke schon, dass man das merkt. Berlin ist eine internationale Stadt geworden, es ist beinahe symbolisch für Europa. Man hört alle Sprachen. Berlin ist ein Anziehungspunkt für viele junge Menschen, für viele Künstler. Man kann sich doch relativ frei fühlen in dieser Stadt. Deshalb werden wir unsere Zwanziger hoffentlich noch lange feiern.

Am 28. Februar erscheint eine „Werkschau“ – wo wir wieder bei den 2ern wären. Ist das ein reines „Greatest Hits“-Album, oder gibt’s etwas Neues?

Tommi Eckart: Es sind zwei neue Song drauf und 18 alte. Die beiden neuen kommen als Singles noch vor dem „Best of“ heraus, und zwar Anfang Januar und Anfang Februar. Der Rest sind unsere erfolgreichsten Stücke. Ein paar Lieder haben wir kuratiert, wenn es irgendwo eine interessante Seite gibt, die sonst zu kurz kommt. Wir können die Platte gut durchhören.

Bisher gab es acht Studio-Alben. Findet sich darunter ein Lieblings- oder wichtigstes Album?

Tommi Eckart: Es gibt mehrere eigentlich. Das erste natürlich. Erst vorgestern haben wir bei einem Konzert in Düsseldorf nur das erste Album gespielt. Es gibt ja diesen Trend, dass Bands nur bestimmte Alben spielen. Da waren unheimlich viele textsichere Leute, die alle Stücke mitsingen konnten, auch die unbekannteren Lieder des Albums. Das war ein sehr schönes Erlebnis für uns, das Eintauchen in die Zeit des ersten Albums. Aber natürlich war das „36 Grad“-Album wichtig. Auch das davor, „Es wird Morgen“, war für unseren Sound musikalisch prägend …

Inga Humpe: „Nacht und Tag“ war auch wichtig, das letzte Album, weil wir da die ruhigen Versionen gemacht haben. Das machen wir auch live. Wir haben so ‘nen Block, der ist ein bisschen akustischer.

2raumwohnung haben sich eigentlich mit nur ein paar Hits in das allgemeine, deutsche Musikkulturgut geschlichen.

Inga Humpe: (lacht)

Tommi Eckart: Inga hat jetzt gerade auch ein Buch gemacht, das heißt „Wir trafen uns in einem Garten“. Da sind alle Songtexte drin und noch ein paar andere Texte von Helene Hegemann und eine Kurzgeschichte von Inga. Da merkt man schon, dass da eine Menge textlicher Ideen und eine textliche Welt vorhanden ist. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Da kommt die Summe der vergangenen zwanzig Jahre richtig zur Geltung.

Sind weitere literarische Ausflüge geplant?

Inga Humpe: Das ist eben ein bisschen verwirrend, denn es ist eigentlich eine Geschichte, die ich schon 2003 geschrieben habe. Ich hab‘ die dann ausgegraben, und meine Chefin bei Kiepenheuer & Witsch meinte, das ist unheimlich gut und, dass ich noch mehr Geschichten schreiben soll. Ich will auch mehr schreiben, wenn unser Jubiläum dann vorbei ist.

Arbeitet ihr bereits an einem neuen Album?

Inga Humpe: Nee, gar nicht. Ein Studio-Album möchten wir vorerst nicht machen, denn da hat sich das Format doch verändert. Wenn man schon acht Alben gemacht hat, braucht man nicht noch eines. Ich glaube, wir machen mal einzelne Stücke. Ob daraus auch ein Album wird? Ich glaube, das braucht man heute nicht mehr, da hat man eine Playlist. Auch das CD-Format ist ja komplett obsolet.

Tommi Eckart: Mit Helene Hegelmann arbeiten wir an so ner Art Anti-Musical. Da wird es das eine oder andere neue Stück geben. Da sind viele Stücke angedacht, die wir schon haben. Da kann man aber noch nicht viel darüber sagen. Es gibt viele Ideen, wo alte Mottos wieder auftauchen. In die Richtung geht’s im Moment.

Habt ihr denn Schubladen oder Tresore voller fertiger oder angedachter Songs?

Inga Humpe: Wir haben schon viele Ideen, denen wir nicht weiter gefolgt sind. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, das alles (die „Werkschau“, Anm.) zusammen zu stellen und uns vor die Ohren zu führen. Man merkt an unserem ersten Album, dass der Sound gar nicht überholt wirkt. Da ist kein Stück drauf, das einem peinlich ist, oder das man nicht mehr spielen will. Wir haben immer darauf geachtet, dass die Texte eine gewisse Zeitlosigkeit haben und nachhaltig sind.

Neben eurem Job als Musiker habt ihr u. a. für Ennio Morricone und Grönemeyer Remixes gemacht. Gibt’s in dieser Richtung Projekte?

Inga Humpe: Im Moment machen wir unser Zeugs, wir haben für andere Sachen gerade keine Zeit. Wir proben ja jetzt schon für die Live-Shows. Außerdem fahren wir ab und zu gerne ein paar Tage weg, Tommi ist ja ein alter Berge-Fan, der kraxelt bei euch immer in den Bergen rum.

Was hat sich Grundlegendes in den vergangenen zwei Jahrzehnten aus eurer Sicht verändert?

Inga Humpe: Wir merken, dass sich das Live-Spielen verbessert hat. Gerade jetzt, wo es so viel Streaming gibt, schätzen die Leute Konzerte umso mehr. Es gibt ja nicht mehr so viele Fernsehformate, wo man Musik sehen kann. Es gehen auch viel mehr Menschen auf Konzerte als vor zwanzig Jahren.

Bisher sind für März und April kommenden Jahres nur wenige Konzerte angesetzt. Kommt doch noch mehr?

Tommi Eckart: Im Sommer kommen Festivals dazu und dann werden wir sehen. Wir spielen manchmal lieber in den größeren Städten, weil wir haben gemerkt, dass die Leute in den kleinen Städten vor uns Angst haben.

Seid ihr denn so furchteinflößend?

Inga Humpe: Ich weiß auch nicht.

Tommi Eckart: Wenn der Bass los geht, dann siehst du ganz viele erschrockene Gesichter. Das gibt’s in den Großstädten eher nicht.

Spürt ihr etwas von der Nostalgiewelle, die die Achtziger und Neunziger jetzt hochleben lässt?

Inga Humpe: Die Neunziger sind ja auch 2raumwohnung, der Hintergrund. Die Clubs, die Beats, das war schon unsere Basis. Das war auch unsere Liebe zu dieser Musik. Unser Sound ist bereits in den Neunzigern entstanden, war aber erst in den Nuller-Jahren möglich. Wir haben eigentlich ziemlich lange daran gearbeitet. Aus den ‘Achtzigern ist da nicht so viel, aber ich bin auch kein Freund des Jahrzehnts.

Inga, bei dir gab es ja viele Ösi-Connections, von DÖF bis zu Falco. Kam danach noch etwas mit österreichischen Kollegen zu Stande?

Inga Humpe: Leider nicht, aber wir sind natürlich große Bilderbuch-Fans!

Würdet ihr zusammenpassen?

Inga Humpe: Ich hab‘ mich noch nicht getraut, diese super-coolen Jungs zu fragen. Das müsste vielleicht von denen ausgehen, aber ich glaub‘, die brauchen keine anderen Kollegen, die ihnen helfen. Ich finde ihre Musik, was sie machen und wie sie sich darstellen, sensationell.

Tommi Eckart: Der Sound und der Humor sind absolut super!

2raumwohnung feiern am 29. März ihren 20. Geburtstag auch in der Arena. Tickets gibt es bei oeticket.com!

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